Neustadt Norman Ohler stellt sein Buch „Harro & Libertas“ vor

Norman Ohler
Norman Ohler

„Spannend wie ein Thriller“, schrieb die „New York Times“ über „Harro & Libertas“ – und der Verlag druckte das bei der Taschenbuchausgabe auch prompt stolz aufs Cover. Dabei ist das schon 2019 erschienene Buch, in dem der zweibrückerische Wahl-Berliner Norman Ohler die Geschichte von Harro Schulze-Boysens und seiner Frau Libertas und ihrem Widerstand gegen das NS-Regime erzählt, nicht einmal ein Roman, sondern ein Sachbuch. Kommenden Mittwoch stellt er es in Neustadt vor.

Dass sich Norman Ohler, 1970 geboren und 2019 in seiner alten Heimat mit dem „Pfalzpreis für Literatur“ dekoriert, darauf versteht, sauber recherchierte historische Fakten so auszubreiten, dass sie kein bisschen langweilen, bewies er bereits 2015 mit „Der totale Rausch – Drogen im Dritten Reich“, seinem binnen kürzester Zeit in über 30 Sprachen übersetzten Weltbestseller, in dem er der Frage nachging, welche Rolle psychoaktive Drogen in der Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs gespielt haben und auch bei Entscheidungen der NS-Führungsriege. Mit „Harro & Libertas“ kehrte der Autor, der freilich auch als Romancier und Drehbuchschreiber unterwegs und dabei mit ganz anderen Stoffen befasst war, in die gleiche Epoche und in die gleiche Literaturgattung zurück. Es ist die Geschichte von Harro Schulze-Boysen und seiner Frau Libertas – ein ungewöhnliches, junges, bohèmehaftes Berliner Liebespaar, das unerschrocken antifaschistische Plakate klebte, verfolgten Juden half und vergeblich versuchte, die Sowjetunion vor dem deutschen Angriff zu warnen, was beide und noch etliche Freunde dazu 1942 in Plötzensee an den Fleischerhaken brachte und zumindest in der Bundesrepublik auch posthum lange ihren Ruf ruinierte. Die Gestapo-Bezeichnung „Rote Kapelle“ für die Widerstandsgruppe wirkte hier lange nach. „Das mutigste und tragischste Liebespaar des Dritten Reichs“, schrieb Maxim Biller in der „Zeit“.

Termin/Lesezeichen

Norman Ohler stellt „Harro und Libertas“ am Mittwoch, 11. Oktober, um 19 Uhr in der Neustadter Stadtbücherei vor. Der Eintritt ist frei. Das Buch ist im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen, hat 496 Seiten und kostet als Taschenbuch 14 Euro, gebunden 24 Euro.

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