Frankenthal Arbeit mit Menschen aller Altersgruppen

Schätzt die Vielseitigkeit ihrer Aufgabe: Marlene Siegel.
Schätzt die Vielseitigkeit ihrer Aufgabe: Marlene Siegel.

Die Frankenthalerin Marlene Siegel wird am Sonntag, 20. August, 16 Uhr, im Ludwigshafener Gemeindehaus (Johannes-Ronge-Haus) der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz in der Wörthstraße in ihr neues Amt als Landessprecherin eingeführt.

Siegel ist Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Flomersheim und Mitglied des Stadtrats in Frankenthal sowie Ehrenjungsozialistin. „Die Arbeit mit Menschen, die Vielseitigkeit der Arbeit macht mir Spaß“, sagt die 35-Jährige, die im Frankenthaler Vorort Eppstein wohnt. Marlene Siegel überschreitet gerne Grenzen: Sie ist von Flomersheim nach Eppstein gezogen, sie ist von der evangelischen Kirche zu den Freireligiösen gegangen. Sie studierte französische Kulturwissenschaften und interkulturelle Kommunikation in Saarbrücken, wollte eigentlich Menschen schulen, die beruflich Grenzen überschreiten wollen. Vor etwa drei Jahren schnupperte sie bei den Freireligiösen rein, nahm eine Teilzeitstelle als Elternvertretung an. Nun ist sie in Vollzeit zu den Freireligiösen gewechselt, hat dafür ihre Teilzeit-Arbeit im Büro der Bundestagsabgeordneten Doris Barnett (SPD) aufgegeben. Ihre Aufgabe als Gemeindereferentin bei den Freireligiösen ist vielseitig. Sie muss flexibel sein. Es ist kein Bürojob, bei dem die Arbeitszeiten genau fixiert sind. Der Mensch steht im Mittelpunkt. So ist die Philosophie der Freireligiösen. Genau das hat sie daran gereizt, ganz einzusteigen. Als freie Rednerin gestaltet sie Trauer- und Hochzeitsfeierlichkeiten. Sie gestaltet Willkommensfesten für neugeborene Kinder, arbeitet mit Jugendlichen genauso wie mit Erwachsenen und Senioren. Marlene Siegel schreibt Reden und wird Unterricht halten. „Hier kann ich mein gesamtes Potenzial einbringen“, sagt Siegel. Aktuell bildet sie sich an der Universität Freiburg weiter, insbesondere für die Trauerarbeit. Viele Besucher von Veranstaltungen seien Mitglied einer Kirche und wollten es bleiben. Manche würden Fördermitglieder. „Wir sind tolerant, fordern Toleranz ein“, sagt Siegel. Freireligiöse begegneten aber oft Vorurteilen. „Wer die Welt anders erklärt als durch einen außerirdischen Schöpfer geschaffen, der ist schnell raus“, sagt Siegel zu ihren Erfahrungen dazu. Den Kontakt zu jenen zu halten, die in Gebieten ohne feste Gemeindestruktur wohnen, ist eine der Aufgaben von Siegel. Willkommensfeste seien bei den Freireligiösen keine Aufnahme in die Gemeinde, hätten noch nichts Verpflichtendes. Erst im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren, bei den sogenannten Jugendweihen, die aber nichts mit den Ritualen in der ehemaligen DDR gemein hätten, könnten sich die Jugendlichen entscheiden mitzumachen, bekämen dann ein Wahlrecht. Die Freireligiösen seien basisdemokratisch strukturiert, erklärt Siegel. Als Landessprecherin gehöre die Vertretung nach innen und außen zu ihren Aufgaben und damit auch der Kontakt zur Presse. Die Öffentlichkeitsarbeit neu aufzustellen, neue Kanäle wie Youtube zu nutzen, das sieht sie als Ziele. Singen ist ein Steckenpferd von Marlene Siegel, das sie in die Gemeindearbeit mit einbringen will. Einen Projektchor hat sie in Ludwigshafen schon gegründet, der nun in ein Offenes Singen übergeht. Sie ist Mitglied mehrerer Bandprojekte ohne Bezug zu den Freireligiösen. Marlene Siegel kann sich aber vorstellen, das alte freireligiöse Liedgut aufzuarbeiten und neu zu arrangieren. Gelernt hat sie das Instrument Kirchenorgel und war in der evangelischen Gemeinde Eppstein-Flomersheim aktiv. Es sei ein bewusster Prozess gewesen, dass sie sich jetzt bei den Freireligiösen engagiere, sagt sie. Sie habe gemerkt, dass dieser Ansatz der Welterklärung besser zu ihr passe. In Kontakt gekommen sei sie mit der Organisation bei einem Aushilfsjob an der Realschule Maxdorf. Dort hat sie auch dem Präsidenten der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz, Siegward Dittmann, kennengelernt.

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