Donnersbergkreis Mit Angst umgehen lernen

Angst ist ein wichtiger Schutzmechanismus unseres Körpers. Angst schützt uns vor Gefahren. Bei Angst stellt das Gehirn den Körper blitzartig auf Flucht oder Kampf ein. Angst aktiviert den gesamten Organismus und setzt alle Kräfte für unser Überleben frei. Tiere haben – verkürzt gesagt- im Kampf ums Überleben zwei Möglichkeiten: Fressen oder gefressen werden. Damit eine Antilope weiden kann, muss sie sich der Gefahr aussetzen, von einem Löwen gefressen zu werden. Durch Aufmerksamkeit und den richtigen Abstand zum angstauslösenden Löwen kann sie überleben. Ständiges fliehen würde sie verhungern lassen. Es kommt also darauf an, die Angst wahrzunehmen, zu akzeptieren und die Dosis der Angst so weit zu reduzieren, dass man die Gefühle aushalten kann. Es kann sein, dass Kinder oder Erwachsene plötzlich von einer Panikattacke erfasst werden, ohne dass es einen sichtbaren oder nachvollziehbaren Auslöser gibt. Diese – verspätete – Reaktion auf eine frühere angstauslösende Situation kann sich verfestigen. Der Betroffene bekommt Angst davor, dass er bald wieder von einer solchen Attacke überfallen wird (Angst vor der Angst.) Hier ist es hilfreich, der Welle der Angst zu erlauben, dass sie uns erfasst, mitnimmt und wieder abebbt. Angst ist wie Weinen eine sehr starke aber zeitliche begrenzte Reaktion des Körpers. Die Haltung: „Du hast das schon mal erlebt und du weißt, wie du da gut wieder rauskommst“ ist hilfreich. Für ein kleines Kind ist es die größte Gefahr, verlassen zu werden, da es alleine nicht überleben wird (Trennungsangst). Das Kind ist daher aktiv an der Gestaltung eines emotionalen Bandes zu seinen Eltern beteiligt. Genauso wichtig wie die Bindung zu den Eltern ist es für ein Kind, seine Welt zu erforschen und neue Erfahrungen zu machen. Bei zu großer Angst oder Gefahr kommt das Kind in den sicheren Hafen seiner Eltern zurück. Das Kind wechselt zwischen Forschen und Lernen und der Nähe und Bindung zu den Eltern hin und her. Es ist notwendig, dass Eltern die Reize, denen ein Kind ausgesetzt ist, altersentsprechend begrenzen und dosieren. Zuviel (äußerliche oder innerliche) Aufregung kann Angst auslösen. Trösten Sie Ihr Kind in Angst auslösenden Situationen und nehmen Sie es in den Arm. Das heißt nicht, dass Sie Ihrem Kind die Angst „nehmen“ müssen. Es hat mehr davon, wenn es erleben kann, dass Ängste zu verkraften sind und lernt, mit seinen Ängsten umzugehen. Zeigen Sie Verständnis für seine Ängste und nehmen Sie Anteil, ohne die Angst zu dramatisieren oder herunterzuspielen. Ermutigen und unterstützen Sie es, aus dem Gefühl der Angst mit Hilfe eigener Ideen und seiner Fantasie selbst herauszufinden.