Donnersbergkreis Neue Freunde zum Tanz gebeten

Beim Abschlussfest im Schlosspark warteten Jugendliche der Partnerstädte mit Darbietungen auf, hier Mädchen aus Rognac.
Beim Abschlussfest im Schlosspark warteten Jugendliche der Partnerstädte mit Darbietungen auf, hier Mädchen aus Rognac.

Eine „Multikulturelle Jugendwoche“ in Rockenhausen zu veranstalten, hielt Verbandsbürgermeister Michael Cullmann angesichts der in Europa wachsenden Fremdenfeindlichkeit für dringend notwendig. Den Anfang machte man mit den Partnerstädten der Stadt. Dass zur deutschen Gruppe auch vier syrische Jugendliche gehörten, setzte einen deutlichen Akzent. Beim Abschlussfest im Schlosspark spürte man den freundlichen und fröhlichen Zusammenhalt, der sich in den fünf Tagen zwischen den Jugendlichen aufgebaut hatte, ganz deutlich.

Hauptorganisatoren der Jugendwoche waren Johanna Görzen (Jugendreferentin im Haus der Jugend), Christian Angne (VG-Beigeordneter) und Gerd Fuhrmann (Stadt-Beigeordneter). Wobei Fuhrmann Johanna Görzen als „the very important Person“ dieser Veranstaltung charakterisierte. Dem stimmten auch die teilnehmenden 70 Jugendlichen jubelnd zu. Für Angne, der das Schlusslicht in der Ansprachenrunde bildete, ist nach seinen Worten eine Herzensangelegenheit in Erfüllung gegangen. Seit Oktober 2017 war daran gearbeitet worden, das Resultat ließ nichts zu wünschen übrig. „Jeder Tag war einem Thema zugeordnet“, erläuterte Görzen den Ablauf der Jugendwoche. Am Vormittag des ersten Tages wurde eine Stadtrallye mit den Gästen aus Krk (Kroatien), Glubczyce (Polen) und Rognac (Frankreich) in Rockenhausen gestartet. Am Nachmittag besuchte man die örtlichen Vereine wie beispielsweise den Tennisverein oder die Tanzgruppe „Rohau“. Am Dienstag ging es zu Firmen der Stadt, am Abend sorgte die Ortsgruppe der DLRG im Schwimmbad für Abkühlung durch verlängerte Öffnungszeiten. Die Jugendlichen durften bis 22 Uhr schwimmen und grillen. Bei diesem gemütlichen Abend kam es sogar zu einer ganz besonderen Darstellung, die später auch dem Publikum im Schlosspark vorgestellt wurde: Görzens Ehemann Jakob sang als Solist mit dem polnischen Chor „Angelus Kantat“ „Can you feel the love tonight“ aus dem Disneyfilm „König der Löwen“. Am dritten Tag besuchte die Gruppe den Landtag in Mainz. Am Donnerstag lautete das Motto „Integration“. Dazu wurden Flüchtlinge aus Eritrea und Somalia eingeladen, die von ihren Beweggründen für die Flucht berichteten. Vor allem war es die Angst, ins dortige Militär eingezogen zu werden. „Das hat nichts mit dem Alter zu tun, ob du eingezogen wirst. Es kann jederzeit geschehen, auch wenn du erst 14 Jahre alt bist. Falls man sich weigert, wird man erschossen“, so erzählt Görzen die Geschichte der jungen Leute weiter, die entsprechende Erfahrungen selbst im Freundeskreis erleben mussten. Die teilnehmenden Jugendlichen sprachen ihrerseits über Ängste der Politiker ihres Landes, Flüchtlinge aufzunehmen. Die Notwendigkeit, den Menschen zu helfen, sahen nach dieser Gesprächsrunde alle Teilnehmer. Das Fest am Freitagabend hielt neben köstlichen Gerichten aus den vier teilnehmenden Ländern auch tänzerische Darbietungen und viel Musik bereit. So tanzten die französischen Jugendlichen, die mit Elf- bis 14-Jährigen die jüngsten Teilnehmer stellten, einen Tanz mit Pompons. Da die polnische Gruppe aus einem Chor bestand, übernahm sie den gesanglichen Part. Zusätzlich war aus Kaiserslautern die multikulturelle Band „Shaian“ eingeladen. Einer der Musiker ist Syrer. Es dauerte keine Minute, da fingen die syrischen Jugendlichen zu einem Lied aus ihrer Heimat an zu tanzen und luden auch ihre neuen Freunde dazu ein.

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