Frankenthal CDU und Linke im Süden stark

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Der Frankenthaler Süden bleibt eine CDU-Hochburg, aber auch die Linke hat hier bei der Stadtratswahl stark abgeschnitten. Das zeigt der Blick auf die Ergebnisse der einzelnen Stimmbezirke, die die Verwaltung gestern veröffentlicht hat. Für den Absturz der FDP steht symbolisch das schwächste Einzelergebnis überhaupt: 0,1 Prozent im Stimmbezirk 2021 (Grundschule Mörsch).

Ein Thema machte in den letzten Wochen Schlagzeilen: die Debatte über eine mögliche Unterbringung von Flüchtlingen in der Eulenburg – und der Widerstand der Freien Wähler dagegen. Die angrenzenden Straßen gehören zum Stimmbezirk 1131 (Schiller-Realschule). Vergleicht man das Ergebnis dort mit 2009, sieht man leichte Verschiebungen, die aber keine eindeutigen Schlussfolgerungen erlauben. Die FWG legte in diesem Bezirk um drei Punkte auf 13 Prozent zu. CDU (39 Prozent, minus fünf Punkte), Grüne (9,6 Prozent, minus 3,6) und Liberale (2,9 Prozent, minus 4,8) verloren an Boden. Die SPD blieb mit 25,6 Prozent stabil. Die Linke, die sich gegen die FWG-Parolen positioniert hatte, holte aus dem Stand 10,0 Prozent. Viele Einzelergebnisse stehen bei der Wahl 2014 für Beständigkeit. Das gilt sogar für das Top-Ergebnis: 71,4 Prozent Zustimmung für die CDU im Bezirk 1246 (Kita Hans-Holbein-Straße) entsprechen exakt dem Rekordwert von 2009. Hervorragend steht die Union auch in den Bezirken 1238 (Neumayerschule) mit 65,9 und 1237 (Friedrich-Ebert-Schule) mit 61,4 Prozent da. Stoff für Debatten könnten Verschiebungen in südlichen Stadtbezirken liefern: Im Wahlbezirk 1233 (Neumayerschule) landete die CDU mit einem Verlust von 9,6 Punkten bei 44,3 Prozent, im Bezirk 1245 (Kita Jean-Ganss-Straße) büßte sie 12,7 Punkte ein; Anteil nun noch: 45,7 Prozent. In beiden Bezirken schnitt die Linke, die stark auf soziale Themen setzte, auffällig gut ab: Im erstgenannten Bezirk schaffte sie mit 16,5 Prozent ihr Spitzenergebnis, im zweiten holte sie 11,1 Prozent. Im Süden liegen weitere Hochburgen der Linken: die Bezirke 1240/Friedrich-Ebert-Schule (11,5 Prozent) und 1239/Kita Jean-Ganss-Straße (11,4 Prozent). Mit 43,5 Prozent Zustimmung bleibt der Mörscher Bezirk 2021 die SPD-Hochburg. Um die 35 Prozent liegt die Partei in den Bezirken Eppstein, Studernheim, Lessingschule und Robert-Schuman-Schule. Am schwächsten bleibt sie da, wo die CDU auftrumpfen kann: Im Bezirk 1246 (Hans-Holbein-Schule) haben nur zehn Prozent der Wähler SPD angekreuzt. Verluste von mehr als zehn Punkten treffen die Sozialdemokraten in Mörsch (Bezirk 2023) und in der Andreas-Albert-Schule (1314). Im ersten Bezirk gewinnt die CDU deutlich hinzu, im zweiten holt die Linke 9,3 Prozent. Viel Kontinuität zeigt sich bei den Freien Wählern: Im Wohnbezirk des Ehepaars Ingrid und Carl Hezel, das das Erscheinungsbild der FWG stark prägt, holten sie mit 23,9 Prozent wieder ihr Spitzenergebnis. Das zweitbeste ist das im Bezirk 1222 (Robert-Schuman-Schule): 16,7 Prozent. Aber auch das schwächste FWG-Resultat wurde in dieser Schule ermittelt: 3,1 Prozent im Bezirk 1144. Dort schafften andererseits die Grünen mit 15 Prozent ihr Top-Ergebnis. In Flomersheim, Heimat von Fraktionssprecher Gerhard Bruder, musste die Öko-Partei auch bei der Stadtratswahl Federn lassen: Im Bezirk 4110 gewann sie noch 14,4 Prozent (minus 4,2 Punkte), im Bezirk 4111 12,1 Prozent (minus 6,1). Nirgends mehr gibt es noch zweistellige FDP-Ergebnisse wie 2009. 8,2 Prozent im Bezirk 1323 (Andreas-Albert-Schule) sind eine herausragende Ausnahme; in mehreren Bezirken blieben die Liberalen sogar unter einem Prozent. Dass Personen oft mehr zählen als Parteifarben, zeigt sich besonders wieder in den Vororten, vor allem in Studernheim: Entschieden sich hier bei der Ortsbeiratswahl 50,8 Prozent für die SPD, waren es bei der Stadtratswahl nur noch 33,2 Prozent. Spiegelbildlich der Effekt bei der CDU: 46,2 Prozent holte sie bei der Stadtratswahl, nur 32 Prozent bei der Wahl zum Ortsbeirat. Auch dieses Mal lag die Wahlbeteiligung deutlich unter 50 Prozent. Bezieht man die abgegebenen Stimmen auf die Zahl aller Wahlberechtigten, sehen die Parteianteile deutlich weniger eindrucksvoll aus (siehe untere Grafik). Rechnet man so, dann zeigt sich, dass nur jeder fünfte Wahlberechtigte in Frankenthal für die CDU gestimmt hat und nur jeder zehnte für die SPD.

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