Kreis Bad Dürkheim
IHK-Umfrage: Wo der Kreis punkten kann – und wo nicht
Der Landkreis Bad Dürkheim steht im pfalzweiten Vergleich ziemlich gut da. Das ist das Ergebnis der ersten Standortumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) unter rund 43.000 Unternehmen in den acht pfälzischen Landkreisen. In der Umfrage geht es um die Zufriedenheit der Unternehmen mit ihrem Landkreis in 28 Kategorien. Die kreisfreien Städte blieben dabei außen vor, für sie gibt es alle vier Jahre separate Erhebungen, die nächste 2026.
Zweitbeste Gesamtbewertung
Der Kreis Bad Dürkheim kommt in der Gesamtbewertung durch die dort ansässigen Unternehmen bei der Premiere für die Landkreise pfalzweit am zweitbesten weg mit einem Durchschnitt von 6,5. In dem von der IHK festgelegten Punktesystem ist 1 sehr schlecht und 10 sehr gut. Den zweiten Platz teilt sich Bad Dürkheim mit dem Kreis Südliche Weinstraße (ebenfalls 6,5 Punkte). Der Pfalz-Schnitt liegt bei 6,3. Am besten bewertet wird der Rhein-Pfalz-Kreis (6,7).
Hervorzuheben sind nach IHK-Angaben im Kreis Bad Dürkheim die guten Bewertungen für die größeren Gemeinden Bad Dürkheim und Haßloch. Generell besteche der Kreis Bad Dürkheim durch seine „gute Lage“, sagt Justine Markisch, als IHK-Referentin für Planung und Standortentwicklung für die Umfrage zuständig.
Dem Kreis und seinen Gemeinden wird von den dort ansässigen Unternehmen eine außerordentlich hohe Lebensqualität bescheinigt als wichtiger sogenannter weicher Faktor, verbunden mit harten Standortfaktoren wie vor allem einer guten Anbindung an das Fernstraßennetz und mit der Nähe zu Kunden und Zulieferern. Bei diesen Werten liegt der Kreis Bad Dürkheim – „erwartbar“, wie Markisch sagt, – klar über dem Durchschnitt der acht pfälzischen Landkreise. Die als Beispiele für weiche Faktoren abgefragte „Aufenthaltsqualität“, Klimafreundlichkeit und Schulangebot werden von den Unternehmen ebenfalls als gut wahrgenommen.
Kritik an digitaler Infrastruktur
Weniger gut schneidet der Landkreis bei der Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und an den Schienenfernverkehr ab. Auch bei der wahrgenommenen Qualität der digitalen Infrastruktur hat der Kreis den Angaben zufolge noch viel Luft nach oben. In diesem Punkt müsse sich „etwas tun“, so die IHK, „um den Anforderungen der Unternehmen und der zunehmenden Digitalisierung gerecht zu werden“. Den Aspekt der Digitalisierung erachten die Unternehmen im Kreis als den wichtigsten unter den 28 Faktoren.
Ein Problem für die Unternehmen stellen der Erhebung zufolge fehlende Gewerbeflächen und mangelnde Fachkräfte dar, ebenso wie ein Mangel an Wohnraum. Auch bei Verwaltung, Wirtschaftsförderung und Kommunalpolitik sehen die Befragten Luft nach oben. Unterm Strich indes schneidet der Kreis Bad Dürkheim gut bis sehr gut ab. Ein ganz entscheidender Wert und deutlich über dem Schnitt: 60,8 Prozent der befragten Unternehmen im Kreis würden sich noch einmal für ihren Standort entscheiden.