Bad Dürkheim Munter, heiter und unterhaltsam

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Ein Freiluftkonzert im Von-Busch-Hof bei herrlichem Wetter zieht viel Publikum an. Die Stuhlreihen beim Auftritt des Landespolizeiorchesters am Freitagabend aus Anlass des 500. Geburtstags des Eisentors waren voll besetzt. Weitere Zuhörer, die im Lauf des Abends kamen, lauschten im Stehen.

Das Landespolizeiorchester ist im Wesentlichen ein Blasorchester, mit Klarinetten, Trompeten, Posaunen, Hörnern, Flöten und einer Tuba. Dazu kommen noch ein umfangreiches Schlagwerk, zwei Kontrabässe, einige Euphonien, eine Oboe und ein Fagott. Der Auftakt war nicht zu überhören: mit Fanfaren ertönte „Firework!“ des zeitgenössischen Komponisten Jan van der Roost. Die darauf folgende Ouvertüre zur komischen Oper „Leichte Kavallerie“ von Franz von Suppé blieb zum Teil im Marschmodus , ließ aber auch Puzta-Töne hören und melancholische Klarinetten-Soli. Sehr munter ging es weiter mit dem Frühlingsstimmenwalzer von Johann Strauß. Die Klarinetten ließen fast vergessen, dass man den Walzer meist von Violinen gespielt hört. Die „Variationen zum Carneval in Venedig“ von Jean Baptiste Arban gehen zurück auf ein neapolitanisches Lied „O Cara Mama Mia“, die Melodie ist auch bekannt als das Kinderlied „Mein Hut, der hat drei Ecken“. Hier lieferte Gabor Rabi an der Tuba, die nur selten als Soloinstrument zu hören ist, ein Bravourstück. „El Camino Real“, der Königsweg von Alfred Reed, einem amerikanischen Komponisten, verlangt große Virtuosität, ein heftig wirbelnder Beginn, lateinamerikanische Rhythmen, ein nostalgisches Oboensolo und Anklänge an die flotte Kavallerie, die anfangs zu hören war. Nach der Pause zeigte sich das Orchester von einer anderen Seite. Nun spielte es im Stil einer Big Band. Es waren rockige Schlagzeugrhythmen zu hören, viel Bewegung war im Orchester, Gruppen von Musikern standen auf, kamen nach vorne, schwenkten ihre Instrumente im Takt – man griff zurück auf die Traditionen der Bands von Max Greger und Hazy Osterwald. Moderne Populärmusik wie „Let me Entertain You“ von Robbie Williams oder aus dem Musical „König der Löwen“ waren beim Publikum bekannt und es kam viel begeisterte Resonanz von den Hörern. Begeisternd auch „Sing, sing, sing“ von Louis Prima. Hier konnten die Klarinetten glänzen. Besonders eindrucksvoll war das Stück „Hello Louis“, das von Joachim Lösch, einem der Trompeter des Polizeiorchesters arrangiert worden war und auch von ihm gespielt wurde. Joachim Lösch überzeugte mit seinem Können an der Trompete. Hervorragende Solisten wie er und seine Kollegen an Klarinette und Posaune lieferten ausgezeichnete musikalische Darbietungen, die das Publikum begeisterte und unterhielt. Es gab großen Beifall – und mit Zugaben wurde nicht gespart. „My Way“ wurde gefolgt von einigen der bekanntesten Stücke aus der Marschmusik, dem Florentiner Marsch von Julius Fucik und dem Radetzkymarsch von Johann Strauß. Nach solcher Musik ist man recht aufgeräumter Stimmung. Aber es war ein wehmütiger Anlass, der zu vielen Umarmungen und Händeschütteln führte: Dirigent Norbert Hebertinger geht zurück in sein Heimatland Österreich, es war sein letztes Konzert mit dem Landespolizeiorchester. Die hohe musikalische Qualität des Orchesters kommt nicht von ungefähr. Es handelt sich nicht um Polizisten, die in ihrer Freizeit Blasmusik machen, sondern alle Mitglieder sind professionelle Musiker, die keinen Polizeidienst versehen müssen, sondern sich ganz der Musik widmen können. Ihre Aufgabe ist es, die Polizei in der Öffentlichkeit mit guter Musik und guter Stimmung in Verbindung zu bringen – das ist ihnen am Freitagabend, wie jedes Jahr in Freinsheim, hervorragend gelungen.

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