Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel AfD-Pfalztreffen bleibt friedlich – Geruchsbelästigung vor der Halle

Mit einer Plakataktion setzen viele Gruppen aus Rockenhausen und Umgebung ein Zeichen für Vielfalt und Menschenrechte.
Mit einer Plakataktion setzen viele Gruppen aus Rockenhausen und Umgebung ein Zeichen für Vielfalt und Menschenrechte.

1000 Gäste hören Alice Weidel in der Donnersberghalle in Rockenhausen, 500 Menschen demonstrieren dagegen. Ein möglicher Einsatz von Buttersäure stört die Veranstaltung.

Wenn die Alternative für Deutschland (AfD) Veranstaltungen mit Bundesprominenz ankündigt, dann bedeutet das in aller Regel auch viel Polizeipräsenz, Gegendemonstranten und zumindest die Befürchtung, dass es zu unschönen Szenen kommen könnte. In Rockenhausen blieb es an diesem Samstag aber friedlich. Im Anschluss an das „Pfalztreffen“ der AfD in der Donnersberghalle und die wenige Meter entfernte Demonstration „Für Demokratie und Menschenrechte“ erklärte die Pressestelle des Polizeipräsidiums Westpfalz, dass alles „ohne herausragende Vorkommnisse zu Ende“ gegangen sei.

Alice Weidel lässt sich in der Donnersberghalle von 1000 Besuchern feiern.
Alice Weidel lässt sich in der Donnersberghalle von 1000 Besuchern feiern.
Beim Auftritt von Alice Weidel wird fleißig gefilmt, fotografiert und geklatscht.
Beim Auftritt von Alice Weidel wird fleißig gefilmt, fotografiert und geklatscht.
Der AfD-Spitzenkandidat zur Landtagswahl Jan Bollinger greift in seiner Rede die »Altparteien« an.
Der AfD-Spitzenkandidat zur Landtagswahl Jan Bollinger greift in seiner Rede die „Altparteien“ an.
Damian Lohr, Direktkandidat der AfD im Donnersbergkreis, schimpfte auf die Arbeit der Medien.
Damian Lohr, Direktkandidat der AfD im Donnersbergkreis, schimpfte auf die Arbeit der Medien.
Die Gäste erheben sich zur Nationalhymne.
Die Gäste erheben sich zur Nationalhymne.
Bei der Gegendemonstration vor der Halle setzten 500 Menschen ein Zeichen für Demokratie und Menschenrechte.
Bei der Gegendemonstration vor der Halle setzten 500 Menschen ein Zeichen für Demokratie und Menschenrechte.
Auch vom Regen ließen sich die Demonstranten nicht aufhalten.
Auch vom Regen ließen sich die Demonstranten nicht aufhalten.
Zu den Rednerinnen gehörten unter anderem Sara Pasuki (Grüne Jugend)...
Zu den Rednerinnen gehörten unter anderem Sara Pasuki (Grüne Jugend)...
...und die Direktkandidatin der Linken, Jessica Albert.
...und die Direktkandidatin der Linken, Jessica Albert.
Die Demonstranten präsentierten ihre Meinung auf Plakaten.
Die Demonstranten präsentierten ihre Meinung auf Plakaten.
Die Demonstranten präsentierten ihre Meinung auf Plakaten.
Die Demonstranten präsentierten ihre Meinung auf Plakaten.
Kurzfristig sagte auch Steffen Antweiler für die FWG zu sprach zu den Gästen der Demo.
Kurzfristig sagte auch Steffen Antweiler für die FWG zu sprach zu den Gästen der Demo.
Direktkandidatin Jaqueline Rauschkolb (SPD) ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, in Rockenhausen dabei zu sein.
Direktkandidatin Jaqueline Rauschkolb (SPD) ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, in Rockenhausen dabei zu sein.
Ein Besuch mit Seltenheitswert: Der CDU-Kreisvorsitzende Frank Burgdörfer hält ebenfalls eine Rede.
Ein Besuch mit Seltenheitswert: Der CDU-Kreisvorsitzende Frank Burgdörfer hält ebenfalls eine Rede.
Auch Regenschirme können als Hilfsmittel dienen.
Auch Regenschirme können als Hilfsmittel dienen.
Die Demonstranten verließen den Platz nach etwa zwei Stunden wieder.
Die Demonstranten verließen den Platz nach etwa zwei Stunden wieder.
Auch vertreten: Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft.
Auch vertreten: Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft.

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So ganz ohne Störung konnte die AfD ihr „Pfalztreffen“ aber nicht abhalten, denn im Vorfeld der Veranstaltung entstand nahe der Halle eine enorme Geruchsbelästigung. AfD-Bundestagsmitglied Sebastian Münzenmaier sprach in diesem Zusammenhang von einem vermeintlichen „Angriff mit Buttersäure“ durch die Demonstranten. Die Polizei ermittelt, bestätigt bislang aber weder den Täterkreis noch den Einsatz von Buttersäure. Ansonsten dürften beide Seiten mit dem Ablauf ihrer Veranstaltung zufrieden gewesen sein.

Redner arbeiten sich an „Altparteien“ ab

In der Halle verfolgten etwa 1000 Besucherinnen und Besucher die Reden von Münzenmaier, dem AfD-Spitzenkandidaten zur Landtagswahl, Jan Bollinger, dem Direktkandidaten im Donnersbergkreis Damian Lohr und letztlich auch der Bundesvorsitzenden Alice Weidel. Inhaltlich arbeiteten sich alle Redner an der Politik der von ihnen gerne als „Altparteien“ bezeichneten politischen Gegner ab. Die AfD fordert beispielsweise die Abkehr von der Energiewende, „stündliche Abschiebungen“, wie es Bollinger formulierte, und die Kündigung des Rundfunkstaatsvertrages. Damian Lohr wurde zwar als Direktkandidat angekündigt und sprach auch wiederholt von seiner „Liebe zur Pfalz“. Themen, die speziell seinen Wahlkreis, den Donnersbergkreis, betreffen, präsentierte er jedoch nicht. Vielmehr ging auch er auf die „großen Themen“ ein und holte zur Rundum-Medienschelte aus.

Ein Großteil der Gäste war sehr offensichtlich wegen des Auftritts der Bundesvorsitzenden Weidel nach Rockenhausen gekommen – zumal viele Besucher auch gar nicht aus Rockenhausen oder dem Nordpfälzer Land kamen. Alice Weidel arbeitete sich ebenfalls an den anderen Parteien ab, kritisierte vor allem die Bundesregierung scharf. Das Publikum feierte sie nach gefühlt jeder Aussage mit Beifall, anschließend folgten „Alice für Deutschland“-Sprechchöre.

Fast alle Parteien bei Gegen-Demo vertreten

Davon hörten die etwa 500 Demonstrantinnen und Demonstranten auf dem Schulhof der IGS Rockenhausen nichts. Trotz Regen kamen sie, um ein Zeichen für Demokratie und Menschenrechte zu setzen. Schon vor Tagen setzten zahlreiche Gruppen und Vereine aus Rockenhausen und dem Nordpfälzer Land ein Zeichen und hingen zwischen Natur-Erlebnisbad und Donnersberghalle 100 Plakate auf, um ein Zeichen für Menschenrechte zu setzen. Neben einem musikalischen Rahmenprogramm hatten die Initiatoren des Arbeitskreises „Aktiv gegen Rechts“ nur zur Demonstration einige Rednerinnen und Redner aus der Lokalpolitik eingeladen. Die beiden Direktkandidatinnen Jaqueline Rauschkolb (SPD) und Jessica Albert (Linke) traten ebenso ans Mikrofon wie Sara Pasuki von der Grünen Jugend und der CDU-Kreisvorsitzende Frank Burgdörfer. Kurzfristig sagte auch Steffen Antweiler (FWG) zu und sprach zu den Gästen. Damit waren fast alle Parteien der kommunalen Gremien vertreten. „Als Demokraten sehen wir vieles anders, aber wir stehen zusammen“, betonte Burgdörfer, der keinen Hehl daraus machte, dass ein Auftritt eines CDU-Politikers bei einer Demo durchaus Seltenheitswert hat. Auch er nimmt die Entwicklung rund um die AfD gerade im Donnersbergkreis allerdings sehr ernst.

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