Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Im Herzen der Innenstadt: Weinbar zieht in den Römer ein

Die Weinbar im Römer soll im Frühjahr eröffnen.
Die Weinbar im Römer soll im Frühjahr eröffnen.

Seit Mitte September ist das Lokal „Puur! Im Römer“ Geschichte. Doch bald soll wieder neues Leben in die Immobilie im Herzen Bad Dürkheims einziehen. Was geplant ist.

„Am Ende kamen mehrere Dinge zusammen: Personalmangel, die allgemeine Situation mit der Preissteigerung bei Energie und Lebensmitteln und ein gesundheitliches Thema“, begründet Simon Leppla die Schließung des „Puur!“, das er gemeinsam mit Denis Strak betrieben hat. Im April 2022 hatte das Lokal, das gehobene deutsche Küche bot, eröffnet. Zum Dürkheimer Advent wollen die Gastronomen an einem Stand noch einmal heißen Merlot und heißen Sauvignon Blanc nach eigener Rezeptur anbieten.

Doch auch in die Immobilie selbst soll bald wieder neues Leben einziehen: André Hauer, Winzer und Vorsitzender des Weinbauvereins, will dort gemeinsam mit Geschäftspartner Jens Schaefer im kommenden Frühjahr die Weinbar „Pinot & Co.“ eröffnen. Die Verträge seien unterzeichnet, zum 1. Januar erfolge die Übernahme, sagt Hauer im RHEINPFALZ-Gespräch. Seit vier oder fünf Jahren trage er sich mit dem Gedanken, eine Weinbar zu eröffnen. „Ich habe mir verschiedene Objekte angeschaut, aber es hat nie gepasst. Final mit dem Römer hat jetzt alles gestimmt“, sagt Hauer. Es spreche vieles für die Immobilie: Größe, Lage, Lagerfläche, Einliegerwohnungen für die Mitarbeiter.

Doch Hauer treibt noch ein anderer Gedanke an: Er wolle etwas in und für Bad Dürkheim tun: „Ich höre oft von Freunden und Gästen unseres Weinguts, dass es ja in der Stadt wenig gibt, wo man einfach nur ein Glas Wein trinken kann, vor allem abends. Das wollen wir ändern.“

Wir, das sind er und der Bremer Jens Schaefer. Schaefer arbeitet seit 30 Jahren in Gastronomie und ist seit 15 Jahren im Norden selbstständig. Derzeit betreibt er ein kleines Weinbistro in der Hansestadt. Hauer kennt ihn, weil er Kunde seines Weinguts ist.

Plattform für Newcomer

Er habe dem Bremer eher im Spaß von der Idee mit dem Römer erzählt, dieser habe sich ein paar Tage Bedenkzeit erbeten und dann zugesagt, mit einzusteigen. Dafür zieht Schaefer extra in die Pfalz. Er soll das Gesicht von Pinot & Co. werden. Den Schwerpunkt möchten die beiden zunächst auf den Weinbarcharakter legen, sagt Hauer. „Wir wollen ein Ort werden, an den die Gäste den ganzen Tag kommen können, auch ohne Reservierung“, verdeutlicht der Winzer seine Überlegungen.

André Hauer und Jens Schaefer (rechts).
André Hauer und Jens Schaefer (rechts).

Außer seinen eigenen Weinen will Hauer im Pinot & Co. vor allem jungen, weniger bekannten Betrieben aus verschiedenen Anbaugebieten eine Plattform bieten. Dabei soll es grundsätzlich nur deutsche Weine geben: „Ich sehe mich in der Pfalz und in Deutschland verwurzelt. Wir haben so viele Stärken, die in der jetzigen Zeit stärker hervorgehoben werden sollten“, erklärt Hauer.

Als Konkurrenz zur umliegenden Gastronomie sieht er die geplante Weinbar nicht: „Die Gastronomie lebt ähnlich wie der Weinbau von einem Miteinander. Wenn wir alle gemeinsam etwas tun, kommen wir alle gemeinsam vorwärts“, ist er überzeugt.

Start mit kleiner Karte

Den Restaurantbetrieb wollen die beiden mit einer kleinen Karte beginnen. Zum Wein soll es etwa Oliven, Käse oder Wurst und andere Kleinigkeiten geben, dazu eine der Saison angepasste Abendkarte. „Alles steht und fällt mit der Personalsuche“, sagt Hauer. In diese will er nun voll einsteigen.

Ist es eine günstige Zeit angesichts von Weinbaukrise und wirtschaftlicher Unsicherheit, in die Gastronomie einzusteigen? „Wann ist schon eine gute Zeit?“, fragt Hauer und ergänzt: „Ich bin mir nicht sicher, ob es einen richtigen Zeitpunkt gibt, um ein neues gastronomisches Konzept zu verwirklichen.“ Natürlich gehe er privat und geschäftlich mit der Investition ein Risiko ein. Allerdings sei es auch keine spontane Idee gewesen, sondern gut überlegt. „Wir werden sehen, wo die Reise hingeht.“ Eröffnen soll das „Pinot & Co.“ im „zeitigen Frühjahr“.

Im Netz

www.pinotundco.net

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