Bad Dürkheim Pionierarbeit für den „Pariser Chic“

Familienbetrieb: Franz Fischer und seine Tochter Melanie im neu gestalteten Ausstellungssalon.
Familienbetrieb: Franz Fischer und seine Tochter Melanie im neu gestalteten Ausstellungssalon.

Als erster Händler in Rheinland-Pfalz verkauft das Freinsheimer Citroën-Autohaus Fischer seit Juni Wagen der Marke DS Automobiles, des neuen Premium-Segments des französischen PSA-Konzerns. Das Familienunternehmen hat dafür 250.000 Euro investiert. Das Interesse der Kunden an den bislang drei Modellen ist groß.

Das Geld floss in einen neuen Ausstellungssalon, der in die Verkaufshalle des Citroën-Händlers in der Gewerbestraße integriert ist. „Die Leute sollen an die Marke herangeführt werden, es soll keine Schwellenangst entstehen“, erläutert Geschäftsführer Franz Fischer die Überlegung des Autoherstellers. Mit der 2014 in Paris gegründeten neuen Marke, die seit 2016 beim Kraftfahrtbundesamt geführt wird, möchte der Citroën-Mutterkonzern PSA im Premium-Segment Fuß fassen. „Das soll aber nicht über Leistung passieren, sondern eher über moderaten Verbrauch, Komfort und Ausstattung, über Pariser Chic“, erklärt Fischer. Das Konzept scheint bei den Kunden anzukommen. Etwa 50 Autos der drei Modelle hat das Freinsheimer Autohaus bislang verkauft. Die Käufer kämen nicht nur aus der Region, sondern auch aus Mainz oder Baden. „Die Leute wollen das Produkt und sind bereit auf uns zuzukommen. Es ist immer wieder überraschend, wie gut sie informiert sind“, berichtet der Unternehmer. Flaggschiff der neuen Marke ist der DS 7 Crossback, ein SUV. Es ist das erste Fahrzeug, das komplett als eigenständiges DS-Modell konzipiert wurde. Beginnend mit 2018 will DS Automobiles jedes Jahr bis 2023 ein neues Modell auf den Markt bringen, insgesamt sollen es bis dahin sechs Fahrzeuge werden. Der Freinsheimer Unternehmer war mehrfach in Paris, um den Entwicklungsprozess aus erster Hand zu verfolgen. Es sei beeindruckend gewesen zu sehen, wie viel Arbeit die Ingenieure mittlerweile digital erledigten, erzählt Fischer. Einer seiner Mitarbeiter, der sich speziell um den Verkauf von Autos der Marke DS kümmert, wurde in der französischen Hauptstadt eigens für diese Aufgabe geschult. Mit dem Markennamen DS knüpfen die Franzosen an eine glorreiche Vergangenheit an: Er ist eine Hommage an den Citroën DS, der zwischen Oktober 1955 und April 1975 produziert wurde. Der Wagen sei damals seiner Zeit voraus gewesen, habe beispielsweise über Scheibenbremsen, Servolenkung und eine extravagante Form verfügt, erinnert sich Fischer. Viele könnten sich an dieses „einzigartige Auto“ erinnern, ist er überzeugt. In Fischers Stimme schwingt auch ein wenig Stolz mit, dass die Wahl bei der Einführung einer neuen Marke auf sein Unternehmen gefallen ist. Das sei ein großer Vertrauensvorschuss, den der Hersteller ihm und seiner Firma für diese „Pionierarbeit“ entgegenbringe. Seit 1975 verkauft er in Freinsheim die Marke Citroën. In Oggersheim und Landau hat der Familienbetrieb zwei weitere Standorte. Beide Töchter und der Schwiegersohn arbeiten in dem Unternehmen, das insgesamt rund 80 Mitarbeiter beschäftigt. Die Marke DS Automobiles soll aber vorerst nur in Freinsheim verkauft werden, sagt der Unternehmer.

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