Frankenthal Endstation Halbfinale
BÖHL-IGGELHEIM. Gegen die zwei Klassen höher spielende TSG Friesenheim hatten die Damen des SC Bobenheim-Roxheim gestern im Halbfinale des Verbandspokals des Pfälzer Handballverbands in Böhl-Iggelheim klar mit 14:29 (7:14) das Nachsehen. Die Außenseiterinnen traten stark ersatzgeschwächt an.
Vor dem Spiel war der Breth-Sieben die Nervosität kaum anzumerken. Die Rollen waren klar verteilt. Dass der Außenseiter gleich auf mehrere Stammspielerinnen verzichten musste, kommentierte SC-Trainer Heiko Breth vor dem Anpfiff in der mit rund 100 Zuschauern gut gefüllten Wahagnies-Halle so: „Schauen wir mal, was geht.“ Dass die Friesenheimerinnen die Begrüßung der SC-Damen („Feuer frei“) wörtlich nehmen würden, hatten die Bobenheim-Roxheimerinnen sicher nicht erwartet. Trotz einiger Unkonzentriertheiten gelang es dem Verbandsligisten zunächst, die Partie offen zu gestalten. Nach fünf Spielminuten stand es 3:3. Die Abwehr des Sportclubs war präsent, erlaubte es dem Oberligisten jedoch, Tore über seine Kreisläuferin zu erzielen. Im Angriff machte sich bei Bobenheim-Roxheim das Fehlen der Stammspielerinnen deutlich bemerkbar. Breth musste improvisieren. Die beiden Außenpositionen besetzte er in der Not mit Rückraumspielerinnen. Nach acht Minuten lag der SC erstmals zwei Treffer zurück, ein echter Klassenunterschied war aber immer noch nicht zu erkennen. Auch als es nach der Anfangsviertelstunde bereits 3:8 stand, steckte der Außenseiter den Kopf nicht in den Sand und kämpfte sich über 5:9 und 6:9 wieder heran. Allerdings machte es die kompakt stehende Abwehr der TSG Friesenheim dem Sportclub schwer nachzulegen, sodass der Favorit zur Pause auf 7:14 davonziehen konnte. Da machten sich auch die fehlenden Alternativen auf der Bank bemerkbar; nicht wenige SC-Spielerinnen mussten über die vollen 30 Minuten gehen. Der gut aufgelegten Keeperin Carmen Stephan war es zu verdanken, dass die Breth-Sieben zur Halbzeit nicht noch weiter zurücklag. Nach dem Seitenwechsel zogen die Eulen rasch auf zehn Tore davon. Sie schienen ihren Vorsprung dann verwalten zu wollen. Kurzzeitig wirkte es auch so, als ob sich der Sportclub mit der hohen Niederlage abgefunden hätte. Die Bobenheim-Roxheimer Abwehr agierte merklich unkonzentrierter. Die letzten Minuten gehörten dann aber dem Sportclub, der sich mit aller Macht gegen den 30. Gegentreffer wehrte. Heiko Breth wusste die Niederlage einzuordnen: „Der Sieg für Friesenheim geht in Ordnung, die TSG war klar besser. Schade nur, dass wir nicht komplett waren. Mit allen Spielerinnen an Bord wäre es bestimmt deutlich enger geworden.“ Der SC-Coach freute sich über das Erreichen des Final-Four-Turniers. Auch bei der zweiten Keeperin Martina Held überwog die Freude: „Das war schon stark, dass wir das geschafft haben. Es ist fraglich, ob uns das so schnell noch einmal gelingt.“ Sie sei auf jeden Fall bereit, meinte die reaktivierte Spielerin. „So lange sie mich brauchen können, bleibe ich dabei.“ Nicht wenige im SC-Lager machten sich danach noch auf den Weg zum Finale nach Haßloch. Dort unterlag Oberligist TSG Friesenheim klar mit 19:27 der SG Ottersheim/Bellheim/Zeiskam. Der Pokalsieger hatte mittags im zweiten Halbfinale die VTV Mundenheim besiegt. So spielten sie SC Bobenheim-Roxheim: Held, Stephan - Menger (5), Schaf (4/3), Freya Bäumlisberger (2), Neumann, Cindy Höchst, Neumann (alle 1), Daut, Reber, Anna Bäumlisberger, Nathalie Höchst, Mehrhof, Loebbert - Zuschauer: 100 - Schiedsrichter: Spies/Transier.