Frankenthal
35.000 begeisterte Zuschauer bei Fasnachtsumzug (mit Bildergalerie)
Das gut zweistündige Straßenspektakel ging unter massiven Sicherheitsvorkehrungen über die Bühne. Die Zufahrtsstraßen waren mit Schwerlastfahrzeugen und Antiterror-Sperren abgeriegelt, Polizei und Ordnungsdienste hatten personell enorm aufgerüstet. Der Umzug, der mit einer Rekordbeteiligung von 84 Nummern an den insbesondere in der Fußgängerzone dicht an dicht stehenden Zaungästen vorüberzog, war gut organisiert. Es gab kaum Leerlauf oder längere Stillstände.
Es waren in erster Linie die fantasievoll kostümierten Guggemusiker, die nicht nur den Ton angaben, sondern auch bunte Farbtupfer setzten. Ein paar Kapellen mehr hätten es freilich durchaus sein dürfen. Dafür herrschte an einer zum Mitsingen und Schunkeln animierenden Beschallung aus den Lautsprechern der größtenteils sehr aufwendig dekorierten Wagengespanne kein Mangel. Und auch nicht an Bonbons, Popcorn und Schokoriegeln, mit denen nicht nur die kleinen Besucher beglückt wurden.
Wohnungsbau als politisches Thema
Die meisten Teilnehmer hatten naturgemäß die Karnevalvereine aus der Stadt und den Umlandgemeinden mobilisiert. Mit einem Großaufgebot machten strahlende Gardemädchen, charmante Prinzessinnen und freundlich winkende Elferräte ihre Aufwartung. Närrische Motive und Sprüche bestimmten das Bild, lediglich die Chorania griff ein kommunalpolitisches Thema auf und reimte „Wohnungsbau in Frankenthal ist seit Jahren eine Qual.“ Mit von der Partie waren auch etliche Gruppierungen und Gewerbetreibende, die mit der Fasnacht zwar nicht so viel am Hut haben, aber eine echte Bereicherung darstellten.
Dass der Umzug auch eine „Kehrseite“ hat, zeigte sich am Ende, als die Mannschaft des Eigen- und Wirtschaftsbetriebs mit ihren Fahrzeugen und Fußtrupps anrückte, um auf den mit Konfetti übersäten Straßen wieder klar Schiff zu machen.