Bad Dürkheim
Tödlicher Absturz: Schock bei Dürkheimer Fliegern sitzt tief
Bei dem verunglückten Flieger handelt es sich nach Angaben des Flugsportvereins (FSV) Bad Dürkheim um ein Vereinsmitglied. „Er war ein sehr erfahrener Pilot und außerdem Prüfer für Flugzeugtechnik, also alles andere als ein Anfänger“, erklärt der FSV-Vorsitzende Andreas Laubner auf Nachfrage. Den genauen Anlass für den Flug kenne er nicht, aber der Kamerad sei mit seinem einsitzigen Motordrachen für gewöhnlich aufgebrochen, um sich Sehenswürdigkeiten in der Region aus der Luft anzusehen. Vermutlich habe er das auch am Sonntag wieder vorgehabt.
Betreuung der Ersthelfer
Der Schock im Verein sitzt laut Laubner tief. Kleinere Unfälle habe es hin und wieder mal auf dem Flugplatz gegeben, aber ein Unglück in diesem Ausmaß habe er selbst zuvor noch nie erlebt. „Die schrecklichen Bilder schwirren den Ersthelfern natürlich im Kopf herum“, sagt er. Doch die Flugsportfreunde würden miteinander über das Erlebte reden, um es besser verarbeiten zu können. „Wir haben unter unseren Mitglieder auch Mediziner, die sich jetzt ebenfalls um die Betreuung der Betroffenen kümmern“, erklärt Laubner und hebt hervor, wie wichtig diese psychologische Unterstützung im Nachgang ist.
Der verunglückte Pilot war nach Polizeiangaben am Sonntag mit schweren Verbrennungen in eine Spezialklinik eingeliefert worden, wo er am frühen Montagmorgen starb. „Die Rettungsdienste waren sehr schnell vor Ort und haben übernommen“, berichtet Laubner.
Die Dürkheimer Feuerwehr war nach Angaben von Wehrleiter Karlheinz Bayer mit drei Fahrzeugen und 17 Rettungskräften etwa eine Stunde lang im Einsatz. Der Flugbetrieb hat am Sonntag nach dem Unglück geruht, während die Kriminalpolizei und Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) die Absturzstelle am östlichen Ende der Start- und Landebahn untersuchten. „Die ziehen wir in solchen Fällen immer hinzu, da sie über die erforderlichen Fachkenntnisse verfügen und zum Beispiel feststellen können, ob es mit einem bestimmten Flugzeugtyp vielleicht ein generelles Problem gibt“, erläutert Thorsten Mischler, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Rheinpfalz in Ludwigshafen.
Absturz am Ende der Startbahn
Bis die Sachverständigen die gesammelten Daten ausgewertet haben, werde es aber dauern, dämpft die BFU die Hoffnung auf schnelle Erkenntnisse. Der Abschlussbericht zur Unfallursache werde voraussichtlich erst in ungefähr einem Jahr vorliegen, teilt sie mit.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand stürzte das Fluggerät – eine Art Sitz mit Motor und einem Gleitschirm – am Ende der Startbahn ab, schlug dort auf den Boden auf und fing Feuer. Den Sachschaden schätzen Polizei und Staatsanwaltschaft auf 15.000 Euro.
Hinweise
Hinweise an die Kriminalpolizei Ludwigshafen, Telefon 0621 963-2773 oder per E-Mail kiludwigshafen.k1.kdd@polizei.rlp.de.