Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Gekkos einfach chancenlos

Gegner zu stark: die Gekkos Marian Graff (links) und Laurenz Pabst.
Gegner zu stark: die Gekkos Marian Graff (links) und Laurenz Pabst.

Der Oberligist kommt in Dirmstein böse unter die Räder. Dabei startet er ganz ordentlich. Ein Lauf der Gäste aus Zweibrücken reißt die Hausherren dann aus allen Träumen. Dennoch äußert der Trainer seine Hoffnung.

Das war eine herbe Schlappe. Mit 16:36 (10:18) unterliegen die Oberliga-Handballer der HSG Eckbachtal der SG SV64/VT Zweibrücken. Trainer Thorsten Koch gibt zu, dass es ein Klassenunterschied war, das Fehlen einiger erfahrener Spieler sich zu deutlich bemerkbar machte.

„Wir waren heute kein Gegner, der denen Paroli hätte bieten können,“ bilanzierte Thorsten Koch. Der Gast aus Zweibrücken sei eine Klasse besser gewesen. Das sei auch dem personellen Notstand geschuldet, wies der Trainer auf das Fehlen der beiden arrivierten Rückraumkräfte Julian Pozywio und Maximilian Schreiber hin. Dem Trainer fehlten einfach die Alternativen, um die engagierten jungen Spieler in der anstrengenden Partie entlasten zu können.

Guter Beginn

Zu Beginn des Spiels sah es noch gut aus für die Gekkos. Zwar lagen sie nie in Führung, doch bis zum 9:9 konnten sie die Partie ausgeglichen gestalten. Simon Müsel zog in der Mitte die Fäden und Philipp Schloß hatte da schon vier seiner insgesamt fünf Tore erzielt. „Wir haben es am Anfang gut gemacht,“ lobte Koch und ergänzte, dass er sich auch zu Beginn schon über einige Abwehrfehler geärgert hatte. „Einmal haben wir es richtig gemacht und im nächsten Moment wieder nicht,“ wäre das doch Thema im Abschlusstraining gewesen. Doch nach rund einer Viertelstunde begann Koch wie üblich zu wechseln und es kam ein Bruch ins Eckbachtaler Spiel, von dem sich die Gekkos nicht wieder erholten. Zehn Minuten lang gelang überhaupt kein Tor. Die Zweibrücker hingegen hatten einen Sieben-Tore-Lauf, zogen auf 9:16 davon, ehe Laurenz Pabst den zehnten Treffer erzielen konnte. Koch nahm noch in der ersten Hälfte seine zweite Auszeit, hatte reichlich Redebedarf: „Ich hätte heute fünf oder sechs Auszeiten benötigt.“

„In den letzten vierzig Minuten waren wir kein Gegner mehr, die waren klar besser,“ zollte Koch auch der sehr guten Abwehr der Gäste Respekt. „Wir hingegen haben in der Abwehr nur noch rumgestanden.“ Die agilen Zweibrücker Angreifer Adam Soos und Niklas Bayer (je vier Tore) waren schwer zu stoppen, wenn der Rückraum nicht selbst erfolgreich war, setzten sie die beiden Kreisläufer Benjamin Zellmer (7) und Till Wöschler (5) in Szene. Philipp Schloß sah das ähnlich: „Unsere Abwehr war genau das Gegenteil,“ konnte sich der junge Mann die Gründe aber auch nicht recht erklären. „Am Anfang waren wir alle noch frisch, aber plötzlich haben wir Sachen falsch gemacht, die wir vorher richtig gemacht hatten.“ Es sei dann immer schwer den Kopf wieder hochzubekommen, auch wenn man wisse, dass es anders sein müssen.

Kein Vorwurf

„Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen“, bilanzierte Koch. Dann sei auch noch Wurfpech dazugekommen. Mehrfach trafen die Gekkos nur den Pfosten, Torhüter Norman Dentzer nahm zusätzlich einige Würfe vor allem des langen Simon Müsel weg, der ebenfalls nach dem Spiel ratlos mit den Schultern zuckte. Besonders der schlanke Youngster Lars Reber bekam die kompakte und erfahrene Abwehr der Zweibrücker sehr körperlich zu spüren. Respekt, dass er es trotzdem immer wieder probierte, sich am Ende doch noch mit einem Tor belohnen konnte.

„In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr stattgefunden“, sagte Koch über nur sechs Tore der Gastgeber in den zweiten 30 Minuten bei 18 Gegentreffern. Auch die beiden Torhüter Tobias Schipper und Rouven Hahn, der nach rund 20 Minuten zwischen die Pfosten ging, hatten den Würfen der Gegner nicht viel entgegenzusetzen. Fehler im Angriff der Eckbachtaler wurden von Zweibrücken durch reichlich Tempo-Gegenstöße konsequent bestraft. Die Gekkos bemühten sich zwar weiter, aber die Resignation war deutlich erkennbar. „Und irgendwann hat dann auch die Überzeugung gefehlt“, fand Koch, der noch einmal betonte, dass vor allem im Rückraum die Wechselmöglichkeiten gefehlt hatten.

Erstmals chancenlos

Er könne es nicht ändern, sagte der Trainer und ergänzte: „Ich hoffe, dass jede Spielminute die Jungs trotzdem weiterbringt. Es war das erste Spiel, indem wir keine Chance hatten.“ Die beiden ersten Partien hätten sie selbst aus der Hand gegeben. „Heute waren wir zu harmlos, um die zu schlagen.“ Für die SG SV64/VT Zweibrücken, die ihre ersten beiden Spiele etwas überraschend verloren hatten, waren die Gekkos anscheinend der perfekte Aufbaugegner gewesen. Die HSG Eckbachtal muss nun versuchen sich zu erholen, am nächsten Wochenende geht es zu den SF Budenheim, die momentan auf Rang fünf der Tabelle stehen.

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