Kirchheimbolanden RHEINPFALZ Plus Artikel Belebung der Innenstadt: Kibo soll „Kulinarische Hauptstadt der Nordpfalz“ werden

Um den Römerplatz hat sich eine der Arbeitsgruppen gekümmert.
Um den Römerplatz hat sich eine der Arbeitsgruppen gekümmert.

Es gab schon viele Konzepte, die die Innenstadt von Kirchheimbolanden aufwerten sollten – viele davon sind in der Schublade gelandet. Das soll sich nun ändern. Ein konkretes Projekt gibt es bereits.

So einen herzlichen Empfang hätten Charlotte Schulze Tenkhoff und Tim Pieper selten in einer Stadt gehabt. Das sagen die beiden Berater von der Agentur Moduldrei, nachdem sie sich die Stadt angeschaut und einen Ideenworkshop zum Thema „Quo vadis (Innen-)Stadt“ durchgeführt haben. Ziel ist die Unterstützung bei einem neuen Konzept für die Innenstadt. Denn sowohl für die Verwaltung als auch den Gewerbeverein Pro Kibo ist klar, dass in Kirchheimbolanden zwar schon vieles gut ist, es aber auch noch einiges zu verbessern gibt.

Das kostenlose Parkdeck, der Römerplatz und der Schlossgarten sind nur einige Punkte, die den Beratern gezeigt werden. Stadtbürgermeister Marc Muchow berichtet bei dem Rundgang, dass die meisten Leerstände der Stadt in Wohnraum umgewandelt wurden, die Leerstandsquote bei den Geschäften gering sei. Mit dabei sind auch Jürgen und Michaela Heck von Pro Kibo, Sören Dall und Jamill Sabbagh. Sabbagh hat den Kontakt für das vom Land finanzierte Projekt hergestellt. Ihm ist vor allem wichtig, dass nun ein Konzept für die Innenstadt erstellt wird, das nicht in der Schublade landet – sondern ein realistisches, mit dem sich die Menschen identifizieren können und es voranbringen.

Kulinarisches Kirchheimbolanden

Nach dem Rundgang geht es in die Stadthalle zum Workshop. Acht Arbeitsgruppen zu Themen wie Leerstandsmanagement, Social Media, Römerplatz, Fußgängerzone oder Parkdeck stehen am Abend zur Auswahl für rund 50 Teilnehmer aus der Gastronomie, Hotellerie, Medizin, dem Gewerbe und dem Stadtrat. „Unser Ziel war es, Stärken und Schwächen zu formulieren“, sagt Heck. „Wir haben schon einige gute Punkte in der Stadt, die wir bisher aber zu wenig nach außen tragen.“ Muchow merkt an: „Die Leute sind sehr motiviert, aus den guten Sachen etwas noch Besseres zu machen.“

Als erstes Projekt soll nun angestoßen werden, dass sich Kirchheimbolanden als „Kulinarische Hauptstadt der Nordpfalz“ etabliert – eine Idee vom Kirchheimbolander Rechtsanwalt und Steuerberater Torsten Steinhaus. „Wir haben circa 30 Restaurants, Kneipen, Bars und Cafés sowie zwei Vier-Sterne-Hotels“, führt Muchow aus. Da gebe es tolle kulinarische Möglichkeiten. Die Gastronomen und Hoteliers sollen sich noch besser vernetzen und regelmäßig austauschen, sich nicht als Konkurrenz, sondern als Kollegen sehen. Nächste Schritte sind ein gutes, zielgruppenorientiertes Marketing. Das Konzept sei recht kurzfristig umsetzbar und verursache keine hohen Kosten.

„Über den Plauderton hinweg“

Nach dem vierstündigen, zum Teil auch emotionalen Austausch, fällt das Fazit der Berater sehr positiv aus. „Die Gruppe hat sehr angeregt diskutiert. Wir haben gemerkt, wie wichtig den Leuten ihre Stadt ist, dass sie in die Zukunft gerichtete Veränderungen anstreben wollen“, sagt Charlotte Schulze Tenkhoff. „Alle haben einen sehr engagierten Eindruck gemacht“, ergänzt ihr Kollege Tim Pieper, da hätten die beiden in anderen Städten auch schon Gegenteiliges erlebt. Wichtig sei nun, dass Kirchheimbolanden nach dem Startschuss nicht den Faden verliert. Es gebe jetzt noch eine Nachbereitung von den Beratern. Dann müssen die Gruppen selbst aktiv werden. Die Stadt will dafür die Koordination übernehmen und Räumlichkeiten zur Verfügung stellen.

Ein zweiter Workshop steht auch schon im Raum. „Wir müssen jetzt Projekte identifizieren, die dann beim nächsten Termin konkret angegangen werden“, sagt Muchow, der sich bewusst ist, dass das ein längerer Prozess sein wird. Auch Fördermöglichkeiten müssen jetzt geprüft werden. Schulze Tenkhoff ergänzt: „Wir sind über den Plauderton hinweg. Das geht beim nächsten Mal dann mehr in Richtung fertiges, umsetzbares Innenstadtkonzept.“

Info

Interessierte, die sich noch an den Arbeitsgruppen beteiligen wollen, können sich im Büro der Stadthalle telefonisch unter 06352 7504777 melden.

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