Bad Dürkheim Literaturkreis: Bedrückende Beziehung

«Bad Dürkheim.» Einen Zwischenstopp legt der Literaturgesprächskreis der Bücherei Bad Dürkheim auf seiner literarischen Reise durch Europa in den Niederlanden ein. Über Gerbrand Bakkers Debütroman „Oben ist es still“ diskutiert die Runde heute unter Leitung von Dorothee Heitkamp-Gieseler. Der Autor thematisiert darin eine bedrückende Vater-Sohn-Beziehung.
Helmer van Wonderen, Ich-Erzähler des Romans, ist Bauer wider Willen. Denn nach dem Unfalltod seines Zwillingsbruders Henk hatte der Vater ihn einst gezwungen, sein Literaturstudium abzubrechen und den Hof zu übernehmen. Nach langen Jahren als Eigenbrötler macht er nun Tabula rasa. In einem Befreiungsschlag verfrachtet er seinen bettlägerigen Vater ins Dachgeschoss, entrümpelt das alte Bauernhaus und versucht, sich ein neues Leben aufzubauen. Helmers neue Freiheit währt jedoch nicht lange, denn Riet, die Freundin seines verstorbenen Bruders, schickt ihren depressiven Sohn, der ebenfalls Henk heißt, zu ihm, damit er auf dem Bauernhof arbeite. Bakker, 1962 im niederländischen Wieringerwaard geboren, wuchs auf einem Bauernhof auf und studierte Sprach- und Literaturwissenschaft in Amsterdam. Er arbeitet als Übersetzer, verfasste Theaterstücke, Gedichte, Drehbücher sowie Romane für Erwachsene und Kinder, darunter 1999 den Jugendroman „Birnbäume blühen weiß“, 2006 den Debütroman „Oben ist es still“, der 2012 verfilmt wurde, sowie die Romane „Tage im Juni“, „Der Umweg“ und „Jasper und sein Knecht“. TERMIN Der Literaturgesprächskreis der Stadtbücherei Bad Dürkheim diskutiert heute, 20 Uhr, über Gerbrand Bakkers „Oben ist es still“. (Gebunden, 315 Seiten, 19,80 Euro. Suhrkamp Verlag. Taschenbuch 11 Euro). Teilnahmegebühr 4 Euro.