Dirmstein
Dirmsteiner Weinrast feiert Jubiläum – und bleibt bei vier Euro pro Schorle
Vor zehn Jahren hat Christel Schwarm unter Mithilfe des Kulturvereins St. Michael die Initiative Heimatfreunde gegründet und die Dirmsteiner Weinrast ins Leben gerufen. Warum soll dort nicht das funktionieren, was an der Weinstraße an den Wochenenden für guten Zuspruch sorgt, so die Überlegung. Der damalige Gemeinderat und Ortsbürgermeister Bernd Eberle (FWG) waren schnell überzeugt von der Idee, die dem Tourismus dient und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Dirmsteiner stärken sollte. Denn die Bewirtung übernimmt jedes Wochenende ein anderer Verein.
„Anfangs war das gar nicht so einfach“, erinnert sich Christel Schwarm. Mittlerweile konkurrieren die Vereine um die begehrten Sonntagstermine von Ende März bis Ende Oktober. Zwischen 80 und 100 Besucher treffen sich dann bei Wein, Saftschorle und Brezeln, um sich zu unterhalten. Nachdem die Weinrast im Dorf so gut angenommen wird, gibt es inzwischen auch dreimal im Winterhalbjahr einen Glühweintreff am Pavillon. „Der Erlös aus diesen Treffs kommt der Kerwe und dem Weihnachtsmarkt zugute“, erklärt Anni Männchen, die Vorsitzende des Kulturvereins. Zu den anfangs 13 Ausrichtern sind laut diesjährigem Kalender 15 weitere hinzugekommen.
Das Wetter sorgt für leere Bänke
Mit nur rund 20 Gästen gegen 15 Uhr fällt der Saisonauftakt am Sonntag wetterbedingt eher schwach aus, etliche Stehtische und Bierbänke bleiben leer. Erstmals dabei ist Familie Baqué aus Studernheim. „Wir hatten den Termin seit Tagen im Kalender“, verrät Manuel Baqué, „es ist super nett hier.“
Diesmal sind sie nur Gäste, aber am 19. Juli werden sie mit den Motorradfreunden als Ausrichter aktiv sein: Rainer und Sandra Winkler. Für sie war klar, dass sie den zehnten Geburtstag der Weinrast mitfeiern.
Zu den Stammgästen gehören drei ältere Herren, die es sich auf der gespendeten Rentnerbank mit Schorle gemütlich gemacht haben. „Wenn die do sin, is es geritzt“, sagt Christel Schwarm aus Erfahrung – so auch am Sonntag. Einer der Senioren ist mit seinem Elektrogefährt aus Großkarlbach gekommen und bestätigt die Einschätzung von Anni Männchen: „Die Weinrast ist ein aktiver Beitrag gegen Einsamkeit. Hier findet jeder sofort Anschluss und kann bei netten Gesprächen einen schönen Sonntagnachmittag verbringen.“
Preislich will man sich abheben
Offiziell geht die Weinrast von 14 bis 18 Uhr, doch häufig bleiben die Besucher länger in geselliger Runde zusammen – so wie man es von den bekannten Treffpunkten zwischen Bockenheim und Schweigen kennt. Preislich möchte sich Dirmstein dabei bewusst abheben: „Bei uns kostet die Weinschorle noch vier Euro“, betont Christel Schwarm.
Zu sechst stehen die Helfer von den Heimatfreunden am Sonntag hinter dem Tresen. Inzwischen sei das bei den Vereinen eine eingespielte Sache: Man treffe sich meist gegen 13 Uhr, um die Bänke und Tische aus dem alten Gefängnis hinauszutragen und aufzustellen. An diesem kalten Sonntag ist jedoch schon gegen 17.30 Uhr Schluss.
Der Kulturverein St. Michael, dessen stellvertretende Vorsitzende Christel Schwarm ist, feiert im Mai sein 30-jähriges Bestehen. Dann wird laut Vorstand auch eine weitere Einrichtung gewürdigt, die zehn Jahre alt ist: das gemeinsam mit dem Umweltverein Alte Sandkaut renovierte Gartenhaus am Jesuitenhofgarten.