Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wahl-Check: Wie wollen Sie die Stadt voranbringen?

Punkten soll die Stadt mit weit mehr als „nur“ der Wachtenburg, finden die Fraktionen im Stadtrat über die Parteigrenzen hinweg.
Punkten soll die Stadt mit weit mehr als »nur« der Wachtenburg, finden die Fraktionen im Stadtrat über die Parteigrenzen hinweg.

Ziele nennen Politiker besonders im Wahlkampf viele. Doch welches Vorhaben wollen sie in der Stadt Wachenheim in den nächsten fünf Jahren unbedingt umsetzen? Wofür werden sie sich im Stadtrat mehr einsetzen als für alles andere? Das hat die RHEINPFALZ die Vertreter von CDU, FWG, FDP, Grünen und SPD gefragt.

„Ziel unserer Arbeit ist es, Wachenheim noch attraktiver zu machen und der Stadt eine gute Zukunft zu geben“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Rüdiger Göbel. Menschen aller Generationen sollten gerne hier leben. Gute Ideen aus der Bürgerschaft, von den aktiven Vereinen und den vielen Ehrenamtlichen begeisterten seine Partei: „Wir setzen sie gerne um.“ Die CDU-Liste biete die Gewähr dafür, da sie ein breites Spektrum an Erfahrungen, Kompetenzen und Altersgruppen abbilde. Als bisherige Beispiele nennt er flexible Kinderbetreuung, Generationenplatz, Spielplätze, Erhalt des Schwimmbads sowie der Wachenheimer Kulturdenkmäler wie Burg und Stadtmauer, Ausbau der Radwege, Stadtsanierung, Beleben der Innenstadt und Gastronomie, sichere, regenerative und günstige Energieversorgung durch die Stadtwerke, innovative Energiekonzepte, Ladesäulen, Photovoltaik-Anlagen, moderne Mobilitätslösungen (Bürgerbus, Mobility on Demand). „Erste Ideen diskutieren wir bereits intensiv im Austausch mit den Bürgern der Stadt.“

Neben dem Fördern einer transparenten Stadtpolitik sei für sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf von zentraler Bedeutung, ergänzt durch die Themen Infrastruktur, Starkregen- und Hochwasserschutz, teilt die FWG mit. Besonderen Wert lege sie dabei auf transparente Lösungen, nur dann wirkten alle an deren Umsetzung mit. Ein zeitgemäßes Schul-Bildungs-Freizeit-Konzept mit Integration von Kita, Hort und Integrierter Gesamtschule könne eine lückenlose Ganztagsbetreuung gewährleisten – wenn es gelingt, die räumlichen und personellen Voraussetzungen zu schaffen. Der Bereich „Im Oberstnest“ sei für ein familienfreundliches Zentrum geeignet. Verbesserungsbedarf sieht die FWG bei den Spielplätzen, den Verkehrskonzepten und der Stadtkerngestaltung. Straßen, Wege und Gassen sollten einladend sein, zudem fehle bezahlbarer Wohnraum. Wegen des Klimawandels müssten risikobehaftete Stadtbereiche besser gegen Starkregen und Hochwasserabflüsse geschützt werden: „Das wird immer dringender und darf nicht länger aufgeschoben werden.“

„Machen, was zählt“: Das sei ihr Thema für die nächste Legislaturperiode, erklären die Grünen. Es gebe in Wachenheim viele Dinge, die sich noch nachhaltiger gestalten ließen. „Für uns ist es wichtig, dass unsere Stadt auf die kommenden gesellschaftlichen und umweltbedingten Veränderungen gut vorbereitet ist“, teilt die Fraktion mit. Die angestrebte Erschließung des Neubaugebiets am Schwabenbach stelle dabei eine echte Chance dar, um innovative und nachhaltige Konzepte bei der Energieversorgung, der Mobilität oder beim Umweltschutz umzusetzen. Zugleich betonen die Grünen, dass sie die Themen, „die wir in den vergangenen fünf Jahren angestoßen haben“, weiterführen möchten. Beim Thema Verkehr zum Beispiel setzten sie sich dafür ein, dass die von ihnen eingebrachten und genehmigten Anträge auch umgesetzt werden. „Dazu gehören die Verkehrsberuhigung des Roten-Turm-Wegs und weitere Erleichterungen für den Fahrradverkehr.“ Auch das Errichten der von ihnen geforderten und im Stadtrat bereits beschlossenen Trinkbrunnen würden sie weiter begleiten.

Bezahlbarer Wohnraum

Modern, zukunftsweisend, miteinander: Dieses Motto verfolgen die sechs Kandidierenden der SPD für den Wachenheimer Stadtrat. Dass das Miteinander und die gegenseitige Unterstützung dabei einen besonderen Stellenwert einnimmt, zeige sich vielfach in ihrem Wahlprogramm, zuallererst bei der zu verbessernden Betreuung in Kindergarten und Hort. Weiter betont Felix Korb, Spitzenkandidat und Beigeordneter der Stadt, einen Zustand, der so nicht länger hingenommen werden kann: „Es braucht dringend mehr bezahlbaren Wohnraum und sozialen Wohnungsbau statt weniger.“ Das Miteinander setze sich bei der Vereinsarbeit fort, aktuell gebe es Räumlichkeiten für Vereinstreffen nur gegen teure Mieten. Auch das wolle die SPD ändern. Die Ehrenamtsagentur soll zudem als echte Nachbarschaftshilfe ausgeweitet werden. Ebenfalls wichtig im sozialen Miteinander sei die Verkehrssituation in Wein- und Waldstraße. Sie müsse radfahrer- und fußgängerfreundlicher gestaltet werden, außerdem barrierefrei und mit mehr Rücksichtnahme, findet die SPD.

Die FDP engagiere sich für ein ganzheitliches Tourismuskonzept, das auf Diversität setzt. „Wachenheim muss dafür attraktiver und der Umgang mit unseren Gästen professionalisiert werden“, erläutert Jann Müller. Das Schaffen zusätzlicher Übernachtungsmöglichkeiten durch ein Hotel mit Tiefgarage bringe neue Möglichkeiten für den Besuch Wachenheims, sagt der derzeitige FDP-Beigeordnete Manfred Bühler. Hierdurch steige auch die Nachfrage nach typischen Gütern der Region. Andreas Berger ergänzt, dass die Attraktivität des Waldes für Wanderer und Mountainbiker gesteigert werden soll. Wachenheim biete für beide Gruppen ideale Einstiegspunkte. „Die gewünschten zentralen Stellen im Kontext einheitlicher Wegemarkierungen sehen wir kritisch“, erklärt er. Innerhalb der Stadt sprächen sich die Liberalen für eine Parkraumbewirtschaftung aus, um Parkmöglichkeiten auch für den Tagestourismus sicherzustellen. Daneben weisen die FDP-Vertreter daraufhin, dass auch eher kleine Maßnahmen wie das Sanieren des Trimm-dich-Pfads Wachenheim für Kurzzeitbesucher attraktiver mache.

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