Wachenheim
Torsten Bechtel will die 20 Jahre voll machen
„20 Jahre wären eine gute Zeit“, sagt Torsten Bechtel – und blickt dabei schon mal fünf Jahre in die Zukunft. Denn der 54-Jährige ist seit 15 Jahren Stadtbürgermeister von Wachenheim und will noch eine Amtszeit dranhängen. Wichtig ist dem Kommunalpolitiker, sich bei Problemen in die Lage des Gegenübers zu versetzen und die Dinge objektiv zu betrachten. Gleichwohl wolle er sich die Dinge nicht zu stark zu Herzen nehmen. „Sonst geht man kaputt.“
Wenn man mit Bechtel spricht, hört man einen Mann, der guter Dinge ist. „Das Amt macht mir immer noch sehr viel Freude“, sagt der Stadtbürgermeister mit dem Parteibuch der CDU, der als Ehrenamtler für mehr als 90 städtische Mitarbeiter zuständig ist. Die Frage, ob eine Personalunion zwischen Verbandsbürgermeister (das ist er seit 2015 im Hauptberuf) und Ehrenamtsbürgermeister gut oder schlecht ist, sieht er spätestens seit dem vergangenem Jahr entschieden: Denn da ist der gelernte Lehrer mit 58,9 Prozent der Stimmen im Amt des Verbandsbürgermeisters bestätigt worden.
Doch zurück zum Ehrenamt, das der verheiratete Vater dreier erwachsener Söhne seit 2009 ausfüllt. Torsten Bechtel sagt, sein Ziel für die nächsten fünf Jahre als Bürgermeister der Stadt sei es, „die gute Entwicklung Wachenheims weiterzuführen“ und das „riesige Potenzial“ der 4700-Einwohner-Stadt zu nutzen. Er sieht sich hier Seit’ an Seit’ mit den Bürgern – denn es freue ihn, dass das ehrenamtliche Engagement in der Stadt so groß ist, unter anderem, wenn es darum geht, Historisches zu erhalten. Bechtel will die Stadtsanierung weiterverfolgen, und auch die Wachtenburg wird ihn als Thema begleiten: „Das ist so ähnlich wie bei der Digitalisierung, man wird nie fertig“, sagt er.
Kinderbetreuung ist ein Dauerbrenner
Ein Wahrzeichen ganz anderer Art ist mit dem vor einigen Jahren eröffneten Mehrgenerationenplatz mit Spielschiff und Pumptrack am Schwimmbad geschaffen worden. Bechtel ist stolz auf dieses „Alleinstellungsmerkmal“. Die anderen Spielplätze der Stadt sollen bis Ende des Jahres alle saniert sein.
Ein Dauer-Brenner in allen Kommunen ist das Thema Kinderbetreuung. Bechtel sagt, die Stadt versuche, immer „vor dem Bedarf zu sein“, soll heißen: vorausschauend zu planen. Von den 160 Grundschulkindern werden 125 nachmittags betreut (Hort, Ganztagsschule oder betreuende Grundschule). Die Sanierung der sanitären Anlagen und des Wickelbereichs der Kita sollen als nächstes angegangen werden.
Wichtig sind Bechtel die Stärkung der Stadtwerke und das Bekenntnis zum Freibad, für das jedes Jahr Kosten von rund 120.000 Euro bei der Stadt verbleiben. Man merke, dass andernorts das Angebot reduziert worden sei: „Wir haben aus der ganzen Region Anfragen für unsere Schwimmkurse.“
In den nächsten Jahren wird auch die Frage diskutiert werden müssen, wo der neue Standort der VG-Wehr sein soll, da das Gerätehaus durch die neue Drehleiter beengt ist. Und dann steht da noch die Entscheidung über das Einzelhandelskonzept aus. Bechtel sagt, er hoffe, dass der neue Verbandsgemeinderat diesem Konzept zustimmen werde. Denn dessen „Ja“ ist die Voraussetzung dafür, dass im Bischofsgarten ein neuer Supermarkt gebaut werden kann. Bechtel ist zuversichtlich: „Als Stadtbürgermeister und FCK-Fan muss man optimistisch sein.“
