Donnersbergkreis
Haltbarkeitsdatum läuft ab: Verbandsgemeinden haben zigtausende Masken auf Lager
Noch vor zwei Jahren haben Kreative ihre Mund-Nasen-Masken an der Nähmaschine selbst gefertigt. Es blieb ihnen auch nichts anderes übrig, schließlich waren die Teile absolute Mangelware. Heute aber gilt nur noch an wenigen Orten Maskenpflicht. Beim Einkaufen, in Cafés und Restaurants oder in Veranstaltungsräumen gibt es die Pflicht nicht mehr (soweit der Hausherr es nicht individuell anders regelt).
MHD der Masken bald überschritten
Zwar wollen viele bei den hohen Infektionszahlen weiterhin Masken nutzen. Beispielsweise gilt im Kreishaus in Kirchheimbolanden weiterhin Maskenpflicht, wie der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Donnersbergkreises, Eberhard Fuhr, schildert. Das ändert aber nichts daran, dass mancher auf massenweise Paketen sitzt, die er nicht loswird. Bei der Verbandsgemeindeverwaltung Kibo beispielsweise sind noch mehr als 50.000 Masken eingelagert, die schon bald genutzt werden sollten: 44.600 medizinische, deren Mindesthaltbarkeit im Juni endet, und 9000 FFP2-Masken, mindestens haltbar bis 11. Mai.
„Die lagen bei uns im Keller“, teilte Bürgermeisterin Sabine Wienpahl etwas überrascht das Ergebnis ihrer internen Recherchen mit, die sie kurzerhand angestellt hatte. Denn erst durch die RHEINPFALZ-Anfrage sei sie auf das Thema aufmerksam gemacht worden. Die Order bei der Kreisverwaltung sei wenige Tage vor ihrem Amtseintritt rausgegangen, hat sie nun in Erfahrung gebracht. Weder über die zum Amtsantritt offene Bestellung noch über die Lieferung hätten ihr bis dato Informationen vorgelegen.
Fast eine Million Masken vom Bund
Laut Arno Scheu vom Ordnungsamt der VG hatte die Verwaltung im Mai 2021 eine erste Anfrage des Landkreises erhalten, der seinerseits eine riesige Lieferung vom Bund erwartete. Zunächst sei man bei der VG Kibo von 20.000 Masken ausgegangen, für die Verwaltung selbst sowie die Feuerwehren, sagt Scheu. Nach und nach hätten für immer mehr Institutionen Reserven angelegt werden sollen. „Man konnte ja auch die Entwicklung nicht vorhersehen“, sagt er. „Erst herrschte Knappheit, dann gab es Überschuss.“ Letztlich wurden bei der erneuten Anfrage im September 60.000 Exemplare abgenommen.
Insgesamt hat der Bund dann annähernd eine Million Masken an die Kreisverwaltung geliefert, wie Eberhard Fuhr schildert: 500.000 FFP1- sowie 310.000 FFP2-Masken kamen im Oktober an. Das Verfallsdatum Mai 2022 für einen großen Anteil bestätigt Fuhr.
Zunächst im Katastrophenschutzlager
Die 25 Euro-Paletten waren vorübergehend im Katastrophenschutzlager untergebracht und dann „umgehend an unsere im Katastrophenschutz tätigen Hilfsorganisationen, die kommunale Impfstelle, Schulen, Kitas sowie weitere sozial tätige Einrichtungen anteilsmäßig verteilt“ worden, erläutert Fuhr. Nicht nur die Verbandsgemeindeverwaltungen im Kreis seien zudem versorgt worden, ebenfalls seien Schutzmasken „für den Eigenbedarf der Kreisverwaltung“ eingelagert worden. Im Januar übrigens erfolgte eine weitere Lieferung des Bundes, wie Fuhr berichtet: Auch jene 100.000 FFP1- und 30.000 FFP2-Masken habe der Kreis „größtenteils ausgeliefert“.
Für die Masken, die noch bei den Verbandsgemeinden gestrandet sind, wird die Zeit knapp. Um der drohenden immensen Verschwendung entgegenzuwirken, will die VG Kibo ihre 50.000 nun auf schnellstem Weg unters Volk bringen. Sie stehen zur Selbstabholung vor dem oberen Eingang des Rathauses in der Neuen Allee 2 bereit – während der Dienstzeiten. Auch im Testzentrum der VG, Gasstraße 4 in Kirchheimbolanden, sollen sie Bürgern, Vereinen und Institutionen zur Verfügung gestellt werden. Wienpahl: „Wer welche braucht, kann sie sich kostenlos abholen.“
Nur FFP2-Masken problemlos weg
Auch die VG Nordpfälzer Land hatte Masken beim Kreis abgenommen und sitzt noch auf einer ganzen Menge. „Wir haben die sehr großzügig verteilt, wegen des frühen Mindesthaltbarkeitsdatums. Unter anderem an Kitas, Schulen, Museen, die Tafel“, sagt Stephan Lindner, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste. Doch trotzdem seien lediglich die FFP2-Masken problemlos weggegangen, noch gut 20.000 medizinische Masken befinden sich auf Lager. Alle Einrichtungen sollen weiter mit Masken versorgt werden, sagt Büroleiter Hans Feld, auch im Rathaus gilt nach wie vor Maskenpflicht. Allerdings gelte es nun, schnellstmöglich zu prüfen, wie die OP-Masken noch ihrer Bestimmung zugeführt werden können, so Feld.
Bei der VG-Verwaltung in Winnweiler seien keine Masken mehr gelagert, sagt die Erste Beigeordnete Elisabeth Franck. Die Masken seien zu großen Teilen an die Ortsgemeinden weitergegeben worden. In Göllheimer Rathaus dagegen gibt’s noch welche – „aber absolut im Verhältnis“, wie Büroleiter Thomas Peter befindet. 10.000 FFP2-Masken habe die Göllheimer Verwaltung beim Kreis geordert. Mit der Feuerwehr beispielsweise, die bei dem Thema selbst Kontakt zum Kreis habe, habe man sich abgestimmt. Mittlerweile seien noch rund 2500 FFP2-Masken im Rathaus gelagert. Da in Rathaus und Bürgerbüro dank Hausrecht noch immer Maskenpflicht gelte, könne man die auch gut gebrauchen.
„Wir haben beim Kreis 40.000 OP-Masken und 10.000 FFP2-Masken bestellt“, berichtet Heike Sattler von der VG Eisenberg. Diese seien vollständig an Mitarbeiter, an Kindertagesstätten, Schulen, Feuerwehren, die Eisenberger Brücke, die Bücherei und andere Einrichtungen verteilt worden. „Es werden weiterhin Masken benötigt“, sagt Sattler, „aus diesem Grund haben wir keine großen Lagerbestände mehr“.