Wachenheim Förderkreis Villa Rustica: Neue Projekte vorgestellt

Luftbild von der Villa Rustica in Wachenheim.
Luftbild von der Villa Rustica in Wachenheim.

Der Förderkreis Villa Rustica setzt auf Kontinuität im Vorstand, einen neuen Fachbeiratsleiter – und verabschiedet ein Gründungsmitglied.

Bei seiner Mitgliederversammlung in Wachenheim hat der Förderkreis Villa Rustica personelle Weichen gestellt und konkrete Vorhaben präsentiert. Nach Vereinsangaben blieb der seit rund zwei Jahren amtierende Vorstand um den Vorsitzenden Martin Kerbeck ohne Kritik. Gewürdigt wurden die sorgfältige Pflege des Museumsgeländes, die klare Strukturierung der Führungstermine sowie die erfolgreiche Veranstaltung am Tag des offenen Denkmals im vergangenen Jahr. Die solide Kassenlage lasse Raum für neue Projekte. Entsprechend wurde der Vorstand einstimmig entlastet.

Kerbeck berichtete unter anderem über Veranstaltungen aus 2025 und das Projekt „drei neue Säulen“. Die Säulen in Originalgröße sollen künftig die Sichtbarkeit der Villa Rustica an der Bundesstraße deutlich erhöhen. Die Finanzierung, so Kerbeck, soll zu je einem Drittel vom Verein, von der Stadt Wachenheim als Eigentümerin, aus öffentlichen Fördermitteln sowie durch Spenden erfolgen. Die Säulen sollen originalgetreu gestaltet werden.

Althistoriker übernimmt Fachbeirat

Ein weiteres, langfristiges Projekt stellte Martin Lindner vor, Dozent für Alte Geschichte am Althistorischen Seminar der Universität Göttingen. Seit dem Sommersemester 2025 leitet er eine Studentengruppe, die eine neue Präsentation der Villa in Wachenheim entwickelt. Nächster Zwischenschritt ist Anfang Februar eine Vorstellung direkt auf dem Gelände, wie sich das Wissen aus den archäologischen Befunden zeitgemäß darstellen lässt. Lindner lobte die „pfälzische Offenheit“ und zitierte aus einem bekannten Pfalzlied: „Annerschdwu is annerschd, halt net so wie in der Palz.“

Die anwesenden Mitglieder motivierten Lindner, für die vakante Position des Fachbeiratsleiters zu kandidieren. Nachdem er seine Bedenken ausgeräumt hatte, wählten ihn die Mitglieder einstimmig. Damit übernimmt erstmals ein Althistoriker die Verantwortung für die fachgerechte Darstellung der Villa und die Hinzuziehung von Spezialisten – bisher waren es Archäologen. Ebenfalls einstimmig bestätigt wurden Martin Kerbeck (Vorsitzender), Jürgen Bohl (zweiter Vorsitzender), Jürgen Buschmann (Kassenwart), Sebastian Arnold (Schriftführer) sowie die Beisitzer Jasmin Ullrich, Walter Speicher und Hans van Hauth.

Abschied von Gründungsmitglied

Verabschiedet wurde Franz Naab, Gründungsmitglied und langjähriger „Römerbrot-Bäcker“ am Museumsbackofen. Naab war zuletzt als Kassenprüfer tätig und beendet mit 80 Jahren seine offizielle Mitarbeit. Seine Aufgabe übernehmen Ulrike Alftor, Maria Castka und Walter Speicher. Zum Abschluss der Versammlung referierte Britta Hallmann-Preuß über Schülerinnen, gebildete Frauen und Unternehmerinnen in der Römerzeit.

Termin

Präsentation der Arbeiten der Studenten aus den Universitäten Göttingen, Mainz und Heidelberg mit deren Vorschlag zur Neukonzeption der Präsentation der Villa Rustica in Wachenheim, auf dem Gelände der Villa an der Bundesstraße, Samstag, 7. Februar, 14 Uhr.

Dr. Britta Hallmann-Preuß: Frauen der Römerzeit waren gebildet und auch in Wirtschaft und Öffentlichkeit aktiv.
Dr. Britta Hallmann-Preuß: Frauen der Römerzeit waren gebildet und auch in Wirtschaft und Öffentlichkeit aktiv.
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