Frankenthal
Betreiber sagt ab: Keine Eisbahn in der Erkenbertruine
Vergangene Woche auf den geplanten Start am 15. November angesprochen, hatte Michael Jockers noch um etwas Geduld gebeten. In einer Antwortmail auf eine RHEINPFALZ-Anfrage vom Freitag hat der Betreiber der Eisbahn, die bis Januar Schlittschuhfans in die Erkenbertruine locken sollte, dann das endgültige Aus erklärt. Die Stadtverwaltung hat er nach deren eigenen Angaben am Montagmorgen über seinen Entschluss informiert.
Als Grund nennt Jockers vor allem das Wetter. Es sei zum ursprünglich geplanten Start am 1. November „alles andere als wirtschaftlich positiv gewesen“. Danach sei es bis zum dann anvisierten Eröffnungstermin im Grunde genauso weitergegangen: „mit erhöhten Temperaturen und viel Regen“. Unter diesen Bedingungen könne unter freiem Himmel kein Echteis hergestellt werden, so Jockers. „Da es in der Ruine nicht möglich ist, einfach ein Dach darüber zu bauen, und diese immer dem Wetter ausgesetzt ist, müssen wir schlussendlich auch aus wirtschaftlichen Gründen die Eislaufbahn ,Eiszauber’ 2023/24 absagen.“
Stadt bedauert Absage
Die Stadt, der damit ein Angebot wegbricht, das in der Vergangenheit nicht unwesentlich zur Attraktivität des Frankenthaler Weihnachtmarkts beigetragen hat, bedauert die „kurzfristige Absage“. Auf diese Entwicklung lasse sich „schwer so schnell und adäquat reagieren“, teilt Stadt-Pressesprecherin Xenia Schandin auf Anfrage mit. Sie betont einstweilen: „Die Absage der Eisbahn hat keine Auswirkung auf die Eröffnung des Weihnachtsmarktes am 27. November.“
Ob die Verantwortlichen im Rathaus den Schritt Jockers’ nachvollziehen können, beantwortet Schandin kurz und knapp: „Der Stadt obliegt es nicht, wirtschaftliche Überlegungen eines Gewerbetreibenden zu kommentieren.“ Tatsächlich scheint es die Frankenthaler Probleme mit dem Wetter ein paar Kilometer entfernt nicht zu geben: In Neustadt beispielsweise läuft bereits seit 3. November und noch bis 7. Januar das Kufenvergnügen. Landau eröffnet kommende Woche.
Ob es über die ungünstige Witterung hinaus weitere Gründe gibt, die zu der Absage geführt haben – bei dieser Frage hält sich die Stadt komplett bedeckt: „Wir können keine Angaben zu möglichen weiteren Gründen machen.“ Auch „aus Datenschutzgründen“, wie Schandin erklärt. Die mit der Planung des Weihnachtsmarkts und seines Programms beschäftigten Kollegen prüfen ihr zufolge, ob eine „alternative Nutzung“ der Erkenbertruine in der Kürze der Zeit möglich ist.
Neues Verfahren geplant
Auch zu der Frage, was zwischen Stadt und Eisbahn-Betreiber vereinbart ist, wenn ein Fall wie die jetzige Absage eintritt, äußert sich die Verwaltungssprecherin zurückhaltend: „Wir können zu einem Vertrag mit einem Privaten keine Angaben machen.“ Die Stadt sichere sich aber im Vorfeld durch eine „entsprechende Vertragsgestaltung“ ab.
Bleibt die Frage, wie es mit der eigentlich auf mehrere Jahre angelegten Zusammenarbeit mit Michael Jockers in Zukunft weitergehen soll. Ob und gegebenenfalls welche Folgen die Absage hat, „bedarf noch der Klärung“, teilt Schandin mit. Dass Jockers eine weitere Chance bekommt, danach klingt eine weitere Ankündigung aus dem Rathaus allerdings nicht: „Wir gehen davon aus, dass wir im Frühjahr ein neues Interessenbekundungsverfahren starten werden.“