Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eine gute Halbzeit ist zu wenig für die HSG Eckbachtal

Lars Reber (HSG Eckbachtal) hebt ab.
Lars Reber (HSG Eckbachtal) hebt ab.

Oberligist HSG Eckbachtal ist bei den VTV Mundenheim ohne jede Chance.

Früh deutete sich die 26:35 (6:12)-Schlappe für die gebeutelten Eckbachtaler Gekkos an. HSG-Trainer Thorsten Koch musste viel improvisieren, so zog er mit Marcel Brüggemann und Jona Rogawski zwei Spieler aus der zweiten Garnitur hoch, zudem agierte Sven Dopp auf der rechten Außenposition, der gelernte Kreisläufer spielte zuletzt meist im Rückraum.

Vor der Partie zeigte sich VTV-Trainer Steffen Schneider noch etwas vorsichtig, „Ich bin der Meinung, sie verkaufen sich aktuell etwas unter Wert. Sicher ist das auch den vielen Ausfällen geschuldet, mit denen Thorsten auskommen muss. So verlief die Vorbereitung auch nicht ganz optimal, denn Videoanalysen waren kaum möglich, agieren sie doch fast von Woche zu Woche mit einem anderen Kader.“

Abwehr zu passiv

Die Gekkos begannen mit einer 6:0-Abwehr, doch zu Beginn des Spiels agierte diese zu passiv, dies nutzten die favorisierten Gastgeber zur frühen 5:1-Führung (6.). Die HSG hatte Chancen, ging aber fahrlässig damit um. VTV-Torhüter Nico Klein durfte sich gar mit einer Doppelparade auszeichnen. Erst verpasste Simon Müsel, dann brachte Adrian Rampp den Abpraller nicht im VTV-Gehäuse unter. Dennoch machten beide ein vernünftiges Spiel und bewiesen mehrfach ihre Treffsicherheit. So kam Müsel auf vier und Rampp am Ende auf drei Tore.

Erfolgreicher Zwischenspurt

Der Kampfgeist der Gekkos war intakt. im Angriff zeigten sich das Schlusslicht nun ebenfalls mit mehr Willen und so gelang es einen 6:12-Rückstand mit dem Pausenpfiff, durch einen Gewaltwurf mit der Schlusssirene durch Philipp Schloss auf 14:16 zu stellen. Tolle Aktionen und ein sehr gutes Spiel zeigte in der ersten Spielhälfte auch Lars Reber, der bis zu seinem Ausfall ebenfalls bereits drei Treffer beisteuerte. Reber hatte in der Abwehr mit einem angreifenden Mundenheimer Rückraumspieler Kopfkontakt und fiel zu Boden. In der zweiten Hälfte konnte er mit Verdacht auf einer Gehirnerschütterung nicht mehr eingesetzt werden, sein Einsatz kommende Woche im Duell gegen die HSG Worms ebenso fraglich wie der einiger anderer Spieler der Gekkos.

Doch der Halbzeitpfiff schien für die Gekkos zum falschen Zeitpunkt zu kommen, denn während sie jetzt im Spiel waren, zeigte der Spitzenreiter etwas Schwächen. Dies allerdings auch der Tatsache geschuldet, dass die Gastgeber nun einen Gang zurückschalteten. Doch mit dem Wiederanpfiff zogen die VTV stetig davon. Im Hinblick auf das Kellerduell gegen Worms machen das gute Spielphasen gegen die VTV und die Leistung von Torhüter Rouven Hahn Hoffnung. Hahn zog den Angreifern der Gastgeber mit seinen Paraden mehrfach den Zahn, im Duell gegen die beiden Torhüter der Hornissen setzte er sich ebenfalls durch.

Technische Fehler abstellen

Doch gegen Worms sollte dann schon ein Rädchen ins andere greifen. Die vielen technischen Fehler, die sich die Gekkos noch immer leisten, müssen endlich abgestellt werden, zudem sollten sie sich etwas in Sachen Körpersprache bei den Hornissen abgeschaut haben, denn noch agiert die Hintermannschaft zu brav und zu passiv. Erfreulich war aber, dass die HSG-Spieler sich bis zum Schlusspfiff nicht aufgaben.

„In den ersten zehn Minuten zeigten wir zu viel Respekt und da sind sie davongezogen, da nahm unser Schicksal quasi schon seinen Lauf. Aber toll von meiner Mannschaft, dass sie sich dann hat nicht abschlachten lassen. Gefühlt haben wir auch in der zweiten Hälfte einiges richtig gemacht, doch zu oft suchten die Angreifer ihren Nebenmann, anstatt selbst draufzugehen um dann zum Kreis abzulegen“, resümierte Koch.

2000 Euro für „Enno“

Ein toller Erfolg war die Spendenaktion, die beide Verein für ihren ehemaligen Spieler Enno Leuchtenberg organisiert hatten, der mit den schweren Folgen einer Coronainfektion kämpft. Die VTV verzichtete ebenso wie die zuvor in derselben Halle spielende Hockeymannschaft des TFC Ludwigshafen bei ihrem Spiel gegen TSV Schott Mainz auf die Eintrittsgelder und stellten stattdessen eine Spendenkasse für „Enno“ auf, so kamen etwa 2000 Euro zusammen. Bei den Eckbachtalern läuft aktuell noch eine Sammelaktion, Stand gestern waren 1200 Euro zusammengekommen.

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