Bad Dürkheim Zweiter Anlauf für Schleweis und Hauser

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Während in fast allen Dörfern die Kommunalwahlen Geschichte sind, dürfen die Wähler in Weisenheim am Berg am kommenden Sonntag noch einmal an die Urne: Die Stichwahl zwischen den zwei verbliebenen Kandidaten von CDU und SPD für das Amt des Ortsbürgermeisters steht an. Die Bürger für Weisenheim (BfW) sprechen keine eindeutige, die Grünen eine Wahlempfehlung für Brigitte Hauser aus.

461 Stimmen für den Christdemokraten Joachim Udo Schleweis, 271 für die Sozialdemokratin Brigitte Hauser. Auf den ersten Blick scheinen die Ergebnisse des ersten Wahlgangs überdeutlich und der Erfolg Schleweis’ in der Stichwahl sehr wahrscheinlich. Schafft es allerdings Hauser, die Stimmen der anderen beiden Kandidaten (253 für Lutz Müller von den BfW und 49 für die Grüne Silvia Schmitz-Görtler) auf sich zu vereinen, könnte Weisenheim nach 20 Jahren wieder eine rote Dorfspitze bekommen. Brisant ist die Weisenheimer Stichwahl, weil im neuen Rat acht Sitze an die CDU und acht an die Opposition aus SPD, BfW und Grünen gegangen sind. Die Bürgermeisterstimme je nach Wahlausgang also die jahrelange absolute CDU-Mehrheit zementiert oder beendet. Schleweis, guten Mutes die Stichwahl für sich entscheiden zu können, sieht das allerdings nicht so: Eine Pattsituation entstünde, würden sich die kleinen Parteien gegen die CDU zusammentun, analysiert der langjährige Beigeordnete. Eine Situation, mit der er als Bürgermeister durchaus klarkommen werde, als reine neunte Stimme der CDU betrachtet Schleweis seine Rolle nicht. Nur mit ihr an der Ratsspitze werde sich die neue Vielfalt der vier in den Rat gewählten Parteien auch entfalten können, glaubt dagegen Hauser und hofft auf die Stimmen der Anhänger von BfW und Grünen. Seitens der BfW aber wird es keine eindeutige Wahlempfehlung geben. Man wolle, so Vorsitzender Christian Brill, künftig mit allen Fraktionen im Rat gut zusammenarbeiten und 45 Prozent Zustimmung für Schleweis im ersten Wahlgang nennt er ein „eindeutiges Wählervotum“. Diejenigen Wähler allerdings, so gibt er zu bedenken, die die BfW vor allem mit dem Ziel gewählt hätten, die absolute Mehrheit der CDU im Rat zu beenden, müssten um ebendieses Ziel doch noch erreichen zu können, ihre Stimme der SPD-Kandidatin geben. Egon Zimmermann plädiert ohne Wenn und Aber für Brigitte Hauser. Noch hadert der einzige im Rat vertretene Grüne mit dem Wahlausgang. Der Bevölkerung sei es schwer zu erklären, spielt Zimmermann auf die aus den vorgeschriebenen Rundungen resultierende Sitzverteilung an, dass die nahezu 54 Prozent, die SPD, BfW und Grüne auf sich vereinigt hätten, letztlich eine Minderheit sein sollen. Ein Ergebnis, dass nur durch die neunte Stimme einer SPD-Bürgermeisterin noch gedreht werden kann. Sowohl SPD-Kandidatin Brigitte Hauser als auch Joachim Udo Schleweis haben ihre Wahlplakate mit Aufklebern zur Stichwahl aktualisiert. Auch eine weitere Runde gedruckter Wahlwerbung füllt die Briefkästen der potenziellen Wähler. Wichtig ist beiden Kandidaten, dass sich noch einmal möglichst viele Weisenheimer an der Abstimmung beteiligen. Man dürfe auch dann wählen, wenn man die Wahlbenachrichtigung der Hauptwahl schon weggeschmissen habe, betont auch Stadtpressesprecher Jörg Heidemann. Entscheidend seien der Eintrag im Wählerverzeichnis und gegebenenfalls ein Ausweis. Der schon in der Hauptwahl mit 571 von rund 1400 Wahlberechtigten hohe Anteil von Briefwählern, so prophezeit der Sprecher der Verwaltung, werde sich in der Stichwahl noch deutlich erhöhen: Bis Dienstagmittag waren bereits 660 Briefwahlunterlagen versendet. Noch bis 18 Uhr am Freitag können Bürger persönlich, per Mail oder Fax die Unterlagen in der Verwaltung ordern. Per Postversand kann es dann unter Umständen knapp werden, räumt Heidemann ein, man werde aber kaum eine Mühe scheuen, Kontakt zum wahlwilligen Bürger aufzunehmen versuchen und schlimmstenfalls sogar Boten auf den Weg schicken. In Ausnahmefällen wie einer Erkrankung dürfen mit einer Vollmacht ausgerüstete Vertreter bis 15 Uhr am Wahlsonntag Briefwahlunterlagen in der Verwaltung abholen. (ktx)

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