Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Winzerpicknick und Kunstmarkt: Laben an Wein und Kunst

Gut vorbereitet: Die meisten Gästen waren mit Campingstühlen und Picknickdecken ausgestattet.
Gut vorbereitet: Die meisten Gästen waren mit Campingstühlen und Picknickdecken ausgestattet.

Das Winzerpicknick im Kurpark und der Kunstmarkt rund um den Gradierbau haben am Mittwoch rund 5000 Besucher in die Kurstadt gelockt. Ein Feiertag im Zeichen von Kunst und Genuss, der pure Entspannung versprach, sobald man auf der schattigen Wiese angekommen war. Für die Anreise benötigten einige Gäste jedoch Geduld.

Es war der perfekte 1. Mai: Bei Bilderbuchwetter zog es schon am Vormittag Weinliebhaber, Kunstfreunde und Erholungssuchende in den Kurpark. Das Winzerpicknick rückte den frisch auf Flasche gezogenen 2023er-Jahrgang örtlicher Weingüter in herrlichem Naturambiente ins beste Licht und machte Lust auf gepflegten Genuss. Dieses Mal präsentierten 18 Dürkheimer Winzer ihre neuesten Kreationen. Ausgeschenkt wurden diese in 0,1-Liter-Stielgläsern oder in der Flasche.

„2023 war wegen der Wetterkapriolen ein Weißwein- und Rosé-Jahr“, erklärte André Hauer vom gleichnamigen Weingut. Er ist neben Philipp und Jochen Schmitt Mitorganisator des Winzerpicknicks, das erstmals 2009 an der Isenach stattfand und nach einigen Jahren Pause 2015 vor der Brunnenhalle wiederbelebt wurde, ehe es seinen festen Platz auf der Kurparkwiese gefunden hat. Man habe 3000 Stielgläser im Umlauf, entsprechend sei die Besucherzahl einzuschätzen.

Neu dabei: Weingut Pflüger und Zumstein

Auf Einladung neu dabei waren diesmal die Weingüter Pflüger und Zumstein. Bei Sommerwetter um die 26 Grad seien junge, frische Weine am meisten gefragt, sagte Diana Schabe, und goss am Stand des Ökoweinguts Pflüger bevorzugt den 2023er-Riesling und Sauvignon blanc ins Glas. Das Weingut Zumstein dagegen positioniert sich gerade neu und hatte, weil der 2023er noch nicht abgefüllt ist, ausnahmsweise Weine älterer Jahrgänge (2019 bis 2022) dabei. Der weiße Cuvée aus Sauvignon blanc und Chardonnay war hier der Renner.

Nach einer Anreise, die Geduld erforderte angesichts langer Blechlawinen und kurzer Ampeltaktungen, waren auf der Wiese und an den Hängen beiderseits der Isenach schon gegen Mittag die begehrten Schattenplätze belegt. Die meisten Besucher kamen in Grüppchen, etliche mit Fahrrädern, Kinder- und Bollerwagen. Viele nutzten die Gelegenheit, um Freunde und Familie zu treffen. So auch die Familien Bauer und Reinfrank, deren Mitglieder jedes Jahr aus Wachenheim Grünstadt und Speyer anreisen: „Das Winzerpicknick hat bei uns Tradition“, sagten sie unisono.

Friedlich, entspannte Stimmung im Kurpark

Ein Puzzle aus hunderten bunter Picknickdecken breitete sich auf der Wiese aus. Weiß gedeckte Sitzgarnituren und Stehtische rundeten das Bild ab. Friedlich und entspannt genossen die Besucher die mitgebrachten Speisen. Ob Rohkostsalate, Gemüsemuffins, Leberwurstbrote oder Knabbereien: Ein Rundblick offenbarte kulinarische Vielfalt von pfälzisch bis mediterran. Auch frisch zubereitete Speisen gab es vor Ort: Am Stand von „Cater Keller“ standen hungrige Besucher zeitweise in einer langen Schlange für Bratwurst- und Saumagenbrötchen an. Das Team von „Providing Moments“ aus Altrip brachte 250 Flammkuchen auf Elsässer und griechische Art unters Volk.

In Ergänzung zum Winzerpicknick bewies auch der Kunstmarkt um den Gradierbau Zugkraft und machte die Veranstaltung zum Doppelevent aus Erleben und Genießen. An den Salinen konnte man flanieren, und unter den weißen Zeltdächern gab es viel zu entdecken. 125 Aussteller machten den Rundgang um den Gradierbau zum Wandel in einer Open-Air-Kunstgalerie.

Kunstmarkt: Kreative Vielfalt auf hohem Niveau

Viele Künstler und Kunsthandwerker kamen aus der Metropolregion, einige aus dem gesamten Bundesgebiet, und manche Aussteller waren sogar aus Italien und den Niederlanden angereist. Der Schwerpunkt liege auf Malerei, Skulpturen, Fotografie und Schmuck, erklärte Marianne Raeke, Organisatorin aus Haßloch, die gemeinsam mit Sohn Daniel die Schau an den Salinen im fünften Jahr organisierte. Und so offenbarte sich beim Rundgang kreative Vielfalt auf hohem Niveau: Kunstwerke, großformatig als Original oder für kleines Geld als Kissen, Kuscheldecke, Tasse oder Tasche bot die Dürkheimer Pfalz-Pop-Art-Künstlerin Mechthilde Gairing.

Zum ersten Mal dabei war die junge Grafikdesignerin Natalie Letschert aus Lambsheim mit filigranen Botanik-Bildern im Stil von Maria Sibylla Merian. Schönes und Nützliches in Pastellfarben bot die Töpferei „Keramikglück“ aus Speyer. Uwe Mellinger aus Bellheim hatte alte Gasflaschen zu edel rostenden Fackelobjekten und Feuersäulen für den Garten umgestaltet. Ins Auge fielen natürlich die vielen intensivfarbigen Acrylbilder und Skulpturen aus unterschiedlichen Materialien, die beiderseits des Gradierbaus aufgereiht waren.

Zwischen den Kunstpavillons ergänzten Boutique-Stände mit Kunsthandwerk, Sommermode, Taschen und Wanddekorationen im Boho-Style das Angebot an Schmuck aus Glas, Süßwasserperlen, Papier oder Kaffeekapseln.

 Vielfältiges Kunsthandwerk: Tierskulpturen aus Simbabwe.
Vielfältiges Kunsthandwerk: Tierskulpturen aus Simbabwe.
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