Lautersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Radwegekonzept findet keine Zustimmung

Der Grasweg der Landwirte Baade entlang des Spargelackers von Peter Funck soll zum Radweg ausgebaut werden.
Der Grasweg der Landwirte Baade entlang des Spargelackers von Peter Funck soll zum Radweg ausgebaut werden.

Die Verbandsgemeinde Göllheim will mit Blick auf eine Tourismusförderung ein durchgehendes Radwegenetz in ihrem Bereich ausweisen. Dazu müssen einzelne Streckenabschnitte ausgebessert beziehungsweise ausgebaut werden. Mit der Idee konnte sich der Lautersheimer Rat nicht anfreunden.

Nachdem der Ortsgemeinderat Lautersheim den Beschluss über das Konzept am 27. August 2020 zwecks Klärung einzelner Punkte vertagt hatte, lag die Angelegenheit bei der jüngsten Sitzung erneut auf dem Tisch. Es geht darum, den Kindenheimer Weg zwischen Sportplatz und Einmündung Grasweg auf einer Länge von etwa 350 Metern auszubessern. Außerdem soll der Grasweg gen Norden an den Spargelfeldern entlang, der in der Erntezeit stets ausgefahren wird und dann in einem schlechten Zustand ist, bis zur Gemarkungsgrenze Biedesheim ausgebaut werden. Vorgesehen ist eine wassergebundene Decke, bei der Splitt auf eine Schotterschicht aufgetragen wird. „Dafür werden wir eine Ausgleichsfläche ausweisen“, sagte die stellvertretende Bauamtsleiterin Anja Lehrmoser. Die Kosten wolle die Verbandsgemeinde Göllheim übernehmen, mit der eine entsprechende Ausbauvereinbarung getroffen werden müsse. Damit taten sich die Landwirte unter den Ratsmitgliedern schwer.

„Sobald es regnet, hängen dann die Steinchen in den Reifen“, meinte Reinhard Baade zur „Verbesserung“ des Graswegs und betonte: „Das ist unser Weg.“ Sein Sohn Mathias, der Erster Beigeordneter ist, meinte: „Bei diesem Konzept werden die Eigentümer über den Tisch gezogen, die Grundsteuer A und Wegebeiträge zahlen. Um die Strecken fahrradtauglich zu machen, wird der Untergrund verdichtet, was zu einer Wertminderung des Grundstücks führt.“ Durch die Pandemie gebe es einen enormen Verkehr auf den Feldwegen. Da komme es immer wieder zu Konflikten zwischen Touristen und Landwirten. Wenn die Strecken ausgebaut werden, kämen noch mehr Leute. Jens Lebkücher forderte, dass es durch das Anlegen der Radwege nicht zu größeren Einschränkungen für die Bauern kommen dürfe.

Mattern mit Verständnis

Bürgermeister Thomas Mattern zeigte Verständnis für den Unmut und betonte: „Die Landwirte dürfen in der Ausübung ihrer Tätigkeit nicht behindert werden.“ Er glaube allerdings nicht, dass der Ausbau zu einem Massentourismus im Feld führen werde. Beigeordneter Baade wies darauf hin, dass moderne Traktoren rund drei Meter breit seien und somit die Wege komplett ausfüllten. Laut Markus Salzmann sind Rad und Trecker gleichberechtigt, „aber es ist derjenige verpflichtet auszuweichen, für den es einen geringeren Aufwand bedeutet“.

Nachdem Reinhard Baade klargestellt hatte, dass er den Grasweg behalten wolle, wurde über Alternativrouten nachgedacht. Lehrmoser warf ein, dass die Lautersheimer nicht über Wegführungen auf der Gemarkung von Biedesheim bestimmen könnten. Die Nachbargemeinde habe für das Radwegekonzept schon Grünes Licht gegeben. Dann sollten die Biedesheimer halt noch einmal abstimmen, meinte Mathias Baade. „Wenn wir unser Okay zu den Plänen der Verwaltung versagen, wäre Verbandsbürgermeister Steffen Antweiler in der Pflicht, nach einer Lösung zu suchen“, erklärte Mattern. Es wurde festgehalten, dass die Ortsgemeinde Lautersheim der Ausbauvereinbarung mit der VG nicht zustimmt. Es soll eine andere Route für die Radler erarbeitet werden

x