Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Aktion „Raum für Kunst“ stößt auf große Resonanz

 Die Fotografie „Chamäleon“ von Mario Geldon ist derzeit im Optik-Fachgeschäft Geiger zu sehen.
Die Fotografie »Chamäleon« von Mario Geldon ist derzeit im Optik-Fachgeschäft Geiger zu sehen.

Die Aktion „Raum für Kunst“, mit der gegen den Corona-bedingten Stillstand in der Kunstszene angekämpft werden soll, zieht immer weitere Kreise. Inzwischen beteiligen sich 16 Geschäfte und 14 Künstler an dem von Initiatorin Nicoleta Steffan ins Leben gerufenen Projekt in der Frankenthaler Innenstadt.

In acht Geschäften ging es am 2. November los, als die ersten Hüllen von Kunstobjekten und Bildern gezogen und die Läden somit zu Interims-Galerien erweitert wurden. Vertreten sind laut Steffan alle Genres: Plastiken, Malerei, Objekte, Zeichnungen, Fotografie und sogar Literatur. „In Zeiten wie diesen ist Raum für Kunst und Kultur ein unverzichtbares Gut“, sagt die Frankenthalerin im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Ihr Zwischenfazit nach drei Wochen fällt durchweg positiv aus: „Von Anfang an habe ich Zuspruch erfahren.“

Laufen soll die Aktion bis zum 31. Januar 2021. Steffan kann sich eine Verlängerung durchaus vorstellen. Freuen würde sie sich, wenn weitere leerstehende Geschäfte in der Innenstadt vorübergehend mit Kunst belebt werden könnten. Sie könne aber auch die Bedenken der Immobilienbesitzer verstehen. „Die fragen sich natürlich: Wen hole ich mir da rein, und kann ich einen Nachmieter finden, wenn das Geschäft genutzt wird?“, erläutert Steffan. Sie will aber nicht lockerlassen und weiter bei Hauseigentümern und Maklern nachfragen, ob Kulturschaffende freie Räume vorübergehend zur Verfügung gestellt bekommen. „In anderen Städten ist Leerstandskunst inzwischen ganz normal. In Frankenthal ist man da noch vorsichtig.“

Mehr Galerie als Atelier

Bei Anton Geiger hatte sie Glück. Das ehemalige Schmuckgeschäft in der Speyerer Straße des Goldschmiede- und Optikermeisters, der nebenan noch das Optik-Fachgeschäft betreibt, stand eineinhalb Jahre lang leer. Er überließ es der Kulturkoordinatorin und Malerin als Galerie und Atelier. Wobei es inzwischen mehr Galerie als Atelier sei, weil sie immer noch Anfragen von Künstlern bekomme, die sich beteiligen wollen.

Von Beginn an dabei waren Sabine Reindl (München), Dimitri Vojnov (Kelkheim), Luana Kroner-Stasek und Gerd Reutter aus Mannheim sowie aus Frankenthal Gaby Sann, Mario Geldon, Rainer Stocké und Nicoletta Steffan selbst. Hinzugekommen sind die Frankenthaler Anette Krahnke-Höner und Waldemar Jankowski, Martina Hußbaum (Unna), Michael Lerche (Heidelberg), Petra Scheuermann (Mannheim) und Ingrid Hess (Ludwigshafen).

„Hunger auf Kultur und Kunst“

Ihre Werke sind in folgenden Innenstadt-Geschäften zu sehen: Kaufhaus Birkenmeier, Blickfang, Blumen Oase, Haarstudio 88, Foto Filling, Juwelier Scholz, Lady Style, Leder Sticker, Parfümerie Douglas, Angela Mode, Goldschmiedewerkstatt Zinhober & Jankowski, eVita, Modehaus Schlüter, Bäckerei Walz und im ehemaligen Schmuckgeschäft Geiger.

Von der durchweg positiven Resonanz der Besucher, die sie unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln in ihrer Interimsgalerie bislang empfangen habe, sei sie überwältigt. „Man merkt, dass die Leute in der Pandemie einen regelrechten Hunger auf Kultur und Kunst haben“, sagt Steffan. Auch die beteiligten Geschäftsinhaber seien von der Aktion begeistert. „Es darf nicht sein, dass die Kreativität der Kunst- und Kulturschaffenden durch diese Krise verdorrt“, betont Steffan.

Kontakt

Nicoleta Steffan, Telefon 0176 63673373, E-Mail an info@steffanartkonzepte.de, Internet www.steffanartkonzepte.de.

 Die Skulptur „Der Humanist“ der Mannheimer Künstlerin Luana Kroner-Stasek wird im ehemaligen Schmuckgeschäft von Anton Geiger i
Die Skulptur »Der Humanist« der Mannheimer Künstlerin Luana Kroner-Stasek wird im ehemaligen Schmuckgeschäft von Anton Geiger in der Speyerer Straße ausgestellt.
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