Hockey RHEINPFALZ Plus Artikel Offensivstarker Dürkheimer HC glänzt am Wochenende

Jonas Förster kämpft sich durch die Münchner Abwehr.
Jonas Förster kämpft sich durch die Münchner Abwehr.

Mit 17 Toren an zwei Tagen erobern die Dürkheimer Hockey-Herren die Spitze der Regionalliga Süd. Gegen München glänzen sie mit einer starken zweiten Halbzeit.

Zwei Siege und die Tabellenführung, die DHC-Herren hatten ein sehr erfolgreiches Wochenende. Zudem boten sie den Zuschauern am Sonntag ein wahres Torspektakel.

6:3 am Samstag gegen den TuS Obermenzing und 11:6 am Sonntag gegen den ASV München lautet die Bilanz der Dürkheimer vom Wochenende. Mit sieben Punkten hat der DHC damit auch die Tabellenführung in der ersten Regionalliga Süd übernommen, in der kein Team mehr verlustpunktfrei ist.

0:3 stand am Sonntag nach 23 Minuten im Spiel gegen den ASV München auf der Anzeigetafel. Tim Behrmann und zweimal Daniel Geißler waren für die Gäste erfolgreich gewesen. Da wurde manchen in der Halle vielleicht ein wenig mulmig, denn die Münchner hatten am Tag zuvor den TSV Schott Mainz mit 9:2 aus deren eigener Halle geschossen. Aber die Dürkheimer ließen sich nicht beirren, in der 26. Minute weckte Nico Mayerhöfer mit dem ersten Treffer für die Hausherren nach einem schönen Solo seine Mannschaft wieder auf. Es folgte ein Konter von Jonas Förster, den Marius Behret frei zum 2:3-Anschlusstreffer verwerten konnte und Julius Neu nutzte eine Unachtsamkeit der Münchner Abwehr zum Ausgleich noch vor der Pause. Damit war alles wieder offen.

Doch der ASV kam zunächst wieder gut ins Spiel, Robert Campe und Philipp Schippan brachten die Münchner wieder mit zwei Toren in Front. Nico Mayerhöfer verkürzte per Ecke und ihm gelang kurz danach auch der erneute Ausgleich zum 5:5. Der ASV war nicht immer mit den Schiedsrichterentscheidungen zufrieden, brachte sich selbst durch Karten in Unterzahl und war plötzlich nur noch zu dritt auf dem Feld. Jonas Förster nutzte das für die erste Dürkheimer Führung. Im Anschluss gelang Philipp Krauß per Stecher das 7:5. Die Halle kochte vor dem letzten Viertel. Nochmal Krauß und Behret erhöhten auf 9:5. Elf Minuten vor dem Ende nahmen die Münchner den Torhüter raus. Da die Unparteiischen zudem eine Gelbe Karte gegen DHC-Trainer Andreas Schanninger wegen zu lautem Reinrufens verhängten, sahen sich vier Dürkheimer Feldspieler sechs Angreifern gegenüber. Aber diese Phase überstanden sie auch dank eines starken Simon Kirchhofs im Tor unbeschadet. Zwar gelang Schippan noch das 6:9, aber innerhalb von nur einer Minute trafen Förster und anschließend Mayerhöfer ins verwaiste Tor. Torwart Tim Alscher durfte zurückkommen, um ein noch höheres Resultat zu verhindern, es blieb beim 11:6.

„Wir wussten nicht, in welcher Form die sind, nachdem sie gestern in Mainz so hoch gewonnen hatten“, gestand Mayerhöfer ein. „Aber wir waren im Spiel und hatten Glück, dass der Torhüter heute nicht der allerbeste war.“ Dass der Ausgleich zum 3:3 noch vor der Pause fiel, habe genauso geholfen, wie die zwischenzeitliche Kartenflut für den ASV, gab der Mittelfeldakteur weiter zu. „Wir leben offensichtlich von den Emotionen“, und wenn die Halle mitmache und laut werde, helfe das.

„Uns hat zunächst die Emotion gefehlt“, bemängelte Trainer Andreas Schanninger den verhaltenen Beginn. Er habe große athletische Spieler, „Wir brauchen die Physis und liegen doch immer hinten. Wir müssen das, was uns stark macht, auf die Platte bringen. Wir müssen schnell sein und Druck machen.“ Da sein Team anfangs zu wenig Druck gemacht habe, hätte der ASV sein eigenes Spiel machen können. Sie waren griffig im Umschaltspiel, zollte er dem Gegner Respekt. „In der zweiten Halbzeit haben wir das optimal gemacht“, lobte er seine Jungs.

Am Samstag sei es ähnlich gewesen. Denn auch gegen den TuS Obermenzing lag der DHC 0:1 und 1:2 durch Tore von Cedwyn Hochhauser und Severin Waldmann zunächst zurück. Mayerhöfer und Noah Brumm konnten jeweils egalisieren. Im dritten Viertel gingen die Dürkheimer beinah fahrlässig mit den eigenen Möglichkeiten um. Mal kam der letzte Pass nicht an, mal wurde der Ball nicht richtig unter Kontrolle gebracht, dann fehlte die letzte Konsequenz beim Torschuss. Erst im letzten Viertel versenkte Förster die vierte Dürkheimer Ecke zur Führung im Kasten, Mayerhöfer und Behret erhöhten auf 5:2. Fabian Horbach konnte zwar verkürzen, den Schlusspunkt mit dem 6:3 setzte aber wieder Förster. „Unsere Stürmer hatten zum Teil Ladehemmung, da merkt man, dass sie nachdenken, das ist tödlich, denn es ist kaum Platz und Zeit da“, erklärte Schanninger. Jetzt lief es wieder.

In der Crunch-Time seien beide Keeper da gewesen, lobte er seine Schlussmänner, die sich wieder halbzeitweise abgewechselt hatten. Am Samstag hatte Kirchhofs begonnen und Yannik Schlossareck ihn abgelöst, am Sonntag war es umgekehrt. „Die zweite Halbzeit ist mir eigentlich lieber“, grinste Kirchhofs, denn da würden die Spiele entschieden. Dass er gegen den ASV mit einer spektakulären Parade gleich gut ins Spiel kam, habe Sicherheit gegeben. „In der ersten Halbzeit war es nicht so eindeutig, wir machen das Spiel, die machen die Tore“, fand er. „Es kann in beide Richtungen fallen, wenn wir nach München fahren, ist alles wieder offen“, seien die Teams am Sonntag ebenbürtig gewesen. Diesmal habe der DHC einen richtig guten Tag gehabt: „Wenn Du in der Halle den Flow findest, dann läuft es.“

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