Frankenthal
Frankenthal: Kritik an neuer Bushaltestelle in Flomersheimer Straße
Schafft man mit einer geplanten Bushaltestelle in der Flomersheimer Straße eine neue Gefahrenstelle für Radfahrer? Das befürchtet der Eppsteiner Martin Hirsch und fordert, den Ausbau zu stoppen. Die Verwaltung hält den Standort der Haltestelle dagegen für regelkonform.
Die Bushaltestellen sind westlich der Bahnüberführung auf beiden Seiten der Flomersheimer Straße vorgesehen – markiert mitten im Schutzstreifen für Radfahrer. Während sich Bürger um die Verkehrssicherheit der Schulkinder sorgen und von einer gefährlichen Fehlplanung sprechen, verteidigt die Verwaltung den Standort und verweist auf die vom Stadtrat im August 2018 beschlossene Buslinie zum Gewerbegebiet „Am Römig“ und weiter nach Ruchheim mit Anschluss an die Rhein-Haardt-Bahn.
„Radfahrer werden auf Autospur wechseln“
„Die meisten Radfahrer werden den stehenden Bus überholen und vom Schutzstreifen auf die Fahrspur der Autos wechseln“, befürchtet RHEINPFALZ-Leser Martin Hirsch. Dadurch entstünden gefährliche Situationen, da die Straße besonders morgens sehr stark befahren sei. Auch auf dem Rückweg in Richtung Flomersheim/Eppstein werde es riskant, da die Radfahrer mit hoher Geschwindigkeit die Brücke herunterkämen und sich dem stehenden Bus näherten.
Hirsch kann nicht verstehen, dass die stark frequentierte Flomersheimer Straße gleich in beide Richtungen mit Bushaltestellen blockiert werde. Er sieht darin einen Widerspruch zu dem auf der städtischen Internetseite propagierten „fahrradfreundlichen Frankenthal.“ Wenn in dem 14-Punkte-Plan ernsthaft davon die Rede sei, den Radverkehr sicherer zu machen und die Risikobereiche zu entschärfen, habe die Verwaltung noch viel Handlungsbedarf. Martin Hirsch, der in Eppstein wohnt und schulpflichtige Kinder hat, hält es für dringend geboten, die geplante Bushaltestelle im Interesse der Radfahrer noch einmal zu überdenken.
Verwaltung: Entspricht Richtlinien
„Die Einrichtung einer Bushaltestelle im Bereich eines Schutzstreifens für den Radverkehr ist konform mit den Empfehlungen für Anlagen des öffentlichen Personennahverkehrs der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrwesen“, teilte Xenia Schandin, Pressesprecherin der Stadtverwaltung, auf RHEINPFALZ-Anfrage mit. Der Schutzstreifen werde gemäß der in der Praxis als bindend angesehenen Richtlinien im Bereich der Bushaltestelle unterbrochen. Zum Schutz der Radfahrer vor überholendem Gegenverkehr würden auch Leitschwellen mit Reflektoren angebracht.
Mit LBM, Polizei und Verkehrsbehörde abgestimmt
Von Verwaltungsseite wird auf ein unabhängiges Gutachten verwiesen, das die Machbarkeit überprüft habe. Die Planung, so die Pressestelle, sei sowohl mit der Straßenverkehrsbehörde als auch mit der Polizei und dem Landesbetrieb Mobilität abgestimmt worden. Die neue Bushaltestelle Goethestraße diene der Erschließung von Teilen der Carl-Bosch-Siedlung und von Lauterecken. Im Endausbauzustand werde die Buslinie ab Sommer 2020 im 30-Minuten-Takt verkehren. „Die vorhandene Haltestelle im Carl-Bosch-Ring wird nicht genutzt, da es nicht zeitgemäß ist, Buslinien so zu planen, dass man diese für die Bedienung einer Haltestelle aus der Hauptstraße in die Nebenstraße und wieder zurückführt“, argumentiert die Verwaltung.
Auch müsse bedacht werden, dass eine Ausweitung des öffentlichen Personennahverkehrs (und auch des Radverkehrs) mit Veränderungen einhergehe. „Es handelt sich immer um ein Abwägen von Interessen, Chancen und Risiken“, führt Xenia Schandin aus. Die Situation an der neuen Bushaltestelle werde genau beobachtet, kontrolliert und bei Bedarf nachgebessert.
Kritiker-Forderung: Stadtrat soll abstimmen
Inzwischen hat sich Martin Hirsch in einem Brief an den Oberbürgermeister gewandt und ihn gebeten, den weiteren Ausbau der Bushaltestellen zu stoppen und eine Entscheidung des Stadtrats herbeizuführen.