Bad Dürkheim Hammelsbrunnen soll wieder sprudeln
Einige und vor allem schöne Neuigkeiten brachte Egon Schmitt mit zu unserer Sommerredaktion: Am Kriemhildenstuhl stellt der Drachenfelsclub, dessen Vorsitzender der 73-Jährige ist, eine neue Schautafel auf, das Sandsteintor hinter der Saline sieht seiner Vollendung entgegen – und am Hammelsbrunnen soll in absehbarer Zeit die frühere Fontäne wieder sprudeln.
Je kleine Sandsteinanlage rund um den Hammelsbrunnen im Hammelstal, das man sowohl von Drei Eichen westlich der Rudolf-Bart-Siedlung in Seebach als auch von Wachenheim aus übers Poppental erreicht, wurde 1905 vom Drachenfelsclub gebaut. Anders als viele andere Altertümer rund um Bad Dürkheim ist der Hammelbrunnen aber nicht in Besitz des Vereins, sagt Schmitt. Für den Drachenfelsclub wiederum kein Grund, sich nicht auch darum zu kümmern. Dessen Ziel ist, dass der runde Rastplatz am Talende, bevor das Gelände gegen Lambertskreuz aufsteigt, „Ende des Jahres so dasteht wie damals“. Dazu sollen nicht nur die Gemäuer restauriert werden, sondern eben auch der Springbrunnen wieder sprudeln. Bis zu drei Metern hoch war die Fontäne früher, wie auf einem alten Foto in der Dokumentation „Wasser für Bad Dürkheim“ des ehemaligen Vereinsvorsitzenden und Wasseringenieurs Adolf Krapp von 1994 zu sehen ist. Zwar wurde die damalige Wasserstrahlpumpe irgendwann ausgebaut, doch Vereinsmitglied Christian Mehl glaubt, mit einem hydraulichen „Widder“ eine technische Alternative gefunden zu haben. Ein solches Teil, auch Stoßheber oder Staudruck-Wasserheber genannt, ist laut Wikipedia eine wassergetriebene Pumpe, die den Staudruckeffekt nutzt, um einen Teil des Wassers, das sie antreibt, auf ein höheres Niveau zu heben. In diesem Fall in einen etwa 30 Meter höher gelegenen Behälter (aus Sandstein), von wo aus die Fontäne gespeist wird. Der Widder soll in den Schwabenbach, der dort durchfließt, eingebaut werden. Wie meist bei seinen Aktivitäten und Initiativen kann der Drachenfelsclub auch in diesem Fall auf einen Gönner bauen. Dr. Klaus Federschmidt hat für das Vorhaben 3000 Euro gestiftet, so Schmitt. Der heute 85-Jährige ist der Sohn des früheren Mitbegründers und Chefarztes der Klinik Sonnenwende und war selbst als Urologe tätig. Er habe den Verein schon mehrfach unterstützt. Gleich mehrere „Sponsoren“ kamen für die neue Schautafel auf dem Kriemhildenstuhl zusammen. Sie soll wie das Vorgängermodell all die „Graffitis“ in dem römischen Steinbruch erklären. Die Abbildungen der Felsinschriften und -zeichnungen auf der alten Tafel sind längst verblasst, die Texte teils unleserlich geworden. Über den Dürkheimer Beigeordneten Udo Zwar, von Beruf Pädagoge, kam die Verbindung zum Altphilologenverband Rheinland-Pfalz zustande, der sich gerne einbrachte. Er stiftet 500 Euro zu den gut 1200, die Schmitt als Kosten nennt. Gar 750 Euro kommen vom Dürkheimer Weinbauverein. Dieses Geld stammt aus dem Weinmenü, das die Winzer im vergangenen Dezember zu Ehren der Pfälzischen Weinkönigin Janina Huhn gegeben hatten, die Dürkheimerin durfte sich aussuchen, wem es zugutekommen sollte. Gestaltet wurde die Schautafel von Gerrit Altes, dem Leiter der Dürkheimer Tourist-Info, und Grafiker Gerhard Preuß. Sie ist im Layout den Tafeln entlang des Geoerlebnispfades angepasst. Am Dienstag, 26. August, soll sie um 13.30 Uhr vor Ort eingeweiht werden, dazu ist die Bevölkerung willkommen. Das dritte Neuprojekt des Drachenfelsclubs, das der Verein zusammen mit dem Lions Club im Frühjahr vergangenen Jahres angegangen ist, soll noch diese Woche fertig werden – so habe es Bildhauer Mathias Nikolaus ihm versprochen, sagte Egon Schmitt bei der Sommerredaktion: Am Torbogen östlich des Gradierbaus fehlt noch ein Schlussstein. Das Bauwerk stellte einst das Portal zu den Anlagen der Saline Philippshall mit mehreren Gradierwerken dar, stand aber weiter östlich: 1964 musste es dem Neubau des Evangelischen Krankenhauses weichen. Wenn der Schlussstein eingebaut und verfugt ist, wird noch ein Verputz oder Betonanstrich aufgetragen. Eigentlich sollte der Torbogen schon im vergangenen Jahr eingeweiht werden, als Nikolaus sein 25. Firmenjubiläum als Steinmetz in Bad Dürkheim feierte. Da er zwischenzeitlich andere Aufträge zu erledigen hatte und sich überdies die Hand brach, verzögerte sich die Sache. Mittlerweile muss wohl auch die Kostenschätzung von 35- auf 40.000 Euro angepasst werden, meinte Egon Schmitt. Ein kritisches Wort am Zustand des Geländes rund um das Portal wollte sich der Vorsitzende des Verschönerungsvereins nicht verkneifen – und sprach den dazustoßenden ersten Beigeordneten Gerd Ester auch darauf an: „Da könnte man mal mähen und das Unkraut wegmachen.“ Ester pflichtete ihm spontan bei: „Ja, ich hab’s auch gedacht, als ich am Sonntag vorbeigefahren bin.“ (pst/Porträtfoto: Franck)