Fussball
TuS Wachenheim hofft noch auf den Titel
Drei Punkte beträgt der Vorsprung auf den Tabellendritten TuS Diedesfeld, gar acht auf den nachfolgenden 1. FC Hambach. Allerdings liegen die Wachenheimer auch schon drei Zähler hinter Primus Rot-Weiss Seebach II zurück, der zudem noch ein Spiel mehr austragen kann. Deswegen und weil schon fünf Niederlagen zu Buche stehen, fällt das Fazit von Trainer Andreas Schröck bestenfalls durchwachsen aus. „Wir müssen schon ehrlich zueinander sein. Zufrieden können wir nicht sein“, konstatiert der 45-jährige Coach. Sein Ziel lautete, auf Platz eins zu überwintern, was Schröcks Ambitionen unterstreicht.
„In den Aufeinandertreffen mit den Mitkurrenten haben wir zu viele Zähler liegenlassen“, moniert der ehrgeizige Übungsleiter. Zahlen bestätigen die Einschätzung. Gegen die Mannschaften bis Rang sechs gab es für den TuS in sieben Begegnungen vier Niederlagen, davon drei zu Hause. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass Wachenheim mit 76 Toren die meisten Treffer erzielt hat. Die Liga sei ausgeglichener und stärker als in der vergangenen Spielzeit. Deshalb darf sich Wachenheim quasi keinen Ausrutscher mehr erlauben, wenn der Titel noch rausspringen soll. „Die direkten Duelle innerhalb der Spitzengruppe werden wohl entscheidend sein“, vermutet Schröck. Egal wie, sein Team muss aufholen.
Dabei ist die fußballerische Entwicklung nach Angaben des Trainers sehr erfreulich. „Spielerisch haben wir uns gesteigert, bringen konstanter unsere Qualität auf dem Platz, sind in der Spielanlage reifer geworden und haben eine größere Kaderbreite“, listet der Trainer, der mit Sportchef Michael Acker weiterhin hervorragend zusammenarbeitet, etliche Pluspunkte auf. Auf vielen Positionen Alternativen zu haben, aus personellen wie auch taktischen Gründen variieren zu können, sei ein zuvor nicht gekannter Luxus. Die große Spielfreude, die die Mannschaft häufig an den Tag legte, drücke sich auch in den zahlreichen Kantersiegen aus.
Das Manko: In den wichtigen Partien gegen die Konkurrenz fehlte den Wachenheimern der ausgesprochene Killerinstinkt. Ein Beispiel sei die Partie beim TuS Niederkirchen II, ein Team aus dem Tabellenmittelfeld. „An diesem Tag hat vieles nicht zusammengepasst und wir haben nach indiskutabler Leistung mit 1:4 zurecht unsere höchste Niederlage einstecken müssen“, klagt Schröck. Eine Woche später schien gegen Spitzenreiter Seebach II Wiedergutmachung angesagt. 2:0 führte der TuS, hatte Chancen zum dritten Treffer, der die Begegnung wohl entschieden hätte. Doch statt des 3:0 fiel rund 20 Minuten vor dem Abpfiff der Anschlusstreffer. „Wir haben Panik bekommen und noch 2:4 verloren“, schildert der Coach den Ablauf.
Meist sei Wachenheim die bessere Mannschaft gewesen, nicht allerdings Ende November bei der 0:1-Niederlage im Auswärtsspiel beim ambitionierten Neuling SpVgg Rödersheim, den man auf der Rechnung haben müsse. „Da war maximal ein Remis drin. Selbst eine fast halbstündige Überzahl wegen einer Ampelkarte für einen Rödersheimer haben wir nicht nutzen können“, bedauert der 45-Jährige nach dem Trainerduell gegen seinen früheren Mitspieler beim damaligen Verbandsligisten ASV Fußgönheim. Es war neben dem 0:2 gegen den TuS St. Martin, als Chancenwucher betrieben wurde, das einzige Spiel, in dem der TuS keinen Treffer erzielte.
Nach wie vor Dreh- und Angelpunkt des Wachenheimer Spiels ist Regisseur Alexander Haferstroh, dem man seine bald 45 Jahre nicht anmerkt. „Alex ist ein Phänomen, ein Ausnahmespieler und unser Kapitän. Mit seiner Leichtfüßigkeit und Technik bestimmt er das Spiel im zentralen Mittelfeld“, preist der Übungsleiter den Linksfuß, der nur wenig jünger als er selbst ist. Er ergänze sich mit Oguzhan Odak oder Luca Mock ideal. Sehr gut tue dem TuS auch der aus Ruchheim gekommene klassische Sechser Christian Thiel, der den spielstarken Nebenleuten den Rücken freihält.
Weil es im 4-3-3-System in der Regel keinen echten Neuner gibt, stärkt Schröck das Flügelspiel. Für diese offensiven Außenbahnen böten sich Tobias Heim, Yannick Dalforno, Manuel Frantz oder Paul Eisel an. Auch in der Innenverteidigung gebe es neben Abwehrchef Mustafa Odak mit dem seit Jahren konstanten Daniel Kunz, Maurice Joel oder Thibaut Scheller etliche Variationsmöglichkeiten. Der frühere Freinsheimer Tobias Huhn und Philipp Wagner bringen auf den Außenpositionen ihre Klasse ein. „Wir müssen in der Rückserie dem Druck standhalten. Wenn wir stabile Vorstellungen abliefern, kann es klappen“, betont Andreas Schröck, der als Trainer weitermachen will. Offen ist noch wo.