Donnersbergkreis
Schwimmer in Kibo und Eisenberg ohne ihr wichtigstes Element
Der Schwimmverein Kibo kann derzeit wegen des Betretungsverbots für Sportanlagen und des Versammlungsverbots kein Training durchführen. „Wir machen auch kein individuelles Training“, erklärt Arnulf Ollig, der seit dem Jahr 2017 Vorsitzender des Vereins ist. So habe man bewusst auf Trockentrainingspläne verzichtet und es den Sportlern überlassen, sich zum Beispiel durch Joggen fit zu halten. „Wir hatten anfangs mal überlegt, ein Alternativtraining anzubieten, aber das haben wir, auch wegen der immer neuen Regelungen, schnell wieder verworfen“, erklärt Ollig.
Bitter zu verkraften ist es für ihn, dass der Schwimmwettbewerb am 21. März im Kibobad abgesagt werden musste. Nachdem im Vorjahr – nach zuvor fünf Jahren ohne den Wettkampf – erstmals wieder ein Schwimmwettkampf in Kirchheimbolanden ausgetragen wurde, muss dieser nun ausfallen. 80 Teilnehmer waren im Jahr 2019 bei der Veranstaltung „Schwimm-Treff“ am Start gewesen. Erstmalig wurde dieser Wettkampf, der nach den Worten von Ollig vorwiegend Breitensportler ansprechen soll, als Wettbewerb des Deutschen Schwimmverbands (DSV) ausgetragen. Den fehlenden Gewinn in Höhe von 500 Euro kann Ollig, der aus Bolanden stammt, für seinen Verein verkraften: „Wir stehen finanziell vernünftig da. Es ist kein Problem für uns. Wir wollten einfach wieder eine Tradition aufleben lassen.“
„Schwimmsaison wohl beendet“
Das Kibobad vermeldet auf seinem Internetauftritt, dass wegen des Coronavirus die Schwimmanlage bis auf Weiteres geschlossen werde. Das betrifft auch die Schwimmkurse. Nachdem der Schwimmverein Kibo Ende des Jahres doch sehr kurzfristig ohne Schwimmlehrkraft da stand, fand man immerhin für einen Kurs Ersatz. „Es handelt sich hierbei um einen Zehn-Stunden-Kurs. Es sind aber schon neun Stunden absolviert“, sagt Ollig, der mit seinem Verein noch ohne Lehrkraft für künftige Schwimmkurse dasteht. Jedoch hofft er, kurzfristig Ersatz zu finden. Bei den Schwimmern aus Kibo wird angesichts nur einer fehlenden Schwimmstunde nach Auskunft von Ollig wohl auf eine Rückerstattung verzichtet werden können. Er ließ offen, ob die Teilnehmer nicht möglicherweise bei einem künftigen Schwimmkurs, eine Übungsstunde als Bonus erhalten.
Auch der Bundesverband der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat ein Trainingsverbot ausgesprochen. „Momentan machen wir gar nichts, da die Schwimmbäder zu haben. Wir dürfen uns ja auch nicht zusammen treffen“, erklärt Peter Schmitt von der DLRG Eisenberg. Die Lebensretter auf dem Wasser können weder ihrer eigentlichen Tätigkeit, dem Katastrophenschutz, nachkommen, noch können sie ihre Wettkämpfe absolvieren. Denn auch die Lebensrettung ist ein Sport, der in Bezirks-, Landes- und nationalen Meisterschaften ausgetragen wird, die jedoch weitestgehend für dieses Jahr schon eingestampft wurden. „Für uns ist die Schwimmsaison wohl beendet“, prognostiziert Schmitt.
Berufliche Konsequenzen
Sollte es doch noch zu seiner Schwimmsaison kommen, sieht der Vorsitzende der DLRG keine größeren Probleme. „Auch bei abgelaufenen Abzeichen bei der Schwimmaufsicht, können die Schwimmbäder die Erlaubnis erteilen, dass jemand die Aufsicht durchführen darf“, erklärt Schmitt.
Aber es gibt auch Einschnitte, die sich auf den beruflichen Werdegang gerade junger Schwimmer niederschlagen können. „Insbesondere Polizeianwärtern und Sportstudenten können mögliche Abzeichen nicht abgenommen werden“, berichtet Peter Schmitt und sieht außerdem weitreichende Folgen für den Schul- und Ausbildungsbetrieb, sollten die Schwimmbäder weiter geschlossen bleiben.