Bad Dürkheim / Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wahlhelfer: Wer zählt bis spät in die Nacht?

Helfende Hände: Bei jeder Wahl brauchen die Verwaltungen Unterstützung von freiwilligen Wahlhelfern.
Helfende Hände: Bei jeder Wahl brauchen die Verwaltungen Unterstützung von freiwilligen Wahlhelfern.

Das Problem zu weniger Kommunalwahl-Helfer sorgte jüngst in der Verbandsgemeinde Freinsheim für Gesprächsstoff. Die Lage hat sich dort entspannt. Wie sieht es anderswo aus?

Mindestens 18 Jahre alt und wahlberechtigt in der Kommune sein – das sind die Voraussetzungen für einen freiwilligen Wahlhelfer. Obwohl diese Kriterien auf die Mehrheit der Einwohner zutreffen, tun sich manche Kommunen schwer, eine ausreichende Menge an helfenden Händen für den Wahltag zusammenzubekommen. So sollte in der Verbandsgemeinde Freinsheim eigentlich in diesem Jahr auch Kita-Personal eingesetzt werden, um Lücken zu schließen. Weil diese aber dafür einen Tag freibekommen und deswegen die Kitas hätten geschlossen werden müssen, hatten sich einige Eltern beschwert. Inzwischen hat sich die Lage allerdings entspannt. Es gibt genügend Helfer – und die Kindertagesstätten bleiben auf.

Aber wer kümmert sich in Bad Dürkheim und in der Verbandsgemeinde Wachenheim um die Stimmzettel? Schließlich müssen in den Wahllokalen auch Randzeiten abgedeckt werden. „Die Urnenwahlbezirke beginnen um 7.30 Uhr mit den Vorarbeiten, um 8 Uhr öffnen die Wahllokale“, beschreibt die Dürkheimer Pressesprecherin Sonja Kowol den frühestmöglichen Beginn eines solchen Arbeitstags. Jeder Wahlvorstand werde nach Möglichkeit mit neun Personen besetzt, sodass sich die Helfer die Zeit aufteilen können. Ab 18 Uhr wird gezählt. Und das kann dauern, wie Ulla Kaiser, die Büroleiterin der Verbandsgemeinde Wachenheim, weiß – bis zwölf, ein Uhr nachts.

Mehr Briefwahlbezirke in Bad Dürkheim

„Wir hoffen, dass wir am Sonntag mit der Auszählung fertig werden. Deswegen haben wir gegenüber der Wahl 2019 die Zahl der Briefwahlstimmbezirke deutlich erhöht“, teilt Kowol mit, die von 23 Urnenwahllokalen und 20 Briefwahlstimmbezirken in Dürkheim spricht. Auch in Wachenheim will man nach Möglichkeit am Montagmorgen nicht mehr zählen. Aber: „Morgens bleibt die Verwaltung geschlossen, weil wir alle mit den Nacharbeiten beschäftigt sind“, kündigt Kaiser an.

Rund 400 Wahlhelfer werden in Bad Dürkheim benötigt. „Bis jetzt sind 375 Wahlhelfende berufen worden“, teilt Kowol am Montag mit. In der VG Wachenheim sind es bis zu 190. Damit hat die VG 90 Prozent des Bedarfs abgedeckt, sagt Kaiser. „Wir könnten noch ein paar gebrauchen.“

Urlaubssperre für Verwaltungsmitarbeiter

In Bad Dürkheim sind rund 100 städtische Mitarbeiter als Wahlhelfer aktiv. „Für die Verwaltung wurde eine Urlaubssperre verhängt, viele melden sich aber auch freiwillig“, teilt die Stadt hierzu mit. Auch in der Wachenheimer Verwaltung herrscht an diesem Tag Urlaubssperre. „Bei uns sind fast alle eingesetzt“, sagt Kaiser. „Das ist kein Problem, die Kollegen wissen das.“ Den Mitarbeitern würden die geleisteten Stunden plus ein Zuschlag von 100 Prozent bezahlt, teilt die Büroleiterin weiter mit. Für die freiwilligen Helfer gibt es in Dürkheim wie in Wachenheim jeweils 50 Euro Erfrischungsgeld.

In beiden Kommunen sind und waren Kita-Schließungen nach Wahltagen noch nie Thema. „Es ist nicht beabsichtigt, Kindergärten zu schließen, und war auch bisher wegen der Mithilfe des Erziehungspersonals bei Wahlen nicht der Fall“, teilt Kowol mit. In Wachenheim sind keine Helfer aus der Kita vorgesehen.

„Nach unserem Aufruf haben wir einige Wahlhelfende gewinnen können. Bei sonstigen Wahlen reichen meistens die Helfenden, die uns die im Stadtrat vertretenen Parteien melden, aus“, sagt Kowol über die Suche nach den Wahlhelfern. Kaiser sieht den Trend bei der Bereitschaft „ein bisschen abnehmend“. „Aber wir kriegen es hin dieses Jahr“, ist sie zuversichtlich. Auch das gleichzeitig stattfindende Burg- und Weinfest in Wachenheim soll hier nicht zum Problem werden.

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