Hallenhockey
Auch die Damen der TG Frankenthal spielen in diesem Winter nicht
Tobias Stumpf, Trainer der Hockey-Damenmannschaft der TG Frankenthal, klingt im RHEINPFALZ-Telefonat gefasst. Richtig überraschend kam die Absage der Saison auch für sein Team nicht mehr, nachdem sich bereits Erste und Zweite Bundesliga sowohl bei den Damen als auch bei den Herren in diesem Winter dem Coronavirus gebeugt hatten. „Die Saison hat bei mir seit etwa vier Wochen keine Rolle mehr gespielt“, sagt Tobias Stumpf dann auch ganz nüchtern.
Die Mannschaft habe er über die WhattsApp-Gruppe informiert. Auch die Spielerinnen hätten die Runde schon mehr oder weniger abgeschrieben gehabt. So bleiben den TG-Damen bis auf Weiteres nur die Laufeinheiten und die Trainingseinheiten über die Videoplattform Zoom. „Wir versuchen, Reize zu setzen“, sagt Stumpf.
Schwieriger als beim ersten Lockdown
Die Situation sei jetzt noch mal schwieriger, als beim ersten Lockdown im Frühjahr. „Wieder kein Sport, dazu noch die Situation in den Schulen. Das drückt schon aufs Gemüt“, sagt Stumpf.
„Der Alltag ist immer gleich. Das ist das Langweilige im Moment“, sagt Juniorennationalspielerin Marie Fischer. Sie tue sich gerade etwas schwer, sich fürs Laufen zu motivieren. Und wie geht’s dann doch? „Mit guter Musik“, sagt sie und lacht. „Und positiv denken.“ Beim Laufen bleibe dann auch nur, die Landschaft zu beobachten. „Aber die kenne ich jetzt schon.“
Ein Jahr verloren
Aus sportlicher Sicht kommt noch erschwerend hinzu, dass der Coach keine Möglichkeit hat, die guten Nachwuchsspielerinnen wie Marie Fischer, Hannah Schiller und Maja Becker an den Kader und das Niveau bei den Damen heranzuführen. „Der Jahrgang, der jetzt hochgekommen ist, hat gerade mal zwei Feldspiele bei den Damen gemacht, also quasi nichts. Wir hätten die Feldrunde gebraucht, damit sich die jungen Spielerinnen im Team etablieren können. So ist ein Jahr verloren gegangen.“
Marie Fischer findet die Absage der Hallenrunde „sehr schade. Ich hätte gerne in der Halle gespielt.“ Die Absage der Saison kam für sie allerdings nicht überraschend. Und im Hinblick darauf, dass die Ansteckungsgefahr in der Halle größer sei als draußen, sei es wohl auch besser, dass nicht in der Halle gespielt werde.
Spielpraxis fehlt
Im Feld gehe es nach dem Remis gegen den SC Frankfurt 1880 und der Niederlage gegen Hanau nur noch darum, nach unten abzusichern, meint Tobias Stumpf. Beim 0:3 in Hanau habe man gut gespielt, sei aber eiskalt ausgekontert worden. „Nur Talent reicht nicht. Man braucht auch Erfahrung und Cleverness“, betont Stumpf. Das gibt es allerdings nur mit Spielpraxis.
„In der Halle hätten wir die Möglichkeit gehabt, in die Erste Regionalliga aufzusteigen. Jetzt müssen wir noch ein Jahr in der Zweiten Regionalliga herumdümpeln. Das ist schon frustrierend“, hadert Stumpf.
Koppel: Zweite Regionalliga nervt
„Zweite Regionalliga nervt“, betont auch Katharina Koppel, Kapitänin der TG-Damen. Deshalb hätten auch viele im Team gesagt, dass sie in der Halle spielen wollten. „Wir wollten aufsteigen. Die Chancen mit der jungen Truppe wären auch gut gewesen. Das ist jetzt ärgerlich. Aber es war ja absehbar.“
„Wir haben noch gehofft. Es war aber irgendwann klar, dass es mit der kurzen Zeitspanne nicht mehr funktioniert“, sagt Katharina Koppel. Die Situation sei für die gesamte Mannschaft schwierig. Statt zweimal Krafttraining via Zoom sei man mittlerweile umgestiegen auf eine Krafteinheit und einmal Yoga. „Aber so langsam reicht’s“, meint Koppel und lacht. Jetzt komme man an auch die Grenze.
Vorfreude auf die Feldsaison
Daher sei bei ihr die Vorfreude auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Feld noch größer. „Wenigstens mal wieder trainieren“, sagt die Kapitänin und hofft, dass es früh draußen losgeht. Marie Fischer bleibt immerhin noch das Stützpunkttraining. Das findet in der Traglufthalle auf dem Gelände des Mannheimer HC statt. Aber auch da gelte es, zum Beispiel in den Trinkpausen Abstand zu den Teamkameradinnen zu halten.
Stumpf macht keinen Hehl daraus: Er vermisse die Hallensaison. „Das ist immer etwas Besonderes, weil es am intensivsten ist. Die Hallenrunde gehört zum Winter dazu.“ Und dann gebe es ja noch nicht mal ein Alternativprogramm. „Die Weihnachtsmärkte gibt es auch nicht“, sagt er und lacht.
Weihnachtsfeier online
Immerhin: Eine Weihnachtsfeier werden die TG-Damen haben. Selbstverständlich kommt die Mannschaft auch dazu nicht zusammen. Auch die wird online stattfinden.