Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel WNSTR in der Weinstraße

Viele Ideen im Kopf und nun ein eigener Laden, passenderweise in der Weinstraße: Philipp May, Gründer des Modelabels WNSTR.
Viele Ideen im Kopf und nun ein eigener Laden, passenderweise in der Weinstraße: Philipp May, Gründer des Modelabels WNSTR.

Das im Februar 2017 von Philipp May gegründete Modelabel WNSTR erfreut sich nicht nur bei den jüngeren Pfälzern einer immer größeren Beliebtheit. Am Samstag eröffnet der Jungunternehmer in der Kurstadt seinen ersten eigenen Store.Dass aus seiner „Schnapsidee“, wie er die Entwicklung der Marke WNSTR bezeichnet, einmal eine derartige Erfolgsgeschichte werden sollte, hätte der gebürtige Hesse, der in Lorsch aufgewachsen ist und seit vier Jahren in Ludwigshafen wohnt, wohl selbst nicht gedacht. Der vorläufige Höhepunkt ist der eigene Laden in Bad Dürkheim, zu dessen Eröffnung May am Samstag um 10 Uhr in der Weinstraße Nord 11 einlädt.

Anfänglich werde der Laden freitags von 12 und samstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein. Ob weitere Tage dazu kommen, soll von Nachfrage und Umsatzentwicklung abhängen. Der 31-jährige May, der eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann absolviert und dann Sport-, Medien- und Eventmanagement studiert hat, arbeitete anschließend in der Marketingabteilung eines Autohauses in Landau. Dort habe er den ersten richtigen Bezug zur Pfalz bekommen und festgestellt, dass alle Pfälzern ihre Heimat sehr am Herzen liegt.

Heimatverbundenheit dokumentieren

Aufgrund des familiären Hintergrundes – der Onkel war Drucker – habe er schon immer ein Faible für den Textildruck gehabt. „Ich habe dann gemerkt: Hier fehlt irgendwas. Die Leute brauchen etwas, die brauchen Textilien, um ihre Heimatverbundenheit zu dokumentieren“, erinnert sich May und hat die Buchstabenkombination „WNSTR“ entworfen, weil er einen kurzen Schriftzug haben wollte. Er begann, damit T-Shirts, Kappen und Pullis zu bedrucken. „Mittlerweile wissen die meisten, dass es Weinstraße heißen soll“, ergänzt er lächelnd.

Bei den später entwickelten Motiven Weintrauben, Dubbeglas und Herz wurde der Bezug zur Pfalz untermauert. Mittlerweile umfasst die Produktpalette eine Vielzahl von Textilien, darunter auch Baby- und Kinderklamotten, sowie Accessoires wie Fußmatten, Sportbeutel, Socken oder Schlüsselanhänger. Seit 2019 ist das Logo „Pfalzkind“, das sich als beliebt und umsatzstark erwiesen hat, dazugekommen.

Umstellung auf eigene Textilproduktion

„Ich habe bisher alle Textilen selbst bedruckt, mache es auch weiterhin, werde aber aufgrund der hohen Nachfrage, die ich nicht mehr allein bewältigen kann, in Kürze auf eine komplett eigene Textilproduktion umstellen“, informiert der Unternehmer und fügt an, dass es sich um zertifizierte faire Produktion im Sinne der „Fair Ware Foundation“ handele.

May, der seit sechs Jahren mit seiner Freundin zusammen ist, betreibt einen eigenen Online-Handel und ist mit seiner Kollektion exklusiv in vier Filialen des Modehauses Jost vertreten. Sein Unternehmen befindet sich auf Wachstumskurs und konnte in 2019 einen Umsatz von knapp einer Million Euro erzielen. Auch in diesem Jahr laufen die Geschäfte gut. „Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum habe ich bisher schon ein Umsatzplus von 40 Prozent erzielen können“, rechnet der 31-Jährige vor. Er begründet dies mit dem wegen der Corona-Krise verstärkten Online-Handel.

Auf den Laden in der Weinstraße, der bis zur Jahresmitte noch vom Deidesheimer Modegeschäft „Fräulein Grossartig“ als Filiale angemietet war, hat ihn die Tochter des Vermieters aufmerksam gemacht. „Da habe ich zugegriffen, um damit die Ausfälle bei den Weinfesten, auf denen ich immer präsent war, zu kompensieren“, berichtet der Kaufmann, der sich nicht als Copy-Shop für T-Shirts versteht, sondern als Marke gesehen werden möchte. Er verarbeite nur Motive, die er sich selbst ausgedacht habe oder zukünftig noch entwickeln werde. Genug Ideen habe er bereits.

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