Gönnheim
Windkraft: Infoveranstaltung geplant
Sowohl die Vertreter der wiwi consult GmbH aus Mainz als auch die Vertreter von Gaia mbH aus Lambsheim zeigten sich von der in der südöstlichen Ecke des Gebiets der Verbandsgemeinde Wachenheim auf Gönnheimer Gemarkung liegenden Fläche als die für Windkraft geeignetste überzeugt. Sie erfüllt die Zielvorgabe des Windflächenbedarfsgesetzes, bis 2032 2,2 Prozent der Fläche der Verbandsgemeinde in der Regionalplanung vorzuweisen. Vier Windräder auf Gönnheimer und auf Rödersheimer Gemarkung mit einer Nabenhöhe von 175 Meter und Rotordurchmesser von 160 bis 175 Meter hielten die Firmenvertreter für mach- und bis 2026/27 für realisierbar. Eine solche Anlage hätte eine Nennleistung von 7,2 Megawatt. Mit dem Jahresertrag von rund 50 Millionen Kilowattstunden könnte der gesamte Stromverbrauch der Verbandsgemeinde Wachenheim gedeckt werden. Zusammen mit den Erträgen aus den Photovoltaikanlagen wäre die VG in der Lage, Strom zu exportieren. Überschlägig gerechnet könnte der Windpark allein für Gönnheim 25.000 Euro Einnahmen im Jahr bedeuten. Die Gewerbesteuereinnahmen bekommen bis zu 90 Prozent die Standortgemeinden. Die Gemeinde könnte ihren Strom auch direkt von der Anlage beziehen, den Tarif müsste sie mit ihrem Stromversorger aushandeln.
Die Zuwegung zum Windpark war eine im Rat mehrfach gestellte Frage. Ab der A650 über Feldwege, die für die großen Transportfahrzeuge eventuell ausgebaut werden müssten, so die Antwort. Nach der Bauphase würden die Wege wieder instand gesetzt. Wie lange hält ein Windrad? Gaia hat 20 Jahre alte, noch betriebsbereite Anlagen. Beim Bau eines Windrades muss dessen Rückbau per Bankbürgschaft abgesichert werden, so dass er garantiert ist, selbst wenn es die Firma Gaia nicht mehr geben sollte, so die Auskunft des Unternehmens. Wird ein Windrad zurückgebaut, kann auf dem alten Standort problemlos ein neues errichtet werden. Auch wenn Gönnheim Nein zu den Windrädern sage, würden die auf Rödersheim-Gronauer Gemarkung gebaut, die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim forciere diese Fläche, machte Wachenheims Verbandsbürgermeister Torsten Bechtel (CDU) deutlich. Der ganze Prozess solle transparent ablaufen, um die Akzeptanz der Bevölkerung zu erreichen, so der Vertreter von Gaia.
Windarmes Gebiet?
Es gebe Modelle der Partizipation bis hin zu reinen Bürgerwindrädern, teilte der Vertreter von wiwi consult mit. Seine Firma würde sechs Windkraftanlagen bauen. 30.000 Euro Kommunalpauschale plus eine ertragsabhängige Abgabe nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) würde das einbringen. Die Firma zahlt eine Kabelwege-Pacht von 20.000 Euro, genutzt werden sollen Bestandswege, sprich Feldwege. Der wiwi-Zeitplan sah die Jahre 2027/28 für eine Inbetriebnahme vor.
Um ein Windrad zu errichten braucht es ein Windgutachten, begegnete der Firmenvertreter dem Einwand, der Standort liege in einem windarmen Gebiet. Diese Windgutachten werden auf der Grundlage der letzten 20 bis 30 Jahre erstellt. Wechselt der Betreiber einer Windanlage, übernimmt der die bestehenden Verträge mit den Gemeinden.
Eine Infoveranstaltung zu diesem Thema soll bei der weiteren Meinungsbildung helfen, so der Plan von Gönnheims Bürgermeister Wolfram Meinhardt (FWG).