Donnersbergkreis
Starke Schneefälle und Warnstreik im Winterdienst
Fast hatte es den Anschein, als wollte Petrus den Forderungen der Gewerkschaften noch Nachdruck verleihen: Diese hatten im Zuge der seit Oktober laufenden Tarifverhandlungen – angestrebt werden 10,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 500 Euro mehr im Monat – für Montag in Rheinland-Pfalz zu einem ganztägigen Warnstreik im öffentlichen Dienst der Länder aufgerufen. Davon betroffen waren auch die Straßenmeistereien im Allgemeinen, deren Winterdienst im Speziellen: Letzterer sei, so hatte es der Landesbetrieb Mobilität angekündigt, auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen nur im Notbetrieb organisiert.
Und prompt setzten am Vormittag auch in unserer Region die bis dato stärksten Schneefälle des Jahres ein. Während der Verkehr im Süden Deutschlands schon übers Wochenende mehr oder minder lahmgelegt war und sich am Sonntag auf dem Donnersberg hunderte Besucher in der weißen Pracht tummelten, verwandelte sich bis Montagnachmittag dann auch der Rest des Kreises in ein Winterwunderland.
Keine genauen Angaben über Winterdienst
Ob wegen des Warnstreiks in der Nordpfalz tatsächlich weniger Räum- und Streufahrzeuge als sonst unterwegs gewesen sind, ließ sich am Montag nicht klären. Die für den Donnersbergkreis zuständige Masterstraßenmeisterei Erbes-Büdesheim teilte auf RHEINPFALZ-Anfrage mit, für Presseauskünfte sei grundsätzlich der Landesbetrieb Mobilität zuständig. Dessen rheinland-pfälzische Zentrale in Koblenz beschränkte sich allerdings in seiner Antwort auf allgemeine Angaben.
Demnach verfügt eine Straßenmeisterei durchschnittlich über acht Fahrzeuge im Winterdienst – vier betriebseigene und vier sogenannte Vertragsunternehmerfahrzeuge. „Es ist am Streiktag organisatorisch so geregelt, dass kontinuierlich zwei betriebseigene Winterdienstfahrzeuge und alle vier Vertragsunternehmerfahrzeuge eingesetzt werden können“, informierte der LBM – anstatt acht waren somit in der Regel sechs Fahrzeuge im Einsatz.
Kaum Unfälle im Donnersbergkreis
„Hiermit kommt der LBM seiner Verkehrssicherungspflicht nach, auch wenn sich nahezu eine komplette Straßenmeisterei am Streik beteiligen sollte“, hieß es aus Koblenz weiter. Allerdings sei nicht von einer flächendeckenden Streikbereitschaft im Land auszugehen, „so dass in vielen Straßenmeistereien der Winterdienst nahezu im Normalbetrieb gewährleistet werden kann“ – wenngleich „lokale Verkehrsbehinderungen aufgrund des Streiks nicht ausgeschlossen werden können“, so der LBM.
Im Donnersbergkreis hielten sich die Auswirkungen von Schnee und Eis bis zum Abend erfreulicherweise in Grenzen: Die Polizeiinspektion Kirchheimbolanden hatte zu diesem Zeitpunkt zwei kleinere Blechschäden registriert; der Dienststelle in Rockenhausen lagen keine Meldungen über glättebedingte Unfälle vor.
Warnung vor Eisregen
In den Nachbarregionen waren die Folgen teils gravierender: So kam es im Dienstbezirk des Polizeipräsidiums Mainz allein zwischen 12 und 15 Uhr zu über 50 Verkehrsunfällen. In einigen Kreisen – etwa in Kusel – ist der Busverkehr teilweise oder komplett eingestellt worden, mancherorts haben auch die Schulen den Unterricht vorzeitig beendet. Ab dem späten Nachmittag warnte der Deutsche Wetterdienst vor Eisregen mit „markanter Glätte“.