Wachenheim
Knochenfund bei Arbeiten an der Gasleitung
Die von den Wachenheimer Stadtwerken beauftragten regelmäßigen Überprüfungen der städtischen Gasleitungen werden immer von den Stadtwerken in Neustadt durchgeführt. Am Montagmorgen stand die Überprüfung der Burgstraße auf dem Programm. Tatsächlich signalisierte das Messgerät vor der protestantischen Kirche einen Gasausbruch, der auch mit der Nase gut wahrgenommen werden konnte. Eine unverzüglich herbeigerufene Baufirma öffnete die Straße in dem betreffenden Bereich. Sie förderte nicht nur Erdreich und die Leitung zutage – sondern auch mehrere Knochen.
Auch Jürgen Bohl, der wie seine Ehefrau Margot als Kirchendiener fungiert, hatte den Gasgeruch am Montagmorgen eindeutig wahrgenommen, als er die Kirchentür aufschließen wollte. Noch, berichtet Bohl, habe das Leck bislang nicht lokalisiert werden können. Nach dem Fund der Knochen, die vermutlich menschlichen Ursprungs sind, seien die Arbeiten auf Anordnung der unverzüglich eingeschalteten Kriminalpolizei sofort eingestellt wurden. Grund zur Sorge besteht laut Auskunft der ausführenden Baufirma für die Bevölkerung übrigens nicht. Aufgrund der geringen Menge ausströmenden Gases sei keine Gefahr in Verzug.
Einst befand sich hier der Kirchhof
Dass bei den Arbeiten an der Gasleitung Knochen gefunden wurden, ist für Bohl keine große Überraschung. „In dem Bereich der geöffneten Straße war früher der Kirchhof, wo die Leute vor 100 bis 200 Jahren auch bestattet wurden. Bei Arbeiten im Bereich der Kirche wurden solche Funde schon häufiger gemacht“, berichtet der Kirchendiener. Er vermutet, dass bei der Wiederaufnahme der Arbeiten auch noch weitere Knochen gefunden werden. Die Fortsetzung der Arbeiten ist jedoch erst dann möglich, wenn das Landeskriminalamt in Mainz das Alter der Knochen bestimmt hat. „Wenn der Vorgang abgeschlossen ist, werden die Knochen dann auf dem Friedhof ordnungsgemäß bestattet“, versichert Bohl.
Wann die Überprüfung abgeschlossen ist, konnte ein Sprecher der Polizeidirektion Neustadt auf RHEINPFALZ-Anfrage noch nicht sagen. Allerdings stehe nach einer ersten Begutachtung der Fotos fest, dass es sich bei dem Fund um die sterblichen Überreste eines Menschen handelt. Die Beamten gehen derzeit davon aus, dass die Knochen 150 bis 200 Jahre alt sind – was wiederum zu Jürgen Bohls Vermutung passen würde.