Frankenthal
Eppstein: TSV und DJK sprechen über Kooperation
Der letzte Tagesordnungspunkt hätte es früher in sich gehabt – zu strikt war in Eppstein die Trennung in DJKler und TSVler. In beiden Vereinen gab es Mitglieder, die ein Zusammenrücken ablehnten oder unerfüllbare Forderungen aufstellten. Nun hat der TSV-Vorstand die Zustimmung seiner Mitglieder, mit dem Nachbarverein auszuloten, in welchen Bereichen Zusammenarbeit möglich ist. Die Vorortkerwe wurde genannt, die ein einzelner Verein kaum stemmen könne. Andere Veranstaltungen, beispielsweise in der Fasnachtszeit, gehörten ebenfalls dazu. Ein Kooperieren im Breitensport oder bei einzelnen Sportkursen sei sicher unproblematisch, lauteten einige Stimmen.
Andere mahnten zur Vorsicht: Vertrauen müsse entstehen, dass kein Verein vom anderen über den Tisch gezogen werde. Es müsse ja nicht gleich von Fusion gesprochen werden. In der Diskussion wurde angesprochen, dass die DJK eine Anfrage zur Bildung einer Spielgemeinschaft im Fußball gestellt hat. Das muss bei den TSV-Fußballern für Aufregung gesorgt haben. Die Fußballabteilungen zusammenzubringen, das sei sicher der schwierigste Punkt, meinte Kathrin Hinkel. „Derzeit gibt es dazu nichts Neues zu berichten“, meinte Eric Naßhan, Sportlicher Leiter Fußball.
Klodt lobt Initiative
Der langjährige Vorsitzende Gerhard Sauvage, inzwischen stellvertretender Vereinschef, warb für die Gespräche: „Die Zeit ist reif.“ Eine engere Zusammenarbeit sei auch gut für die Dorfgemeinschaft. Er prophezeite, dass es für beide Vereine schwer werde, jeweils für sich zu überleben. In den 1990er-Jahren seien die Verantwortlichen schon einmal sehr weit gewesen, doch damals sei das Projekt an „Sturköpfen“ gescheitert. Ortsvorsteher Uwe Klodt (SPD) fand die Initiative gut. Er warnte: „Es darf keinen Verlierer geben.“ Es sei wichtig, dass damit begonnen werde zu reden. Gegenstimmen zur Aufnahme von Gesprächen gab es nicht.
In seinem Bericht betonte Sauvage, dass es eine große Aufgabe sei, das Vereinseigentum zu pflegen. Viele Stunden seien 2019 in den Erhalt des Vereinsheims geflossen. Nachdem im März mit Hilfe von Ordnungsamt und Polizei der Wirt vor die Tür gesetzt worden und die Gaststätte geschlossen gewesen sei, hätten Vereinsmitglieder das Lokal renoviert. Rund 20.000 Euro investierte der Verein hierfür. Der geschasste Wirt habe einen unmöglichen Umgang mit Gästen gepflegt, sagte Sauvage.
Fehlende Einnahmen
Aufgrund von Corona und ausfallender Veranstaltungen wie Kerwe und Strohhutfest fehle dem Verein 2020 sicher ein fünfstelliger Betrag auf der Einnahmeseite, skizzierte Sauvage die schwierige Situation. Sparen konnte der Verein laut Markus Rittmann (Finanzausschuss), weil das Dach des Vereinsheims nicht erneuert, sondern nur repariert wurde. Es sei jetzt dicht. Gespart wurde laut Schatzmeisterin Anke Maischein, weil seit März keine Übungsleitervergütungen gezahlt werden mussten. Rund 19.000 Euro seien in den Sanitärbereich der Umkleiden geflossen. 2019 hatte der TSV laut Maischein Einnahmen von rund 114.000 Euro und Ausgaben von circa 124.000 Euro.
Das Hygienekonzept macht den Badmintonspielern laut Carsten Wegner mit Blick auf die bevorstehende Saison Kopfweh. Die Abteilung habe einen Aderlass zu verkraften. Trotzdem seien vier Mannschaften gemeldet worden. Personell werde es somit ebenfalls eine Herausforderung. Das 2020 ausgefallene Länderspiel in Frankenthal soll nach derzeitigem Stand im ersten Quartal 2021 nachgeholt werden. Das Hygienekonzept macht den Breitensportlern, insbesondere den Kinderturngruppen, ebenfalls Schwierigkeiten. Einige Auflagen seien nicht sinnvoll, hieß es. Bei den Fußballern soll die erste Mannschaft laut Eric Naßhan verjüngt werden. Ein erstes Zeichen für den Umbruch sei der Trainerwechsel zu Patrick Maginot.