Donnersbergkreis
RHEINPFALZ-Umfrage: Die Bürger wollen medizinisch versorgt sein
Politiker, Mandatsträger und Angestellte im Gesundheitswesen aufgepasst: Eine gesicherte und gute Gesundheitsversorgung ist für die Menschen im Donnersbergkreis das wichtigste Thema mit Blick auf die bevorstehende Kommunalwahl am 9. Juni. Das hat eine repräsentative Telefonumfrage des Instituts für Communication- und Marketing Research (CMR) ergeben, die im Auftrag der RHEINPFALZ in der vergangenen Woche durchgeführt wurde. Von 500 wahlberechtigten Bürgern über 18 Jahre antworteten 431, dass ihnen die medizinische Versorgung besonders wichtig ist. Auf Platz zwei der brennendsten Themen landete „Bildung“ mit 378 Nennungen, gefolgt von „regionale Wirtschaft“ (358), „Sicherheit“ (344), „Digitalisierung“ (301), „öffentlicher Nahverkehr“ (291) und dem „kulturellen und gesellschaftlichen Leben“ (281). Bei der Umfrage waren Mehrfachnennungen möglich. 13 Personen gaben an, nichts davon sei ihnen besonders wichtig. Mit dem leicht steigenden Durchschnittsalter der Bevölkerung im Kreis ist das hohe Interesse an einer guten medizinischen Versorgung zu erklären und nachzuvollziehen. Die Bürger wünschen sich Haus- und Fachärzte, Apotheken und Krankenhäuser, die für sie gut erreichbar sind, denen sie vertrauen, mit verlässlichen Öffnungs- und kurzen Wartezeiten. Das gilt für die Vorsorge, für Krankheiten und akute Notfälle. Bei dem Thema ist es egal, ob man Männer oder Frauen befragt. Gesundheitsversorgung ist für beide Geschlechter gleich wichtig; ebenso zieht sich das Bedürfnis danach durch sämtliche Partei-Sympathien. Die Sorge um den Standort Kirchheimbolanden des Westpfalzklinikums dürfte bei den Bürgern eine nicht unerhebliche Rolle spielen.
Etwas differenzierter sieht es bei den anderen Themen aus. Männern (67 Prozent) ist die Digitalisierung deutlich wichtiger als Frauen (53 Prozent), während diese wiederum mehr Wert auf Kultur und Gesellschaft (62 Prozent; Männer 50) und Bildung (81 Prozent, Männer 70) legen. Auch die eigene Sicherheit finden Frauen (74 Prozent) wichtiger als Männer (64). Dass bei der Digitalisierung die Altersgruppe zwischen 18 und 59 vorprescht und sich schnelleres Internet auf dem Land wünscht, überrascht nicht. 67 Prozent geben das Thema als für sie essenziell an. Nur 50 Prozent der Befragten über 60 Jahre empfinden das ebenso. Der öffentliche Nahverkehr hingegen ist für die jüngere wie auch die ältere Gruppe gleich drängend – da ist man sich in der ländlichen Region einig.
Das geringste Interesse an Kultur haben übrigens die Befragten, die auch angaben, sie würden die AfD am 9. Juni wählen. Das größte Interesse an Kultur lag bei den CDU-Sympathisanten. B90/Grünen-Wähler hingegen wünschen sich im Vergleich zu allen anderen deutlich häufiger einen Fortschritt bei der Digitalisierung, während die Sicherheit bei CDU-Wählern eher auf der Agenda steht als bei den Grünen.
Im Nachbarkreis Kusel hat die RHEINPFALZ die gleiche Umfrage in Auftrag gegeben. Da ergibt sich ein ähnliches Bild: medizinische Versorgung, Bildung und Sicherheit landen auf den vorderen Plätzen, gefolgt von Verkehrsinfrastruktur, Nahversorgung, Digitalisierung und ÖPNV.
Info
Methode & Zeitraum: So entsteht das Meinungsbild Für die Umfrage im Vorfeld der Kommunalwahl am 9. Juni hat das Mannheimer Meinungsforschungsinstitut CMR in der Zeit vom 2. bis zum 8. Mai 500 wahlberechtigte Personen im Alter ab 18 Jahren telefonisch befragt, die im Donnersbergkreis für den Kreistag wahlberechtigt sind. Die Stichprobengröße, die Befragungszeitpunkte und die Zufallsverfahren garantieren ein repräsentatives Ergebnis. Bei den angerufenen Haushalten kam das „Last-Birthday-Verfahren“ zum Einsatz, befragt wurde also das Mitglied des Haushaltes, das zuletzt Geburtstag hatte. Angerufen wurden nur Festnetznummern, da Mobilfunknummern nicht lokal verortet sind. Jüngere Wähler seien so etwas unterrepräsentiert. Die Daten wurden anhand aktueller Zahlen des Statistischen Landesamts in Bad Ems unter anderem nach Alter und Geschlecht gewichtet.
In dieser Woche veröffentlichen wir noch weitere Ergebnisse der Umfrage. Zum Beispiel, welcher Partei die Wähler ihre Stimme geben würden, und ob sie mit der Arbeit des Kreistags zufrieden sind. Schon erschienen ist der Beitrag zur Frage: Wie blicken Sie persönlich in die Zukunft?
Alle Texte finden Sie dann auch online unter www.rheinpfalz.de/donnersbergkreis.

Wahlen Rheinland-Pfalz 2024: So hat die Pfalz gewählt
Verfolgen Sie live den aktuellen Stand der Auszählungen in unseren interaktiven Karten und Grafiken: Oberbürgermeister, Bürgermeister, Gemeinderäte, Kreis- und Stadträte, Bezirkstag - bei den Wahlen am 9. Juni könnte die Kommunalpolitik in Rheinland-Pfalz umgekrempelt werden. Foto: dpa /Jacob Schröter