Donnersbergkreis Auf Rehhagels und Schaafs Spuren

WINNWEILER. Otto Rehhagel und Thomas Schaaf haben es bei Werder Bremen vorgemacht, und Jürgen Giehl könnte es beim ASV Winnweiler nachmachen. Zwar wird Giehl mit dem ASV wohl auf absehbare Zeit nicht Deutscher Meister, wie seine beiden prominenten Kollegen, aber deren Dienstzeiten kann er noch locker schaffen. Rehhagel und Schaaf brachten es auf 14 Trainerjahre bei Werder, Giehl ist aktuell in der elften Saison beim ASV und damit wahrscheinlich der dienstälteste Trainer im Kreis.

Irgendwie hat sich für den 1965 in Schweisweiler geborenen Jürgen Giehl mit dem Engagement beim ASV Winnweiler, für den auch seine beiden Söhne spielen, ein Kreis geschlossen. Denn bereits als Fünfähriger jagte er am Rauhen Weg dem runden Leder hinterher. „Und das in der C-Jugend“, erzählt er. „Das war damals die jüngste Altersklasse im Verein. Und weil nach und nach die jüngeren Klassen eingeführt wurden, bin ich dann statt nach oben nach unten aufgerückt“, ergänzt er lachend. 1980 kam dann für den meist als Stürmer eingesetzten Giehl der große Sprung zum 1. FC Kaiserslautern in die B-Jugend. Dort spielte er dann fortan im Mittelfeld. Nach der Jugendzeit folgten acht Jahre bei den FCK-Amateuren, wie die zweite Mannschaft damals hieß, und ein Einsatz bei den Profis. Trainer war damals – 1989 – Sepp Stabel, und Giehl wurde im Spiel bei Bayer Leverkusen in der 68. Minute für Roger Lutz eingewechselt. „Da musste ich als Verteidiger gegen Manfred Kastl ran, der als sehr kopfballstark bekannt war. Obwohl ich nicht der Größte bin, bekam er kaum einen Kopfball“, erinnert er sich nicht ohne Stolz. Der FCK gewann übrigens mit 1:0, und prominente Kicker wie Mario Basler, Axel Roos, Gerald Ehrmann oder Bruno Labbadia waren damals Mannschaftskollegen. Nach einem Kreuzbandriss stieg Giehl Anfang de 90er Jahre ins Trainergeschäft ein, machte zunächst den B- und später auch den A-Schein. Erste Trainerstation war der damalige Landesligist SC Siegelbach, dem drei Jahre beim VfR Grünstadt mit dem Aufstieg in die Verbandsliga folgten. Auf ein Jahr beim SV Kirchheimbolanden kamen eineinhalb Jahre beim FV Rockenhausen, bei dem er auch die Landesliga-Meisterschaft und den Aufstieg in die Verbandsliga feiern konnte. Beim 1. FC 08 Haßloch stieg er während der Saison ein und schaffte noch den Klassenerhalt in der Verbandsliga. Nach drei Jahren beim Landesligisten SV Enkenbach erreichte ihn der Ruf seines Heimatvereins, und er begann sein Engagement als Nachfolger von Claus Dreißigacker, der gerade in den Aufstiegsspielen zur Landesliga knapp am SC Bad Sobernheim gescheitert war. „Wenn man so etwas beim Heimatverein angeht, dann ist das eine Herzenssache und langfristig angelegt“, Jürgen Giehl war damals nicht auf den schnellen Erfolg aus. „Natürlich gab es Rückschläge, aber über die Jahre hinweg haben wir auch von der guten Jugendarbeit des Vereins profitiert“, erinnert er sich. 2008 folgte dann die souveräne Meisterschaft in der Bezirksliga und der Aufstieg in die Landesliga mit einem Großteil von Spielern, die aus der eigenen Jugend kamen. So soll es laut Giehl möglichst auch in der Zukunft sein. Eine seiner Visionen heißt: „Dem Verein eine sportliche Philosophie geben, unabhängig von den handelnden Personen.“ Sein sportliches Ziel ist es, den ASV in die Verbandsliga zu bringen und die zweite Mannschaft in die Bezirksliga. Noch ist es nicht so weit, aber er hat auch noch ein paar Jahre Zeit

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