Bad Dürkheim
Wurstmarkt: Großer Zuspruch für umgestaltetes Weindorf
Das „Weindorfgefühl aus den Vor-Pandemie-Jahren“ sei zurückgekehrt – so beschreibt Sprecher Peter Döngi das neue Gesicht des beliebten Treffpunkts im Herzen des Wurstmarkts. Dazu gehöre auch der zentrale Dorfplatz mit Bühne, Pflanzen und Weinfässern. Dieser soll als Treffpunkt genutzt werden und sei von vielen Gästen bereits positiv bewertet worden. „Ich habe bislang von fast allen Weindorfbesuchern ein positives Feedback erhalten. Als sehr gut wurde auch die Großzügigkeit der Durchgänge empfunden“, berichtet Döngi. Er habe beobachtet, dass bislang wesentlich mehr Leute als in den Vorjahren im Weindorf gewesen seien. „Ich gehe davon aus, dass es in den nächsten Jahren im Weindorf keine Veränderungen geben wird“, betont der Weindorfsprecher. Er will sich am kommenden Freitag mit allen Beteiligten zur Manöverkritik treffen.
Corina Schmitt vom Weingut Egon Schmitt spricht sogar vom „schönsten Weindorf, das wir jemals hatten“. Jetzt gebe es wieder den alten Dorfcharakter, der Besucher habe alles im Blick und sitze gemütlich. „Das neue Konzept passt und die Rettungswege sind sehr gut. Allerdings wird der Platz mit der Bühne kaum genutzt“, sagt die Winzerin. Wer gute Ideen habe, wie man das verändern könne, solle sich einfach melden, ergänzt sie lachend.
Gasthaus Almensee: Mehr Umsatz als 2022
Joachim Wegner vom Weingut Karl Wegner findet das Weindorf „deutlich besser als im letzten Jahr“, weil es jetzt auch wieder einen Dorfcharakter habe. „Trotzdem denke ich, dass es noch Optimierungsbedarf gibt – vor allem für die Kollegen, die sich in der oberen Reihe befinden. Da wünsche ich mir bessere technische Voraussetzungen, so dass die Stände dort geschickter und großzügiger gestellt werden können und hinter den Zelten einfach mehr Platz ist“, sagt Wegner. Ansonsten sei er mit den Platzverhältnissen zufrieden, denn der sehr gut besuchte Vormarkt habe gezeigt, dass sich die Leute nicht „wie die Heringe gedrängt“ hätten. Das sei bei den Besuchern gut angekommen. „Bei der neuen Aufteilung gibt es deutlich mehr bessere Plätze als vorher und deutlich weniger nicht so gute“. Damit bringt Wegner auf den Punkt, was aus seiner Sicht das neue Weindorf im Kern auszeichnet. Der Mittelpunkt des Dorfes mit Bühne, Stehtischen und den Palmen sei auch gelungen und würde im Gegensatz zum letzten Jahr für mehr Flair sorgen.
Gastronom Markus Wieden vom Gasthaus Almensee, der zum zweiten Mal im Weindorf vertreten ist, ist bislang sehr zufrieden. „Das Weindorf hat seinen Dorfcharakter zurückgewonnen und die Gäste berichten, dass sie die neue Gestaltung als sehr gelungen bezeichnen“, erklärt Wieden. Sein Geschäft laufe gut und er habe bislang mehr Umsatz, als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum generieren können.
Vorschläge für Dorfmittelpunkt
Kollege Christian Keller, der als „Cater Keller“ auch zum zweiten Mal mit von der Partie ist, ist ebenfalls sehr zufrieden und ihm gefalle der Aufbau des Dorfes sehr gut. Er wünsche sich aber, dass der Dorfmittelpunkt um die Bühne herum noch etwas belebt werde. „Da sollen sich die Leute auch aufhalten können. Das ist noch nicht so gut gelöst, obwohl ich schon 15 Stehtische bereitgestellt habe“, berichtet Keller. Aus seiner Sicht könne gut und gern auf die Bühne verzichtet werden. Wenn es nach ihm ginge, sollten dort zusätzlich auch Sitzmöglichkeiten für die Besucher geschaffen werde. „Dann gibt es auch die Chance, sich beispielsweise einen Riesling vom Weingut A und einen Sauvignon blanc vom Weingut B zu holen“, sagt der Gastronom.
Anne und Enno Marks aus Varel im Landkreis Friesland in Niedersachsen haben ihren Camper für ein paar Tage auf dem Campingplatz am Almensee abgestellt und genießen den Wurstmarkt. „Das Weindorf gefällt uns ausgesprochen gut. Man sitzt hier gemütlich, trinkt leckeren Wein, und auch das Essen schmeckt. So etwas gibt es bei uns nicht“, erzählt Marks. Ihm sei aufgefallen, dass die Leute entspannt und sehr angenehm seien. „Man kommt auf jeden Fall sehr schnell ins Gespräch. Dabei haben wir auch erfahren, warum das größte Weinfest der Welt Wurstmarkt und nicht Weinmarkt heißt“, fügt er augenzwinkernd hinzu.
Überblick fehlt
Rosel Vollmer findet, dass das Weindorf unübersichtlicher geworden sei. „Früher war es zu klein, jetzt ist es für meinen Geschmack zu groß und nicht so gemütlich“, sagt die Dürkheimerin. Wenn man hinten bei den Weingütern Schmitt oder Darting sitzen würde, könne man kaum etwas sehen und nicht mehr so viele Bekannte treffen.
Melanie Stepp aus Bad Dürkheim hatte das Weindorf im vergangenen Jahr schon gut gefallen. Allerdings habe sie die Zweiteilung gestört. Jetzt sei alles sehr schön und aufgrund der sehr breiten Wege könne man auch sehr gut durchlaufen. „Ich weiß nicht, ob man so großzügige Gänge benötigt. Da könnte die Stadt überlegen, ob die Stände nicht noch mehr Tische stellen können“, denkt Stepp. Aus ihrer Sicht störe die Bühne in der Dorfmitte nicht. „Damit kann man leben. Ich werde dem Weindorf treu bleiben.“



