Hockey
Frankenthalerin Sonja Zimmermann mit Euphorie nach Olympianominierung
Die jahrelange Arbeit hat sich bezahlt gemacht. Sonja Zimmermann steigt am 16. Juli in das Flugzeug, das sie und die deutsche Damen-Hockeynationalmannschaft zu den Olympischen Spielen nach Tokio bringt. Am 25. Juli (9.30 Uhr Ortszeit) spielen die „Danas“ dann ihre erste Partie in der Gruppenphase gegen Großbritannien. Die weiteren Gegner in der Gruppe A sind die Niederlande, Irland, Indien und Südafrika. Die besten vier Teams jeder Gruppe qualifizieren sich für das Viertelfinale. Am 6. August werden die Medaillen vergeben. Und mit Edelmetall möchte die Abwehrchefin des Mannheimer HC gerne wieder die Heimreise antreten.
Sie sei schon sehr, sehr euphorisch gewesen, sagt Zimmermann im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Bis Mittwoch sei sie noch beim Lehrgang des Nationalteams in Hamburg gewesen. Am Donnerstagmorgen sei dann der Anruf des Bundestrainers gekommen. „Wir wussten, dass wir einzeln angerufen werden“, erzählt die Frankenthalerin.
Glückwunsch vom Bundestrainer
Die Zeit zwischen dem Ende des Lehrgangs und dem entscheidenden Anruf sei sehr aufregend gewesen, vor allem mental. „Ich war auch ein bisschen früher wach. Die Nacht war relativ kurz“, erzählt sie. Mit Backen und Lesen habe sie sich die Zeit so gut wie möglich vertrieben. „Dann war’s 9 Uhr“, meint sie hörbar glücklich.
Glückwunsch, habe der Bundestrainer gesagt. Das Telefonat sei relativ kurz gewesen. „Da ist eine riesige Last von mir abgefallen.“ An die 100 Nachrichten habe sie bald auf dem Handy gehabt. Dieser Grad an Aufmerksamkeit sei schon cool. Sie sei jetzt auch „total hibbelig. Ich will, dass es losgeht.“
Sonja Zimmermann sieht die Nominierung als ersten Schritt an. „Und da kommen hoffentlich noch viele, die den Aufwand, den ich in den vergangenen Jahren betrieben habe, bestätigen.“ Es sei toll, dass sie wisse, dass sie das Vertrauen des Bundestrainers habe. „Das wird ein toller Sommer“, ist sie überzeugt.
Erst EM, dann Olympia
Doch zuerst muss sie bei einem anderen Turnier Gas geben und das Vertrauen des Bundestrainers rechtfertigen. Von 4. bis 13. Juni steht die Europameisterschaft in Amsterdam (Niederlande) an. „Das ist schon eine besondere Situation. Es war noch nie der Fall, dass EM und Olympische Spiele in einem Monat Abstand stattfinden.“ Das Turnier in den Niederlanden könne eine große Chance sein, da man sich auch dort mit den besten Teams der Welt messen müsse, erläutert Zimmermann. „Da wäre es nicht klug, Körner sparen zu wollen.“ Gegner der Deutschen in der Vorrundengruppe B sind Belgien, England und Italien.
Ein bisschen Bammel vor Verletzungen habe sie schon, räumt Zimmermann ein. „Das würde gerade noch fehlen, dass ich irgendwo unglücklich ausrutsche.“ Sie werde bei der Europameisterschaft aber natürlich 200 Prozent geben.
Lehrgang in Valencia
Nach den kontinentalen Titelkämpfen habe sie ein paar Tage Pause. „Vielleicht reicht es ja für einen kurzen Urlaub.“ Dann stehe ein Vorbereitungslehrgang im spanischen Valencia auf dem Programm. „Und Mitte Juli geht’s schon zu den Olympischen Spielen.“ Eine Liste mit Dingen, die sie mitbringen soll, habe sie von der Familie und den Freunden noch nicht bekommen. „Ich habe aber öfter geschrieben bekommen, dass ich eine Medaille mitbringen soll“, erzählt sie. Und das deckt sich doch mit ihren Vorstellungen.