Donnersberger Echo RHEINPFALZ Plus Artikel Fasnacht: Schade und schön, dass alles vorbei ist

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Die einen lieben, die anderen hassen sie: die fünfte Jahreszeit. In unserer Wochenendkolumne ziehen wir den Narren-Hut vor den Donnersberger Fasnachtern und erklären, warum wir unsere Berichterstattung über Prunksitzungen verändert haben.

Wohl jeder kennt den Spruch von der Regel, die da ist, um gebrochen zu werden. Das tue ich hiermit. Normalerweise wird bei „Zeitungsmachern“ an Aschermittwoch das Wort Fasnacht für Monate aus dem Vokabular gestrichen. Schließlich ist an diesem Tag alles, besonders aber die fünfte Jahreszeit vorerst vorüber. Schade, sagen die eingefleischten Jecken; Gott sei Dank, sagen die überzeugten Karnevalsmuffel. Beides – sage ich.

Schade, weil ich zwar nicht (zumindest nicht aus fasnachtlicher Perspektive) der absolute Obernarr oder gar auf der Bühne aktiv bin, zusammen mit meiner Frau aber gerne als Zuschauer die Sitzungen verfolge; sowohl live im Saal – vor allem als Fans bei den Auftritten unserer jüngeren Tochter mit ihrer Ballettschule bei den Veranstaltungen der Kibo Karnevalgesellschaft – als auch im Fernsehen auf der heimischen Couch. Mit der gesamten Familie waren wir wie viele weitere Mitglieder des Basketballclubs Fastbreakers auch als Helfer bei der Prunksitzung unserer Rohau-Freunde in Rockenhausen engagiert. Wir haben also dies- und jenseits des Berges miterlebt, wie viel Mühe sich einmal mehr die dutzenden, ja teils hunderten Mitwirkenden mit der Gestaltung ihrer Sitzungen gemacht, mit welch originellen Beiträgen sie das Publikum unterhalten haben. Ich bin überzeugt, das war in vielen Gemeinden quer durch den Donnersbergkreis nicht anders. Deshalb ziehe ich den Narren-Hut vor allen, die mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz zum Gelingen des jeweiligen Programms beigetragen haben!

Der Paketbote muss nicht mehr täglich klingeln

Trotzdem sage ich auch Gott sei Dank, dass die Kampagne 2023/24 vorbei ist. Zum einen, weil nun mal alles außer der Wurst ein Ende hat und irgendwann des närrischen Ausnahmezustands (vorerst) mal wieder genug ist. Zum anderen, weil damit in unser mit Tanzkostümen, Schminkkästen und sonstigen närrischen Utensilien übersätes Haus so etwas wie Ordnung zurückgekehrt ist und mehr als nur eine Einflugschneise bleibt, um von A nach B zu gelangen! Auch der Paketbote – mancher Nachbar wird schon auf dumme Gedanken gekommen sein – muss künftig nicht mehr täglich klingeln, weil noch dieses oder jenes Teil gefehlt hat und last minute bestellt werden musste. Und nicht zuletzt sind die nächtlichen Näh-Sessions von Mutter und Tochter – inklusive Diskussionen, warum die Druckknöpfe nicht halten und ob die Pailletten so oder so herum angebracht werden sollen –, die mitunter in kleineren Nervenzusammenbrüchen endeten, erst mal Geschichte.

Aber auch wir von der Donnersberger Rundschau sind ein Stück weit über das Ende des Sitzungsmarathons erleichtert. Das gilt allen voran für unsere Assistentinnen Anette Theobald und Vera Curschmann, die im Vorfeld der Veranstaltungen teils mehrfach mit den jeweiligen Organisatoren korrespondiert und im Nachgang die per E-Mail geschickten Fotos einzeln geöffnet, in unser Redaktionssystem transferiert und mit den entsprechenden Informationen – wer ist zu sehen? Was ist Thema des Auftritts? – versehen haben.

120 Fotos in der gedruckten Zeitung, bis zu 300 online

Wir Redakteurinnen und Redakteure haben daraus dann die Bildergalerien „gebastelt“, also das Layout samt Über- und Bildunterschriften gemacht – in der Regel mit bis zu vier Aufnahmen in der gedruckten Ausgabe, bis zu zehn in der Online-Version. Impressionen von insgesamt 30 Sitzungen (plus zwei Umzügen) haben wir so an unsere Leserinnen und Leser weitergegeben – macht etwa 120 Schnappschüsse in Print, bis zu 300 über digitale Kanäle. Herzlichen Dank an alle Vereine und Veranstalter, die – mitunter sicher nach in jeder Beziehung anstrengendem Vorabend noch nicht wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte... – durch schnelle Lieferung und genaue Informationen dazu beigetragen haben, dass wir schon montags die ersten und in den Folgetagen alle weiteren Fasnachten „im Blatt“ hatten. Bei manchen hat es hier und da noch etwas mit dem Informationsfluss oder technischen Feinheiten gehakt, aber die nächste Kampagne zum Üben kommt bestimmt! Klar ist: Je vollständiger die Angaben, je besser die Qualität der Fotos – was heutzutage kein Problem mehr darstellen dürfte –, umso leichter können wir etwas „Gescheites“ daraus machen.

Noch kurz zu unserer geänderten Berichterstattung, weg vom geschriebenen Wort, hin zum Bild: Als wir – übrigens schon vor der Corona-Zeit – mit der Umstellung begonnen haben, zeigten sich viele Ur-Fasnachter enttäuscht, ja zum Teil sogar sauer über den Verzicht auf die ausführlichen Textnachlesen. Nun bleibt es selbstverständlich jedem unbenommen, die frühere Form besser zu finden – und jedem Recht machen kann man es bekanntlich ohnehin nicht.

Neues Konzept kein Zeichen fehlender Wertschätzung

Versichern können wir aber, dass dieses neue Konzept – siehe oben – nichts mit fehlender Wertschätzung für das Engagement der vielen Nordpfälzer Narren zu tun hat. Im Gegenteil: Unserer Meinung nach ist die neue Art der Präsentation zeitgemäßer und vermittelt oft einen besseren Eindruck von der Sitzung als eine bloße Aneinanderreihung von Programmpunkten, wie sie früher in vielen Artikeln der Fall war. Keinesfalls – auch das wurde dargelegt – sparen wir dadurch Arbeit oder Zeit. Und vielleicht betrachtet sich ja sogar der ein oder andere erklärte Karnevalsgegner die Bilder, während er oder sie früher die Berichte einfach überblättert hat. Nicht zuletzt hat heute fast jeder Verein seine eigenen Kanäle, um die Öffentlichkeit über seine Events zu informieren – in der selbst gewählten Ausführlichkeit.

So, das war’s nun aber endgültig mit Fasnacht, auf jeden Fall bis 11.11.! Ein schönes Wochenende – ohne dreifach donnerndes He- oder sonst-wie-lau und Ausmarsch Narrhallamarsch – wünscht Ihnen Rainer Knoll

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