Gönnheim / Mönchengladbach RHEINPFALZ Plus Artikel Hockey: Jonas Försters Start in der U16-Nationalmannschaft

Jonas Förster bei einem seiner ersten beiden Länderspiele gegen Belgien (rechts am Ball). ...
Jonas Förster bei einem seiner ersten beiden Länderspiele gegen Belgien (rechts am Ball). ...

Auf ganz hohem Niveau Hockey spielen durfte Jonas Förster am vergangenen Wochenende mit der U16-Nationalmannschaft. Er gehört seit April zum Zentralkader von Bundestrainer Peter Maschke. In Mönchengladbach absolvierte der 16-jährige Gönnheimer seine ersten beiden Länderspiele gegen Belgien.

„Es war eine tolle Erfahrung!“ sagt Jonas Förster über die ersten beiden Spiele für Deutschland. Es habe richtig viel Spaß gemacht. „Und es war sehr schön, die Nationalhymne zu singen“, erzählt der 16-Jährige. Er sei eigentlich kaum nervös gewesen, aber das hätte vielleicht auch an der fehlenden Zuschauerkulisse gelegen. Im ersten Spiel am Sonntag waren die deutschen Nachwuchsspieler zunächst verdient in Führung gegangen, danach wurden die Belgier aber immer stärker, doch Deutschland konnte das Spiel mit 4:3 für sich entschieden. Am Montag habe die deutsche Mannschaft wesentlich besser gespielt, bestätigte der Bundestrainer seinem Team. Trotzdem mussten sie sich den Belgiern im zweiten Spiel mit 2:3 geschlagen geben.

Talent aus Reihen des DHC

Seit April gehört Jonas Förster zum Zentralkader der U16 von Bundestrainer Peter Maschke. Da hatte endlich der vom Herbst verschobene Zentrallehrgang stattfinden können. Der junge Gönnheimer ist eines von vielen Talenten aus den Reihen des Dürkheimer Hockeyclubs, ist allerdings im März zum Mannheimer HC gewechselt. „Ich glaube in Mannheim mehr dazulernen und mich verbessern zu können“, sagt er. Dennoch ist ihm der Schritt weg vom DHC schwer gefallen.

Die Försters seien eine DHC-Familie, bestätigt seine Mutter Christiane Förster. Vater Markus und der 19-jährige Bruder Torben spielen bei den DHC-Herren, die 22-jährige Schwester Annika war ebenfalls bis zu ihrem studienbedingten Umzug nach München in Dürkheim aktiv. Dass Jonas nun Nationalspieler ist, sei ein Verdienst seiner sämtlichen bisherigen Trainer, betont Christiane Förster. „Die haben ihn soweit geformt und gebracht, angefangen bei Volker Metzger und Hans Reinfrank“, erinnert sie sich an Jonas’ erste Trainer.

Mit vier Jahren hat der jüngste Spross mit dem Familiensport angefangen. Das sei irgendwie eine logische Konsequenz gewesen, weil die Kinder immer mit auf dem Platz waren. Zeitweise hat er außerdem Fußball, Turnen, Judo und Leichtathletik gemacht. „Teilweise sogar alles mehr oder weniger gleichzeitig“, erzählt Jonas und lacht. Aber irgendwann sei nur noch Hockey übrig geblieben.

Ehrgeizige Familie

Beim MHC durfte der B-Jugendspieler trotz des Lockdowns die ganze Zeit trainieren. Schon im Winter war ihm als Spieler der Landesauswahl ein Training im Olympiastützpunkt Mannheim erlaubt. Es sei zwar kalt gewesen, aber unter der Traglufthalle immerhin möglich, berichtet Jonas. Damit sei es ihm besser ergangen als vielen anderen jungen Sportlern. Aber auch in Baden-Württemberg hat es schon lange keine Ligaspiele mehr gegeben. Jonas hofft, dass bald wieder eine Saison möglich wird.

Inklusive Auswahl hat er viermal in der Woche Training, da kommen viele Fahrtkilometer zusammen. „Ich fahre gern“, sagt Mutter Christiane und lächelt. Denn die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln komme häufig aus Zeitgründen nicht in Frage. Und es sei für sie auch schön, immer wieder bekannte Gesichter zu treffen – die große Hockeyfamilie kennt sich untereinander. Für die Nationalmannschaft kämen einige Termine dazu, es gebe viel zu organisieren. Aber das sei okay, die Familie sei schon immer ehrgeizig gewesen.

Jonas erzählt, dass er über seine Wechselabsichten viel mit seinen DHC-Trainern Andreas Schanninger und Christian Mayerhöfer sowie seinem Landesauswahltrainer Heiner Dopp gesprochen habe. Besonders Herren-Trainer „Schanni“ hätte es gerne gesehen, wenn Jonas geblieben wäre. Auch seinen Freunden und Mannschaftskollegen hat der 16-Jährige von seinen Überlegungen erzählt. Alle zeigten Verständnis für den Schritt, obwohl es für den DHC schmerzlich ist. Seine Eltern haben ihm die Entscheidung überlassen. „Für ihn persönlich war das wichtig“, erklärt seine Mutter.

Alter Bekannter bei U16

Als Nationalspieler muss sich Jonas vor Lehrgängen oder Spielen in Selbstisolation begeben, um keine Infektion mit dem Coronavirus zu riskieren. Das bedeutet: Keine Treffen mit Freunden und in die Schule darf der Zehntklässler dann nur für Tests und Arbeiten. Für Jonas ist das in Ordnung, die Lehrer am Dürkheimer Werner-Heisenberg-Gymnasium haben ebenfalls Verständnis. Momentan ist sowieso Wechselunterricht angesagt. Der Digitalunterricht funktioniere inzwischen gut, stimmt die Mutter zu. Dennoch freut Jonas sich schon darauf, wieder mit den Freunden ins Schwimmbad oder zum Kicken gehen zu können, wenn die Pandemielage sich irgendwann entspannt.

Dass die Eltern momentan bei Lehrgängen und Spielen nicht dabei sein dürfen, fällt besonders dem Vater schwer. Er begleitet seine Kinder sehr gerne, ist auch als Trainer aktiv. „Wir sind jetzt auf Jonas Berichte angewiesen“, verrät Christiane Förster. Lächelnd fügt sie hinzu, dass der Teammanager der U16 ein alter Bekannter ist. Timo Stephan, der aus Kallstadt kommt und jetzt in Berlin lebt, weiß, dass Jungs in dem Alter zu Hause nicht so viel erzählen und versorgt die Eltern deshalb täglich mit kurzen Berichten.

Im Juli ist ein Vier-Nationenturnier der U16 geplant. Alle hoffen, dass es stattfinden kann, auch wenn momentan alles mit Test und Maske etwas umständlicher ist.

... Und im heimischen Garten im Nationaltrikot. Um sich weiterzuentwickeln ist er im März vom Dürkheimer HC zum Mannheimer HC ge
... Und im heimischen Garten im Nationaltrikot. Um sich weiterzuentwickeln ist er im März vom Dürkheimer HC zum Mannheimer HC gewechselt.
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