Frankenthal
Frankenthal: „Energiefamilie“ wächst zusammen
Die Zahlen der Stadtwerke-Bilanz 2017 bewegen sich nahezu auf dem Niveau der Vorjahre. Insofern ist für Geschäftsführer Thomas Bollheimer auch mit Blick auf die Zukunft des kommunalen Versorgers die wichtigste Nachricht eine andere: die Netzkonzession für die Gemeindewerke Bobenheim-Roxheim mit einer Laufzeit von 20 Jahren.
„Das ist ein weiterer wichtiger Schritt für das Zusammenwachsen unserer kleinen Energiefamilie in der Region“, ordnet Thomas Bollheimer ein, was die intensivere Zusammenarbeit mit Bobenheim-Roxheim für die Stadtwerke strategisch bedeutet. Mit dem Zuschlag für die auf 20 Jahre vergebene Netzkonzession sei ein „anstrengendes Verfahren erfolgreich abgeschlossen worden“, sagt der Geschäftsführer sichtlich zufrieden. Die Verflechtung mit den Gemeindewerken der Nachbarkommune werde noch enger als bisher schon. Der Hintergrund: Der Frankenthaler Versorger hat die Betriebsführerschaft für Bobenheim-Roxheim und hält auch 27 Prozent an den Gemeindewerken. Der nun vollzogene Schritt beinhaltet zusätzlich das Anpachten der Netze. „Das macht die Arbeit effizienter“, sagt Bollheimer. Der Stadtwerkechef will an dem Kurs insgesamt festhalten und dabei Ausschau halten, ob sich in der Region noch weitere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit ergeben. Unverändert ist das Unternehmen Betriebsführer der Elektrizitätsgenossenschaft Dirmstein und beim E-Werk Gerolsheim. In seinem Kerngebiet – Stadt Frankenthal, die Orte der früheren Verbandsgemeinde Heßheim und Bobenheim-Roxheim – versorgen die Stadtwerke die Bürger mit Gas, Wasser und Strom. Thomas Bollheimers Fazit des vergangenen Geschäftsjahrs, für das die Bilanz wegen der frühen Sommerferien erst jetzt durch die zuständigen Gremien abgesegnet worden ist: „Der Wettbewerb hat sich deutlich verschärft. Da wollen wir voll dagegenhalten“, betont er. Das von 4,3 Millionen Euro (2016) auf rund vier Millionen Euro gesunkene Jahresergebnis könne sich „schon noch sehen lassen“. Gleichwohl sei inzwischen deutlich spürbar, dass nicht mehr nur beim Vertrieb, sondern auch im Bereich Netze seitens der Bundesnetzagentur ein enormer Druck auf der Branche liege. Obwohl der „Regulierer“, wie Bollheimer die Behörde nennt, vor allem die großen Energieunternehmen im Fokus habe, müssten „die Kleinen auch bluten“. Angesichts dessen bleibe auch den Stadtwerken keine Wahl, an der Effizienzschraube zu drehen, sagt der Geschäftsführer. Das größte Potenzial liege dabei in der Digitalisierung und dem Angebot an die Kunden, alles auch online erledigen zu können. Auf keinen Fall wolle man beim Service aber rein auf die digitale Schiene setzen. „Die Stadtwerke müssen sich weiterhin noch allen ihren Kunden verpflichtet fühlen“, unterstreicht Bürgermeister Andreas Schwarz (SPD) als Vorsitzender des Aufsichtsrats. „So wollen wir auch wahrgenommen werden“, ergänzt Bollheimer. Über die Stadt und die Gemeinden „gehörten“ 70 Prozent des Unternehmens den Bürgern Frankenthals und der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim, unterstreicht Bollheimer. Dieses Selbstverständnis wiederum sei mit dem Prinzip verknüpft, dass der Stadtwerke-Gewinn im Wesentlichen im Wirtschaftskreislauf der Region bleibe. In Kürze wolle man eine Standortanalyse vorlegen, die sich genau mit diesen örtlichen Verflechtungen beschäftige, kündigt Schwarz an. Gemeint sind damit etwa Effekte am Arbeitsmarkt in der Region. Auch deshalb könnten sich die Stammkunden darauf verlassen, dass die Stadtwerke ihnen kontinuierlich gute Angebote machten, sagt der Geschäftsführer. Als Beispiel nennt Bollheimer die Tarife mit zweijähriger Preisgarantie etwa beim Strom. „Damit sind viele sehr gut gefahren.“