Winnweiler
„Memories & Stories“: Mark Forster dreht Musikvideo an seiner früheren Schule
Ich bin die Erste, die den Klassensaal betritt und dort den Star und sein Team begrüßt. Und schon nach wenigen Minuten gibt es keinen Grund mehr, nervös zu sein: Denn Mark Forster ist von Beginn an so locker und lustig, wie man ihn aus dem Fernsehen kennt. Gut so, denn alle Schüler bringen eine gehörige Portion Respekt mit vor dem Zusammentreffen mit dem ehemaligen Schüler des Wilhelm-Erb-Gymnasiums, der heute gefeierter Musikstar ist. Neuntklässlerin Anika Jochum beispielsweise ist erst durch Forster zur Musik gekommen. „Ich fand es toll, dass Mark so normal geblieben ist und sich die Zeit für uns genommen hat, um uns ein bisschen in seinen Alltag reinschnuppern zu lassen. Außerdem hat er von Anfang an Witze gemacht und die Stimmung aufgelockert. Das hat mir direkt die Nervosität genommen“, kann sie auch Tage später ihr Glück kaum fassen. Die Schülerin ist mit den Songs des Musikers aufgewachsen und hat auf den Tag hingefiebert: „Ich habe noch nie einen Prominenten getroffen, allein deshalb war es für mich etwas ganz Besonderes.“ Und dann auch noch hinter die Kulissen blicken zu dürfen, war für sie, die davon träumt, irgendwann selbst Lieder zu schreiben, „eine Erfahrung, die ich nicht mehr vergessen werde“.
So ähnlich geht es uns allen: Sind wir zunächst alle noch überwältigt von der Situation, setzen uns auf unsere Plätze und schauen den Sänger stillschweigend mit großen Augen an, bricht Forster das Eis mit seiner ersten Frage des Tages – einer der pfälzischsten Fragen überhaupt: „Unn, sunnschd so?“ Jetzt sitzen wir in unserem Klassensaal – vorne am Pult ein grinsender Mark Forster, der in dem Moment genauso gut unser Musiklehrer sein könnte. Wir unterhalten uns mit ihm über die Schule und seine früheren Noten, über die Lehrer, die er von damals noch kennt.
Einsingen wie die Profis
Bei allem Spaß darf aber auch die Arbeit nicht vergessen werden. Schließlich wollen wir einen Beitrag leisten, damit die Akustik-Version seines neuen Songs „Memories & Stories“ und das offizielle Musikvideo zum Erfolg werden. Der Star stellt uns seine Band und das gesamte Team vor: vom Pianisten und Gitarristen über das Kamerateam bis hin zu Styling-Assistenten – alle sind sie dabei.
Einige Male bekommen wir den Song zu hören, dann beginnen wir, den Refrain mitzusingen. Wir dürfen uns wie Profis fühlen: Über die Kopfhörer, die wir aufgesetzt bekommen, kann jeder sich selbst und gleichzeitig die anderen hören. Der Gesang wird mehrmals aufgenommen, um sicherzugehen, dass am Ende auch wirklich eine gute Aufnahme dabei ist. Gut anderthalb Stunden dauert es, bis alles im Kasten ist. Mir kommt es jedoch deutlich kürzer vor.
Dafür sorgen auch die anderen Bandmitglieder, die mit viel Spaß und Freude bei der Sache sind: Der Schlagzeuger beispielsweise unterstützt uns musikalisch, indem er fortwährend klatschend und mit einem Lachen im Gesicht durch den Saal tanzt. „Obwohl wir anfangs nicht wirklich wussten, was auf uns zukommt, wurde die Stimmung schnell gelockert, einfach weil das gesamte Team so herzlich war und uns so viele Tipps gegeben hat. Mark hat uns beispielsweise erklärt, wie wir bestimmte Zeilen aussprechen oder betonen sollen, damit es gesanglich noch besser klingt“, berichtet später Tosca Finkenauer, die mit mir die 13. Klasse am WEG besucht.
Papierflieger und Liebesbriefe
Doch nur die erste Etappe ist geschafft: Nach einem kurzen Fotoshooting mit dem Musiker, das natürlich nicht fehlen darf, geht es drei Stockwerke tiefer in Mark Forsters früheren Klassensaal. Dort hat das Team bereits alles aufgebaut, um mit dem Videodreh zu starten. Bis alles für die erste Aufnahme fertig ist, vergeht noch eine Weile, denn jeder braucht einen Platz, von dem aus er im Musikvideo gut sichtbar ist. Vorab wird außerdem geklärt, wer welche Bewegungen macht und wer Papierflieger basteln oder Liebesbriefe schreiben soll – Dinge, die während einer Unterrichtsstunde halt so ablaufen. Mehrere Drehs sind notwendig, um verschiedene Perspektiven einzufangen, wie beispielsweise Nahaufnahmen, Videosequenzen auf dem Flur oder vor dem Schulgebäude.
Obgleich das stundenlange Klatschen anstrengend war, strahlen wir motiviert in die Kamera. Und der große Aufwand lohnt sich. „Ich denke, alle Aufnahmen haben sehr gut geklappt, und mit dem Endergebnis können wir mehr als zufrieden sein“, sagt Musiklehrerin Stephanie Burkhardt, die sehr stolz war, als Mark Forsters Manager bei ihr angefragt hat. Ob sie denn etwa 30 Schüler und Schülerinnen auswählen könne, die den Refrain für die Akustikversion des neuen Mark-Forster-Songs aufnehmen und anschließend an einem Videodreh teilnehmen würden, hat es in der E-Mail sechs Wochen vor dem Termin geheißen. Für sie sei es vor allem interessant gewesen zu sehen, welch riesiger Aufwand hinter einer so kurzen Produktion steckt, sagt Burkhardt. Überhaupt sind an dem Sonntag einige Lehrer als helfende Hände in die Schule gekommen.
Mark Forster: Erstmals gerne in die Schule
Ihnen ist fast genauso wie den Schülern das Bedauern anzumerken, als der Drehtag dem Ende zugeht. Aber auch Mark Forsters Team hatte sichtlich Spaß. Der Schlagzeuger sagt sogar, dass er eigentlich gar nicht mehr weg wolle, weil er trotz der kurzen Zeit fast schon an uns gewöhnt sei. Immerhin steht zu diesem Zeitpunkt bereits fest, dass es für einige von uns ein baldiges Wiedersehen mit dem Musiker geben wird: Denn das mehrmals verschobene Konzert des Sängers auf dem Betzenberg soll am 24. Juni nachgeholt werden. Das werden sich große Teile der Schülerschaft des Wilhelm-Erb-Gymnasiums nicht entgehen lassen. Schließlich waren ja nicht wenige auch Mitglieder der „Forster Kids“ des WEG, die zu verschiedenen Anlässen auf der Schulbühne aufgetreten sind.
Und Mark Forster selbst? Wie war die Rückkehr für ihn? Auf seinem Instagram-Kanal gibt er zu, dass er für den Videodreh zum ersten Mal gerne in die Schule gegangen sei. Für uns ist es eine ganz große Ehre, ausgerechnet an diesem besonderen Tag dabei gewesen zu sein.
Info
Hier geht’s zum Video: Mark Forster, „Memories & Stories“, Akustikversion