Fragen und Antworten
Wie sicher sind die Straßen in der Region?
Wie hat sich die Anzahl der Verkehrsunfälle 2023 entwickelt?
Gegenüber dem Vorjahr gab es auf den Straßen in und um Bad Dürkheim und den Verbandsgemeinden Freinsheim und Wachenheim 1378 Unfälle. Das waren 29 mehr als im Vorjahr und entspricht einem Anstieg von 2,1 Prozent. Dabei wurden allerdings deutlich weniger Menschen verletzt: Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle, bei denen Menschen zu Schaden kamen, ist 2023 mit 122 auf den niedrigsten Wert der letzten fünf Jahre gesunken. Die Anzahl der Verletzten ging auf 165 zurück. 2022 hatte sie bei 196 gelegen. „Das ist eine Entwicklung, die uns sehr freut“, sagt Katja Bauer, Leiterin der Bad Dürkheimer Polizeiinspektion. „Statistisch gesehen ereignet sich in Bad Dürkheim und den Verbandsgemeinden Freinsheim und Wachenheim alle sechs Stunden ein Verkehrsunfall. 2023 war es nur alle 72 Stunden ein Unfall mit einem Verletzten, 2022 war es alle 55 Stunden.“
Konnte die „Vision zero“ – alle kommen an, niemand kommt um – 2023 im Zuständigkeitsbereich der Bad Dürkheimer Polizeiinspektion verwirklicht werden?
Nein. Im August verunglückte eine 71-jährige Radfahrerin in Ungstein tödlich. Sie touchierte mit der Pedale eine offen stehende Autotür, stürzte und erlag ihren Verletzungen. 2022 waren zwei Menschen bei Unfällen ums Leben gekommen.
Was waren die häufigsten Unfallursachen?
Die Polizei nennt hier mangelnden Abstand nach vorne und zur Seite sowie Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren.
Gab es 2023 Unfallhäufungsstellen?
Hier nennt Bauer die großen Durchgangsstraßen wie die B37 sowie enge Ortsdurchfahrten. Auch die Neuberg-Kreuzung mit der Auffahrt auf die B271 zählt sie dazu. Dort gab es 2023 sieben Unfälle, aufgrund der gefahrenen Geschwindigkeiten häufig mit Personenschäden. Nach Ortsbegehungen sei die erlaubte Geschwindigkeit reduziert und die Beschilderung verändert worden, so Bauer.
Welche Gruppe war im vergangenen Jahr am häufigsten in Unfälle verwickelt?
In absoluten Zahlen waren es laut Polizeistatistik die Senioren: Sie waren 2023 an 381 der 1378 Verkehrsunfälle verwickelt. In 267 Fällen waren sie Unfallverursacher. „Diese Zahlen sind identisch mit den Zahlen des Jahres 2022“, heißt es in der Statistik. Allerdings seien nur neun Prozent der Unfälle mit Seniorenbeteiligung mit Verletzten verbunden gewesen, erklärt Bauer. Häufig seien die Unfälle auf Fehler beim Rückwärtsfahren und zu geringem Abstand zurückzuführen.
Auf welche Gruppe will die Polizei ein besonderes Augenmerk legen?
Auf die Fahranfänger. Im Verhältnis zu ihrer Anzahl im Zuständigkeitsbereich der Dürkheimer Polizeiinspektion waren sie im vergangenen Jahr am häufigsten in Unfälle verwickelt. Im Jahr 2023 gab es 209 Unfälle mit jungen Fahrerinnen und Fahrern, im Vorjahr waren es nur 184 gewesen. In mehr als 60 Prozent der Fälle war der junge Fahrer auch der Unfallverursacher (2022: 66 Prozent). Der Anstieg der Fallzahlen sei nicht leicht zu erklären, sagt Inspektionsleiterin Bauer. Häufigste Ursachen seien unangepasste Geschwindigkeit, zu geringer Abstand sowie Fehler beim Überholen. Die Unfallzahl liege zwar immer noch unter dem Fünfjahresdurchschnitt, dennoch will die Polizei mit Präventionsangeboten etwa an weiterführenden Schulen gegensteuern. „Wir werden uns intensiv damit befassen“, kündigt Bauer an.
Wie sicher sind die Kinder im Straßenverkehr?
Im Vergleich zu 2022 ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Kindern von 26 auf 19 Fälle zurückgegangen. 13-mal waren Kinder die Verursacher. „Diese Gruppe bleibt weiter in unserem Fokus“, sagt Bauer. Gerade bei Kindern sei jeder Unfall einer zu viel. Elf der Unfälle ereigneten sich auf dem Fahrrad, ein Kind wurde dabei schwer verletzt und musste länger als 24 Stunden im Krankenhaus bleiben. Ein Schwerpunkt werden auch künftig Schulwegkontrollen sein, kündigt Bauer an. Diese würden von Seiten der Eltern positiv bewertet.
Was war 2023 sonst noch auffällig?
Der starke Anstieg bei den Wildunfällen: Gab es 2022 noch 118 Zusammenstöße mit einem Wildtier, waren es im vergangenen Jahr 163 Unfälle – ein Anstieg um fast 40 Prozent. Allerdings kam es nur bei zwei Unfällen zu Personenschäden. Es gebe allerdings keine derart klaren Schwerpunkte, dass der Landesbetrieb Mobilität Maßnahmen wie Reflektoren oder Zäune veranlassen würde, sagt Bauer. Die potenziellen Unfallstellen im Gebiet der Dürkheimer Polizeiinspektion seien dafür „zu breit gestreut“.