Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Eppstein: Besonderer Glühwein beim Adventsmarkt

Mit Glühwein kennt er sich aus: Winfried Rogel am offenen Feuer in Aktion. Das Rezept für die genaue Mischung, die am Sonntag in
Mit Glühwein kennt er sich aus: Winfried Rogel am offenen Feuer in Aktion. Das Rezept für die genaue Mischung, die am Sonntag in Eppstein ausgeschenkt wird, hält er geheim. Archivfoto: BOLTE

Einmal im Jahr haben die Eppsteiner Gelegenheit, einen Becher vom „Zaubertrank“ direkt aus dem Kessel über dem Holzfeuer zu bekommen. Von Anfang an zeichnet Winfried Rogel für den Glühwein beim Adventsnachmittag verantwortlich, der immer am zweiten Adventssonntag auf dem Neuköllner Platz stattfindet.

Kurz nach der Jahrtausendwende begannen die Eppsteiner damit, ihren eigenen Adventsnachmittag zu gestalten – anfangs noch auf dem Schulhof, später auf dem Platz an den beiden Ortskirchen. Kein kommerzieller Trubel, ein sonntäglicher Treffpunkt für die Vorortgemeinschaft soll es sein. Mit dieser Veranstaltung haben die Eppsteiner ihre Weihnachtsbeleuchtung in der Dürkheimer Straße und auf dem Neuköllner Platz finanziert. Vom Start weg sorgte das offene Feuer für Stimmung. Zuerst wurde der Glühwein darüber warm gemacht, später wurden auch Waffeln über dem Holzfeuer gebacken.

Anpacken für die Gemeinschaft

Winfried Rogel ist keiner, der sich lange bitten lässt, wenn es heißt, für die Gemeinschaft anzupacken. Seine vier Kinder bescherten ihm einige Aufgaben in den Bildungseinrichtungen im Vorort und in der Stadt. Elternbeirat im Kindergarten, Schulelternbeirat in der Grundschule, Schulelternbeiratssprecher in der Schiller-Realschule plus, Mitglied im Schulträgerausschuss ist er, dazu Kassenwart bei den Siedlern in Eppstein und im Ortskartell. Für außerschulische Lernprojekte der Grundschule wird er, der quasi als Selbstversorger lebt, gerne angefragt. Auf seinem Acker erntet er mit den Kindern seltene Kartoffelsorten und kocht eine Kartoffelsuppe. Das macht ihm Spaß.

Die Idee, den Glühwein auf dem offenen Feuer heiß zu machen, sei wohl in einer Ortskartellsitzung geboren worden, meint der 55-Jährige. Heute brennt das Feuer vor allem der Atmosphäre wegen. Denn Eppstein hat seine Adventsveranstaltung inzwischen auf drei Stunden verkürzt. Und was machen die Eppsteiner? Sie trinken schneller. Rund 1000 Tassen Heißgetränk wandern aus dem Kessel in die Tassen der Besucher, etwa 700 Tassen Glühwein, circa 300 Tassen Punsch. Eine ordentliche Steigerung im Vergleich zu den Anfangsjahren. „Das alles in dieser Zeit über dem offenen Feuer heiß zu machen, das wäre nicht mehr zu leisten“, sagt Rogel.

Lemberger als Basis

Was in den Zauberkessel kommt, wurde von Winfried Rogel im Laufe der Zeit verfeinert. War es anfangs noch Fertigglühwein, so kauft er heute den Wein beim Winzer und er kocht die Gewürze vorher aus. Sein Geheimrezept verrät er nicht – das bleibt unter dem Deckel des Kochtopfs. Nur so viel: Die Grundsubstanz ist in diesem Jahr nicht der Dornfelder, sondern Lemberger, ohne Zusätze, ohne Süßreserven hergestellt, mit weniger Zucker. Auch der Punsch ist Marke Eigenrezept – Saft, Tee und eine Gewürzmischung.

Und noch etwas ist Rogel wichtig: Da es ein Nachmittag für die Gemeinschaft ist, ist das Heißgetränk günstig. Am Tag vor dem Adventsnachmittag und am Tag danach ist Rogel komplett mit der Aktion beschäftigt, doch die Vorbereitung beginnt weit früher. Und nicht nur für ihn: „Die Familie wird mit eingespannt.“

„An einer Obergrenze“

Sein Lohn sind nach eigener Aussage die positiven Rückmeldungen, die er seit Jahren erhält. Wenn ihn Leute in Eppstein und außerhalb der Vorortgrenzen auf seinen Glühwein ansprechen und sagen, dass sie sich schon wieder darauf freuen, dann freut auch er sich. Weitere Steigerungen, was den Absatz betrifft, sind nicht geplant: „Ich denke, wir sind an einer Obergrenze.“

Und wie schaltet Winfried Rogel am Sonntagabend nach dem Adventsmarkt ab, wenn alle Utensilien in seinem Bus verstaut sind? „Ich trinke in aller Ruhe zu Hause eine Tasse Glühwein.“ Auf dem Adventsmarkt komme er ja nicht dazu.

PROGRAMM

Der Eppsteiner Adventsnachmittag beginnt am Sonntag um 15 Uhr. Kindergarten und Schule sind mit einem Stand vertreten, Christbäume können erworben werden. Laut Ortsvorsteher Uwe Klodt (SPD) werden drei, vier weitere Beschicker auf dem Neuköllner Platz vertreten sein. Im Feuerwehrgerätehaus gibt es Kaffee und Kuchen. Jedes Mitglied im Ortskartell muss dafür backen. Um 15.30 Uhr treten die Kinder von Grundschule und Kindergarten auf, danach kommt der Nikolaus. Ab 17 Uhr spielen die Bläser des GMV Lambsheim auf. Schon jetzt weist das Ortskartell auf den zweiten Weihnachtsbaumweitwurfwettbewerb auf dem Neuköllner Platz am 11. Januar hin.

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