Bad Dürkheim Kommentar: Die 113. Minute

Wer über Wachenheim redet, der muss manchmal zu der Ansicht gelangen, dass er über einen 16-jährigen Teenager spricht, dem schon der Flaum wächst, aber dessen Größenwachstum einfach noch nicht eingesetzt hat. Die Anlagen sind alle vorhanden und gut, aber im Vergleich mit anderen langt’s halt noch nicht ganz. Zudem stehen sich Teenager in diesem Alter manchmal auch gern selbst im Weg. Und dafür ist Wachenheim ein gutes Beispiel. Nun allerdings tut sich für die Wein-und Sektstadt in den nächsten zwölf Jahren die Chance auf, ganz schnell erwachsen zu werden und über viele Wunden, die in der „Pubertät“ entstanden sind, ein Pflaster zu kleben. Das Programm „Historische Stadtbereiche – Städtebaulicher Denkmalschutz“ ist für die Stadt ungefähr das, was der Pass von André Schürrle auf Mario Götze in der 113. Minute des Fußball-WM-Finales von Maracana war . Oft werden Deidesheim und Wachenheim miteinander verglichen. Und nicht wenige sagen, dass Deidesheim diesen Vergleich hinsichtlich seiner Ausstrahlung auf Pfalztouristen gewinnt. Von diesem Menetekel kann sich Wachenheim in den kommenden Jahren dauerhaft befreien, wenn sich der Stadtrat in vielen grundsätzlichen Dingen einig ist. Dem ausgeschiedenen Beigeordneten Volker Liebschner muss dagegen schon jetzt ein Kompliment gemacht werden. Er hat in den vergangenen fünf Jahren viele wichtige Kommunikationsprozesse angestoßen. Hilfreich wäre es, ihn hier und da weiter einzubinden.